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Global Pop News 24.05.2024

Live Nation/Ticketmaster verklagt

Stand: 24.05.2024, 12:42 Uhr

US-Justizministerium wirft größtem Livemusik-Konzern der Welt Monopolstellung vor | Neues Album "Grasa" von Nathy Peluso | "Rich Kids" auf Sylt: Rechtsextremes Gegröle zu Gigi D'Agostino Song | Neue Songs von Wa22ermann und Pashanim | Unsere News aus der Welt des Global Pop

Von Joyce Lee & Kai Brands

Das US-Justizministerium wirft dem wohl größten Livemusik-Konzern der Welt, Live Nation, vor, eine Monopolstellung in der Live-Event-Branche aufgebaut zu haben. Das Justizministerium behauptet, dass die Ticketplattform Ticketmaster und der Mutterkonzern Live Nation zusammen ein "illegales Monopol" bilden. Gemeint ist: Wer in den USA Tickets für große Konzerte kaufen will, muss dies über Ticketmaster tun. Das wiederum bedeute, dass Ticketmaster unter anderem die Macht habe, die Ticketpreise zu bestimmen und zusätzliche Gebühren zu erheben. Da sie kaum Konkurrenz hätten, würden sie ihre Plattform nicht aktualisieren, was beispielsweise zu Sicherheits- und technischen Mängeln führe. Außerdem missbrauche Live Nation seine Stellung durch Exklusivverträge und Drohungen gegenüber Wettbewerbern.

Die Kritik an Live Nation Entertainment gab es schon länger, aber sie spitzte sich zu, als die Fans für die Eras-Tour von Taylor Swift kaum noch Tickets bekamen. Der Ansturm war so groß, dass die Website von Ticketmaster immer wieder abstürzte und viele Fans leer ausgingen.

Live Nation besitzt mehr als 200 Konzerthallen und Arenen. Das Unternehmen hat mehr als 400 Künstler unter Vertrag. Zusammen mit Ticketmaster kontrolliert Live Nation daher ca. 80 Prozent des Ticketverkaufs für große Konzerte in den USA. Live Nation bezeichnet die Vorwürfe als "absurd".

Neues Album: "Grasa" von Nathy Peluso

Nathy Peluso ist ein Global-Pop-Star mit hunderten Millionen Streams und mehreren Millionen Social Media Follower*innen. Nun hat sie ihr neues Album veröffentlicht. "Grasa" ist spanisch und bedeutet auf Deutsch "fett" oder "klebrig", im argentinischen Slang "vulgär". Mit allen Bedeutungen verbindet Nathy Peluso etwas. Eine der vielen Erinnerungen, die sie mit dem Wort "fett" verbindet, ist, dass ihr Vater immer fettige Hände hatte, als sie klein war. Er arbeitete nämlich an einer Tankstelle. Für sie ist "Grasa" ein sehr poetischer und schöner Titel und ein Symbol für Menschen, die sich den Rücken krumm arbeiten. Soundtechnisch bewegt sich "Grasa" zwischen Rap, Salsa, Soul und ruhigen akustischen Melodien. Themen wie psychische Gesundheit stehen im Mittelpunkt. So geht es in "Aprender a amar" darum, sich selbst lieben zu lernen.

Nathy Peluso erzählt, dass sie sich seit ihrem Debütalbum 2020 sehr weiterentwickelt hat. Das passiere automatisch, wenn man ein künstlerisches Leben führe. Für sie sei es eine sehr intensive Zeit gewesen, erzählt sie dem US-amerikanischen Musikmagazin Billboard.

"Dieser Prozess war sehr schwer für mich. Ich hatte einige Krisen. Und das hat alles dazu geführt, dass ich auf 'Grasa' damit klarkommen muss, meine Gefühle zu teilen. Ich tendiere immer zur Fantasie und dazu, mir Szenarien auszudenken. Aber dieses Album handelt sehr stark von mir."

