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Global Pop News 09.07.2024

Musikindustrie im UK: Große Erwartungen an Labour-Regierung

Stand: 09.07.2024, 11:55 Uhr

Musikindustrie im UK hat große Erwartungen an Labour-Regierung | Südafrikanischer Musikproduzent DrumPope mit Weltrekordversuch | Rema kündigt mit neuer Single "HEHEHE" überraschend zweites Album an | Unsere News aus der Welt des Global Pop

Von Kai Brands

Musikindustrie im UK: Große Erwartungen an Labour-Regierung

Nach 14 Jahren Regierung der Conservative Party ist im UK nun wieder die Labour Party am Zug. An die neue Regierung um Premierminister Keir Starmer hat die britische Musik-Industrie einige Erwartungen. Mehrere Branchen-Verbände gratulieren zunächst der neuen Regierung – machen aber auch vorsichtig klar, dass nach Worten gerne bald Taten folgen können.

UK Music ist der größte Verband der britischen Musik-Industrie und vertritt deren Interessen als vertritt Stimme von Zweig-Verbänden für z.B. Labels, Artists und andere Beschäftigte im Musik-Sektor. In einem aktuellen öffentlichen Statement von UK Music heißt es, die britische Musik-Industrie steuere jedes Jahr fast sieben Milliarden Pfund zur britischen Wirtschaft bei, sei Arbeitsplatz für 210.000 Menschen und werde auf der ganzen Welt um ihre Talente beneidet. Das sehen aber viele in der Musikbranche im UK gefährdet.

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UK Music beschreibt zum Beispiel in Bezug auf Musik-Unterricht, dass es seit 2012 einen Abwärtstrend mit rund 1.000 weniger Musiklehrer:innen an weiterführenden Schulen gebe. Die neue Regierung hätte versprochen, sich dafür einzusetzen, dass sich das in Zukunft ändern würde und zugesagt, dass 6.500 neue Lehrer:innen eingestellt werden sollen. Tom Kiehl, Chef von UK Music, bezieht sich in dem Statement auch direkt auf den neuen Premier Keir Starmer, der im Teenageralter verschiedene Instrumente wie Flöte und Klavier gespielt hat und um die Kraft von Kunst weiß. Das hat er selbst gesagt bei einer Rede in Wahlkampfzeiten Mitte März an der Guildhall School of Music and Drama, auf die er selbst früher gegangen war. Unter anderem der Zugang zu Lernangeboten soll erleichtert werden, hat er gesagt, zum Beispiel auch durch bessere Stipendien.

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Weitere Forderungen der Brache sind u.a. Steuererleichterungen für die Musikbranche zum Beispiel bei Konzerttickets, mehr Schutz der Artist-Rechte bei den Herausforderungen mit KI oder mehr Support für kleine Konzert-Venues.

Südafrikanischer Musikproduzent DrumPope mit Weltrekordversuch

Der südafrikanische Musikproduzent DrumPope ist bei seinem Weltrekordversuch gerade offenbar bei der Hälfte seiner Zeit angekommen. DrumPope ist international eher unbekannt, sorgt in Südafrika gerade aber für Schlagzeilen, weil er einen Weltrekord aufstellen möchte. Er möchte die meisten Songs produzieren und innerhalb von zwölf Monaten veröffentlichen. Laut Medienberichten soll der Versuch von den offiziellen Guinness-Weltrekord-Verantwortlichen auch akzeptiert worden sein. Seit Mitte Januar soll DrumPope jetzt angeblich an den Songs sitzen und hätte somit bis Mitte Januar 2025 Zeit, berichtet die pan-afrikanische Musik-Plattform Music In Africa. 1.100 Songs möchte er bis dahin produzieren und digital rausbringen, schreibt auch die südafrikanische Online-Plattform Zimoja. Angeblich soll er schon 30 Prozent der Songs veröffentlicht haben.

Nach dem ersten Reinhören machen die bislang verfügbaren Afro-House-, Afro Tech- und auch Amapiano-Songs einen souverän produzierten Eindruck. Über den Ansatz, möglichst viel in einem Jahr rausbringen zu wollen, lässt sich allerdings mit Sicherheit weiter streiten. Um zu gewährleisten, dass die Songs nicht nur viele, sondern auch gut sind, arbeite er angeblich viel mit anderen Artists zusammen, die Input liefern - zum Beispiel die Vocals. Bei seinem Rekordversuch soll er laut Medienberichten angeblich beaufsichtigt werden können. DrumPope sagt, er wäre von anderen südafrikanischen Artists inspiriert gewesen, die Rekorde aufgestellt haben und wolle zeigen, was möglich ist.

Rema kündigt mit neuer Single "HEHEHE" überraschend zweites Album an

Den nigerianischen Afrobeats-Star Rema kennen viele z.B. durch Hits wie "Calm Down". Mit dem Song hat Rema international Rekorde gebrochen und war über ein Jahr lang in den US-Billboard-Charts vertreten. Für einen oft entspannten und soften Afrobeats-Sound ist Rema bekannt. Mit seinem neuen Song "HEHEHE" zieht er andere Saiten auf. Der Rema-typische melodische Gesang ist Rap mit einer Gleichgültigkeits-Attitüde gewichen. Dazu passt auch der Songtitel "HEHEHE", also die entsprechende leicht düstere Lache im Track.

Rema lacht über Hater und er macht die Kohle, rappt er. Und er rappt u.a. darüber, dass es jetzt nicht mehr "Big 3" heißen muss. Damit sind oft die drei großen Rapper J. Cole, Drake und Kendrick Lamar gemeint - aber auch die drei nigerianischen Afrobeats-Größen Davido, Wizkid und Burna Boy. Jetzt müssten aber die "Big 4" sein, heißt es im neuen Rema-Song.

Rema ist mit dieser Ansage angekommen im Rap. Grundsätzlich ist er künstlerisch aktuell ziemlich düster unterwegs. Das hat er musikalisch hat bereits mit seiner letzten EP "RAVAGE" im vergangenen Jahr angedeutet. Seine letzte Single "Benin Boys" mit Afrobeats-Kollege Shallipopi vom Juni ging in eine ähnliche Richtung wie der neue Track. Auch das Artwork ist nicht mehr "knuffig" wie der große Teddybär in der U-Bahn bei "Calm Down", sondern es gibt düstere Visuals und Collagen mit Gothic-Flair.

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Dazu passt auch die Song-Ankündigung vor ein paar Wochen: Rema steht auf einem Hochhaus – und ganz wie bei Batman wird der Umriss einer Fledermaus in den Nachthimmel gestrahlt. Zu sehen ist da aber nur das Fledermaus-Skelett. Es ist ein scheinbar neues, düsteres Kapitel des Afrobeats-Stars. Denn nun hat er auch überraschend sein neues, zweites Album angekündigt, bei dem sich das Fledermaus-Motiv weiter durchzuziehen scheint. "HEIS" wird es heißen und soll bereits jetzt am Donnerstag (11.7.) rauskommen.