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Die K-Pop Band "Seventeen" performt beim Hauptsitz der Unesco in Paris.

Global Pop News 12.06.2024

K-Pop-Band wird UNESCO-Botschafter

Stand: 12.06.2024, 11:16 Uhr

Seventeen werden ehrenamtliche Botschafter der UN-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur | Offener Brief für Brandmauer gegen Rechts | Sängerin Françoise Hardy mit 80 verstorben | Berwyn mit a cappella Rap an die UK-Einwanderungsbehörde | Unsere News aus der Welt des Global Pop

Von Lukasz Tomaszewski & Marc Mühlnenbrock

Große Ehre für die K-Pop-Band Seventeen: Sie werden ehrenamtliche Botschafter der UN-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur UNESCO. Worum es geht, erklärte am Dienstag (11.06.24) UNESCO-Direktorin Audrey Azoulay in Paris.

"Seventeen und Unesco teilen den Willen, jungen Menschen die Mittel zu geben, den Wandel zu gestalten und den Herausforderungen unseres Jahrhunderts zu begegnen".   Audrey Azoulay, UNESCO-Direktorin

Konkret heißt es, dass junge Menschen im Rahmen der UNESCO Projekte realisieren können. Eben im Aufgabenfeld: Wissenschaft, Erziehung und Kultur. Das kann eine Biologie Konferenz, ein neues Kulturzentrum oder ein Musikfestival sein. Und das Weltweit. Die UNESCO und Seventeen haben schon einige Projekte gemeinsam umgesetzt - jetzt mit der neuen Position als ehrenamtliche Botschafter soll die Rolle der Musiker dabei noch wichtiger werden.

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Die 13 Mitglieder sollen am 26. Juni bei einer Zeremonie im Pariser Hauptquartier offiziell ernannt werden. In dieser Funktion verpflichten sie sich dann "ihr Talent und ihre Stimme in den Dienst der Werte und des Mandats der Organisation zu stellen". Bei der Zeremonie bekommen sie eine  Roadmap überreicht. Die legt fest, welche UNESCO-Jugendprojekte Seventeen in Zukunft unterstützen soll.

Seventeen gehört zu den beliebtesten K-Pop-Bands überhaupt. Letztes Jahr verzeichneten sie nach US-Superstar Taylor Swift die zweithöchsten Einnahmen in der globalen Musikbranche. Ihre Songs wurden beim Streamingdienst Spotify milliardenfach abgerufen, der Videoclip zu ihrem Hit "Don't Wanna Cry" hat bei Youtube mehr als 275 Millionen Aufrufe.

Offener Brief für Brandmauer gegen Rechts

Es ist eine lange Namensliste von deutschen Promis - sie alle haben einen offenen Brief an die Vorsitzenden von Union, SPD, Grüne, FDP und den Linken unterschrieben. Mit dabei sind auch Deichkind, Ebow und Chefket. Die Unterzeichner fordern, die Brandmauer zu Rechtsextremen auf allen politischen Ebenen durchzusetzen.

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Nach der Europawahl ist vor den Landtagswahlen in drei ostdeutschen Bundesländern im September. Dutzende Prominente fordern keine Zusammenarbeit mit rechtsextremen Parteien zu dulden und diese notfalls zu sanktionieren.

"Wir fordern von allen demokratischen Parteien Klarheit: Kompromisse und Mehrheiten sollten zwischen demokratischen Parteien errungen werden – selbst wenn die Meinungen oft weit auseinander gehen. Nie wieder sollten Rechtsextreme Macht über politische Entscheidungen haben und sei die konkrete Frage auch noch so klein." Aus dem Brief der Kampagne "#bleibtstabil gegen Rechtsextremismus"

Gerade auf kommunaler Ebene kommt es immer wieder vor, dass Parteien für Anträge der AfD stimmen oder dass Vorschläge nur eine Mehrheit durch die AfD erhalten. Die Unterzeichner des offenen Briefs erwarten von den Parteivorsitzenden Unvereinbarkeitsbeschlüsse auch auf kommunaler und Landesebene. Die Brandmauer müsse von der lokalen bis zur europäischen Ebene gelten.

Dahinter steckt das Bündnis "Hand in Hand", das nach dem Bekanntwerden des Geheimtreffens von Rechtsextremisten in Potsdam viele Demos gegen rechts mitorganisiert hat. Eine Sprecherin schlägt vor: Bei Sachthemen sollten im Zweifel die anderen Parteien den Antrag der AfD selbst noch mal stellen, wenn man ihn für sinnvoll betrachtet. Sie sagt: "Man muss demokratische Politik unter Demokraten ausmachen und darf sich nicht mit solchen Kompromissen austricksen lassen".

