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Sevdaliza

Global Pop News 22.05.2024

Bewegender Post von Sevdaliza über ihre Flucht und Gesundheit

Stand: 22.05.2024, 11:08 Uhr

Sevdaliza schildert ihre Flucht aus dem Iran | Polar Music Prize für Nile Rodgers | Bobi Wine zieht Petition bei Menschenrechtskommission zurück | Feierlichkeiten rund um 100 Jahre Charles Aznavour | Unsere News aus der Welt des Global Pop

Von Joyce Lee

Die iranisch-niederländische Musikerin erzählt erstmals in einem Instagram Post, dass ihre Fluchtgeschichte sie bis heute gesundheitlich belastet. Während des Ersten Golfkriegs zwischen Irak und Iran floh Sevdaliza als Fünfjährige mit ihren Eltern aus dem Iran in eine Kleinstadt in den Niederlanden. Bis heute funktioniere ihr Nervensystem nicht normal und sie habe chronische Schmerzen, schreibt sie. Denn im Alter von einem Jahr wäre sie immer wieder von Bomben im Schlaf gestört worden. Sie hätte Geräusche gebraucht, um zur Ruhe zu kommen. Mit sieben Jahren war sie in einem Heim für Geflüchtete und hätte ihre Leidenschaft für Musik entdeckt. Sevdaliza hätte Kisten und Ordner voller Rap Platten durchstöbert, CDs mit Underground Punk gesammelt, zuhause persische Musik gehört und sei in Clubs auf Gabber Raves gewesen, also Hardcore Techno. Musik helfe ihr dabei, sich zu verändern und zu heilen, schreibt Sevdaliza.

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Polar Music Prize für Nile Rodgers

Der Music Polar Prize gilt als einer der international renommiertesten Musikpreise und kann als der Nobelpreis der Musik in Schweden beschrieben werden. Nile Rodgers wurde jetzt in Stockholm damit ausgezeichnet. Bekannt wurde Nile Rodgers durch verschiedene Projekte, wie zum Beispiel mit seiner Band Chic. Außerdem hat er als Produzent für Sister Sledge geschrieben, eine US-amerikanische Soul- und Funk Gesangsband aus vier Schwestern. In den 70ern schrieben sie Welthits, wie "We Are FamilyW. Er arbeitete unter anderem auch mit David Bowie, Madonna und Daft Punk. Bis heute bringt er als Feature Gast den Disco- und Funk Vibe, oftmals an der Gitarre, mit. So war zum Beispiel an einigen Songs auf Daft Punks Erfolgsalbum "Random Access Memories" beteiligt.

Bei der Dankesrede dankte Nile Rodgers seinen Supportern, allen voran seinem Gitarrenlehrer und Jazz Gitarristen Ted Dunbar. Sie stritten sich einmal über den Song "Sugar Sugar". Sein Lehrer fand die Komposition großartig. Nile Rodgers aber nicht und wollte wissen, warum sein Gitarrenlehrer den Song schätzt:

"Er hat mich hinten am Kopf gehalten, hat mir in die Augen geguckt und gesagt: 'Weil es die Seelen von Millionen unbekannten Menschen anspricht'." Nile Rodgers

Von da an hätte Nile Rodgers verstanden, was es bedeutet, ein Künstler zu sein: "Artists erschaffen etwas, was tief in ihnen drin ist, und geben es an Leute, die sie höchstwahrscheinlich nie treffen werden." Nile Rodgers wurde dann emotional. Zwei Wochen später habe er den Charthit "Everybody Dance" geschrieben. Er war so wie der Song, den er zuvor kritisiert hatte.

Bobi Wine zieht Petition bei Menschenrechtskommission zurück

Der Musiker und Politiker Bobi Wine gilt für viele als der inoffizielle Präsident der einfachen Leute. Er zog nun nach einer Diskussion eine Petition zurück, die er zuvor Dezember 2018 bei der ugandischen Menschrechtskommission eingereicht hatte. Es geht in der Petition um eine Beschwere: Sicherheitsbehörden hätten mehr als zwanzig seiner Konzerte aufgehalten und jegliches Musikequipment wäre konfisziert worden. Das hätte dazu geführt, dass etliche Leute ihre Job verloren hätten und er sein Recht auf freie Meinungsäußerung nicht wahrnehmen konnte. In einer Anhörung warf Bobi Wine der Vorsitzenden der ugandischen Menschenrechtskommission, Mariam Wangadya, vor, dass sie parteiisch wäre. Er verstehe nicht, warum es mehr als fünf Jahre dauere, bis eine Beschwerde angehört wird. Währenddessen wären weiterhin Menschenrechtsverletzungen an seinen Anhängerinnen und Anhängern begangen worden. Er spricht unter anderem von Mord und Entführung. Die Täter würden noch frei herumlaufen.