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Virales Sylt Video: "Rich Kids" mit rechtsextremem Gegröle

Der Clip zeigt junge feiernde Menschen auf Sylt in weißen Hemden und mit blauen Pullovern um den Schultern, die zum Gigi D’Agostino Song "L’Amour toujors" rechtsextreme Parolen grölen, die sich vor allem gegen Menschen richten, die vermeintlich als nicht "deutsch" gelten. Einer macht einen Hitlergruß und deutet den Hitlerbart an. Das Video ging ausgerechnet gestern online - dem Tag, an dem das deutsche Grundgesetz 75 Jahre alt wurde.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Song für solche Parolen genutzt wurde: Der Song "L’Amour toujours" von Gigi D‘Agostino wurde in der letzten Zeit immer wieder von Rechtsextremen, zum Beispiel in Discos, gekapert. Rupert Grübl, Leiter der bayerischen Landeszentrale für politische Bildung, hat dem Bayerischen Rundfunk gesagt, dass es eine neue Strategie der Rechten sein dürfe und so junge Leute mit diesem Gedankengut konfrontiert werden. Gigi D’Agostino hat sich bisher nicht dazu geäußert.

Schauspielerin und Sängerin Jasmin Shakeri schreibt auf Instagram: "Wie sehr mir diese homogenen Gruppen schon immer zuwider waren." Den Post repostete Haftbefehl mit: "Welcome 2 Almanya". Rapper Chefket geht mit dem Clip sehr zynisch um: "Ganz normal. Ich weiß gar nicht, was ihr habt. Es hat doch bestimmt schon jeder den Hitlergruß gezeigt, wenn er besoffen war." Rapper Apsilon schreibt in seine Story: "Wann Sylt mit Gang reingehen und Champagnerflaschen auf deren Kopp hauen."

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Das Lokal, um dessen Gäste es sich möglicherweise handeln könnte, distanziert sich von ihnen. Sie seien "tief schockiert", schreiben die Betreiber des Lokals Pony auf Sylt in einem Beitrag auf Instagram. "Wir distanzieren uns von jeder Art von Rassismus und Diskriminierung." Die Teilnehmer der Gruppe bekämen Hausverbot. 

Der Staatsschutz der Staatsanwaltschaft in Flensburg ermittelt wegen Volksverhetzung und Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen - es ist nicht das erste Mal, dass der Song für rechte Parolen genutzt wird. Der Musikverlag, der die Rechte am Original Track hat, sitzt in Hessen und hat Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Verschiedene Clubs und DJs wollen den Song erstmal nicht spielen. Das Festival "Krach am Bach" verbietet den Song.

"TNs": Neuer Song von Wa22ermann

Wa22ermann gehört seit einigen Jahren zu den spannendsten Artists der neuen Generation im deutschen Rap. Seit ein paar Jahren releast die Kreuzberger Rapperin immer wieder vereinzelt Songs. Anfang 2023 gab es ihre Debüt-EP "07:30" mit fünf Tracks über exzessive Berliner Nächte. Zuletzt war sie in diesem Jahr auch auf dem gefeierten mysteriösen Deutschrap-Projekt "Believe in Gerda", bei dem viele der talentiertesten Hip-Hop-Artists versammelt sind. Mit ihrem neuen Song "TNs" zeigt Wa22ermann erneut, was sie drauf hat. Sie bezieht sich darin aufs gleichnamige Sneaker-Modell – Style als Lebensgefühl, Statussymbol und Ablenkung.

Pashanim kündigt mit "Mittelmeer" Debütalbum an

"Mittelmeer" heißt der neue Song, mit dem Pashanim den nächsten Sommerhit landen könnte, so wie er es in vergangenen Jahren mit seinen Hits "Airwaves" und "Sommergewitter" schon gemacht hat. Beide Songs steuern mittlerweile auf die 200-Millionen-Streams-Marke zu. Da braucht "Mittelmeer" natürlich noch ein bisschen. Mit catchy Hook schwelgt der Rapper aus Berlin-Kreuzberg in dem Song mit leicht betrübtem laid-back Vibe in Erinnerungen an einen Italien-Reise und einer erloschen scheinenden Beziehung. Entsprechende Bilder sind auch im dazugehörigen Musikvideo zum Song zu sehen.

Fans des Rappers sind neben neuer Single vermutlich doppelt happy, denn mit dem Song hat Pashanim sein Debüt-Album angekündigt. Bislang gab es in den letzten Jahren so einige Songs und zwei EPs. Eine gewissen Exklusivität begleitet Pashanim seit jeher - Keine Interviews, keine Promo, spontane Release-Ankündigungen. Pashanims letzte EP hieß "Tage vor 2000". Der Titel war jetzt offenbar auch als eine Art Countdown zu verstehen. Denn in rund drei Wochen soll das Album mit dem Titel "2000" folgen. "14 Songs, auf denen er mehr über sich, sein Umfeld und die Geschehnisse der vergangenen Jahre preisgibt als bisher", heißt es in einem offiziellen Statement.