 Mehr Infos zum Brief gibt´s unter bleibt-stabil.de

Sängerin Françoise Hardy mit 80 verstorben

Françoise Hardy litt seit 20 Jahren an unterschiedlichen Krebserkrankungen und sprach schon vor Jahren offen über den Tod. Im vergangenen Jahr sagte sie der Zeitschrift Paris Match mit Blick auf ihren verschlechterten Gesundheitszustand, sie wolle "bald und schnell gehen, ohne zu große Prüfungen".

"Nichts. All die Fehler, die ich gemacht habe, gehören zu meinem Leben. In der Jugend denkt man nicht vernünftig und das ist auch gut so. Ich hatte ein tolles Leben." Françoise Hardy auf die Frage, was sie im Rückblick an ihrem Leben ändern würde (2018 ZEIT-Magazin)

Ihren Tod gab ihr Sohn gestern (11.06.24) auf sozialen Netzwerken bekannt.

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Mit 18 Jahren hatte sie ihren Durchbruch mit der Single "Tous les garçons et les filles" - das war 1963. Sie begründete damit die sogenannte Yé-Yé-Generation. Es war der Beginn der Post-Chanson-Ära, eine Art französische Version des aufkommenden Rock'n'Roll aus den USA und Großbritannien. Von Anfang an schrieb sie ihre Songs selbst, eine absolute Ausnahme in der damals von Männern dominierten Popwelt. Ihr Markenzeichen war ein melancholischer, verträumter Gesang, begleitet von aufgelösten Gitarrenakkorden. Ihre Songs nahm sie selbst in London mit den besten Studiomusikern auf, darunter Led Zeppelin-Gitarrist Jimmy Page. Sie war schon in jungen Jahren erstaunlich international, sang auch mal auf Englisch und Deutsch, experimentierte mit Bossa Nova. In den Neunzigern arbeitete sie mit Iggy Pop und Blur zusammen.

David Bowie erklärte, er sei unsterblich in sie verliebt und fügte hinzu: "Nicht nur ich, viele andere Männer und Frauen auch." Bob Dylan schrieb Liebesgedichte über sie und Mick Jagger bezeichnete sie als "die ideale Frau". Doch die Bewunderung galt nicht nur ihrem natürlichen Aussehen. Françoise Hardy war eine wahre Stilikone. Sie spielte in zahlreichen Filmen der 60er und 70er Jahre mit und war die Muse berühmter Designer wie Paco Rabanne und Yves Saint Laurent. Wer bei Pinterest "French Girl Style" eingibt, findet Bilder, die an ihren Stil erinnern: Jeans, Trenchcoat, mal Lederjacke, weite Blusen mit Perlenschmuck. Kein Zahnpastalächeln, sondern ein ernster, etwas verschmitzter Blick.

Berwyn mit a cappella Rap an die UK-Einwanderungsbehörde

Berwyn kennen wir eigentlich als Bändiger der Beats, aber jetzt gibt es ungewöhnlich leise Klänge von UK-Hip-Hop-Star. Ein a cappella Stück, ein Rap ohne Instrumental, fast so, als würde Berwyn damit sagen: die Beats sollen nicht ablenken. Es geht um Einwanderung in Großbritannien, Berwyn richtet sich in seiner neuen Single "Dear Immigration" direkt an die britische Einwanderungsbehörde.

Der Track wirkt wie ein Brief, in dem Berwyn sein Herz ausschüttet, er rappt, dass sein Anwalt ihm geraten habe, er solle der Einwanderungsbehörde seine Situation erklären. Die Behörde habe seine Rechte genommen, rappt er, und dann alles Andere auch noch: sein Lächeln, seine Hoffnung, seine Mama, die sie weggesperrt hat.

Bewegende Zeilen von Berwyn, die alle auf wahren Begebenheiten beruhen, das ist ihm persönlich tatsächlich passiert. Mit neun Jahren ist Berwyn, mit vollem Namen Berwyn Du Bois, mit seiner Mutter von Trinidad nach Großbritannien ausgewandert. Die musste aufgrund ihres Immigrantinnen-Status und ihrer Drogensucht in England ins Gefängnis.

Um von der Straße zu kommen, kaufte Berwyn in dieser Zeit ein Auto und schlief auf der Rückbank. Die Einwanderungspolitik Großbritanniens beeinflusste sein Leben sehr lange sehr stark. Und häufig auch seine Musik – aber noch nie so emotional wie in "Dear Immigration". Dazu gibt es auch ein Video, in schwarz-weiß gehalten sieht man Berwyn in weißem Unterhemd, allein vor einem weißen Hintergrund, er rappt und blickt direkt in die Kamera.

Mit dem Clip und Single-Release hat Berwyn auch gleich sein Debut-Album angekündigt. "Who Am I" kommt am 12. Juli und ist das erste richtige Album von Berwyn nach zwei Mixtapes 2020 und 2021. Der Titel verrät es schon: "Who Am I" ist Berwyns Identitätssuche, die vorherige Single hieß auch schon demonstrativ "I Am Black". Das Album wird dann definitiv Beats haben.