Mariam Wangadya, die Vorsitzende des ugandischen Menschenrechtskommission, findet Bobi Wine Aussagen unangebracht und bedauerlich. Sie sagt, dass die ugandische Menschenrechtskommission konsequent Maßnahmen ergriffen hätte, um jeder gemeldeten Menschenrechtsbeschwerde nachzugehen. Die Anhörungen mit Bobi Wine würden laufen, und zum zweiten Mal verhandelt, nachdem die erste verschoben wurde, weil Bobi Wine nicht da gewesen sein soll. Bobi Wine wiederum sagt, dass er nie die Gelegenheit hatte, zu sprechen. 

Feierlichkeiten rund um 100 Jahre Charles Aznavour

Die verstorbene Chansons-Legende Charles Aznavour wäre heute 100 Jahre alt geworden. Rund um diesen Tag gibt es aktuell einige Feierlichkeiten und Ehrungen. In seinem Geburtsland Frankreich finden bis zum Wochenende vor allem in Paris Konzerte zu seinen Ehren statt. Außerdem wird ein Teil eines Parks an der Champs Élysées nach ihm umbenannt und es soll Anfang Juni eine Briefmarke mit einem Bild von ihm erscheinen. Auch der französische Präsident gedenkt ihm heute (22.05.).

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Auch in Armenien wird der frühere Songwriter, Sänger und Schauspieler verehrt. Aznavours Eltern sind vor dem Völkermord an den Armenien nach Frankreich geflohen. Die armenische Zentralbank hat aktuell zum Beispiel 500 Sammel-Gedenkmünzen mit einer Charles-Aznavour-Abbildung herausgegeben. Die Armenische Botschafterin in Frankreich Hasmik Tolmajian gedenkt heute bei X an ihn mit einem Zitat von ihm, in dem es unter anderem heißt: "Ich fühle mich zu 100% armenisch und gleichzeitig zu 100% französisch."

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2018 ist Charles Aznavour im Alter von 94 Jahren gestorben und hat bis dahin viel erlebt und erreicht. Er wurde 1924 in armen Verhältnissen in Paris geboren. Dort ist er aufgewachsen und hat den Zweiten Weltkrieg miterlebt. Seine Karriere als Chansonnier verlief anfangs schleppend, auch aufgrund seiner rauen und leicht nasalen Stimme. Er war rund 1,60 Meter groß und es wurde sich gerade am Anfang seiner Karriere oft über ihn lustig gemacht. Das legte sich. Er lieferte weltweit Hits, die er dann auch auf mehreren Sprachen aufnimmt. Er war gleichzeitig Schauspieler, später auch armenischer Botschafter in der Schweiz. Insgesamt hat er über 1.000 Lieder aufgenommen. Im Oktober soll ein neues Biopic über das bewegende Leben von Charles Aznavour erscheinen.

Seine Musik hatte auf jeden Fall international großen Einfluss, der auch bis heute in Stücke einfließt. Songs von ihm wurden beispielsweise oft gesampled, wie zum Beispiel "Parce que tu crois" von 1966.

Das instrumentale Intro mit den Bläser-Akzenten lieferte heruntergepitcht und geloopt den Beat für Songs wie "What’s The Difference" von Dr. Dre, Eminem & Xzibit oder "Breathe" von Blu Cantrell & Sean Paul. Auch Eko Fresh und Cro arbeiteten mit dem Sample. Bis ins hohe Alter hat er noch Musik gemacht und ist aufgetreten. Mit der bekannten französischen Jazz- und Pop-Sängerin Zaz hat er mit "J’aime Paris au mois de mai" zum Beispiel einen seiner vielen Hits neu aufgenommen.