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Global Pop News 15.02.2024

Artists für Israel beim ESC

Stand: 15.02.2024, 11:15 Uhr

Hunderte Künstler fordern in einem offenen Brief, dass Israel nicht vom ESC ausgeschlossen wird | Maeckes mit einem "Liebesbrief von der f" | Nia Archives kündigt Debütalbum an | Unsere News aus der Welt des Global Pop!

Von Bamdad Esmaili

Im Mai findet wieder der Eurovision Song Contest statt. Diesmal in Malmö in Schweden. Gerade in Nordeuropa gab es in den letzten Wochen immer wieder Initiativen, die gesagt haben: Israel soll wegen des Gaza-Krieges vom ESC ausgeschlossen werden. Jetzt kommt die Antwort: Hunderte Künstler fordern in einem offenen Brief, dass Israel NICHT ausgeschlossen wird. Unter ihnen ist zum Beispiel Boy George. Der britische Musiker hat den Brief zusammen mit über vierhundert anderen Künstlern aus der Musik- und Showbranche an die ESC-Veranstalter geschickt. Mit dabei sind auch Sharon Osbourne oder Gene Simmons von der Rockband KISS. Er wurde als Sohn einer Holocaust-Überlebenden in Israel geboren. Simmons schreibt: "Musik verbindet Menschen unterschiedlicher Herkunft. Sie ist die einzige Sprache, die jeder versteht. Es ist eine wunderbare Sache und ein großartiger Weg, Menschen zusammenzubringen."

Das Ganze wurde gerade erst ins Leben gerufen, nachdem zuvor viele Künstler aus Schweden und Finnland dazu aufgerufen hatten, Israel vom ESC auszuschließen. Denn diese Stars aus Schweden und Finnland waren der Meinung, dass die Teilnahme Israels "den Geist des Wettbewerbs untergräbt". Die schwedischen Künstler sprachen von "Heuchelei angesichts der humanitären Krise in Gaza".

Als Reaktion darauf heißt es in dem Brief unter anderem: "Wir waren schockiert und enttäuscht, als wir sahen, wie einige Mitglieder der Unterhaltungsindustrie den Ausschluss Israels vom Wettbewerb forderten, weil es auf das größte Massaker an Juden seit dem Holocaust reagiert hat. Unter dem Deckmantel tausender Raketen, die wahllos auf die Zivilbevölkerung abgefeuert wurden, hat die Hamas unschuldige Männer, Frauen und Kinder ermordet und entführt."

Künstleranager Scooter Braun sagt: "Musik ist ein Ort der Einheit, nicht der Trennung. Sie ist eine Sprache, die uns immer zusammenbringen sollte". Der Brief erinnert daran, dass Israel eine lange und geschichtsträchtige Tradition beim Eurovision Song Contest hat. Das Land war mehrmals Gastgeber und hat den ESC viermal gewonnen. Der Wettbewerb wird von der Europäischen Rundfunkunion EBU veranstaltet: Israel ist dabei.

Maeckes "Liebesbrief von der f"

Pünktlich zum gestrigen Valentinstag hat der Stuttgarter Rapper Maeckes einen "Liebesbrief von der Front" veröffentlicht. Genauer gesagt heißt der bewegende und dystopische Song "Liebesbrief von der f". Passend zur heutigen Zeit, in der immer wieder Hunderttausende gegen den Rechtsruck und für die Demokratie auf die Straße gehen. Der in der Nähe von Stuttgart geborene Maeckes rappt seit über 20 Jahren und ist vor allem als Mitglied der HipHop-Formation "Die Orsons" bekannt.

In dem Song "Liebesbrief von der f" beschreibt er das Szenario, dass er in den Krieg ziehen muss. Und dann schreibt er diesen Liebesbrief von der Front an eine Geliebte. Er schreibt ihn auf "ein Blatt Papier, weil er wie alle an der Front kein Handy mehr hat". Und weiter "wie konnte das nur passieren, wie sind wir hierher gekommen, ich vermisse dich so sehr". Maeckes sagte uns dazu: "Die Idee dieses Liedes ist es, durch Liebesbriefe eine Zukunftsversion zu zeigen, in der ein Krieg im eigenen Land ausgebrochen ist". Damit greift er gekonnt den Zeitgeist mit dem Gefühl der Angst vor Krieg auf - und auch die Frage, was aus Deutschland wird, wenn der Rechtsruck hier weitergeht. Auch Maeckes selbst schreibt auf Instagram: "Keine Macht den Nazis". Der Sänger Maxim schreibt unter den Post, dass dies die Arbeit eines Künstlers sei. Er meint: "Sehen, was war, was ist und was hoffentlich nie wieder sein wird - das ist Traumabewältigung". Rapper Chefket hält Maeckes für einen der letzten echten Künstler. Und Sängerin Annett Louisan schreibt: "Wow...bohrt sich ins Ohr und ins Herz".

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Nia Archives kündigt Debütalbum an

Die britische DJ und Produzentin Nia Archives hat ihre neue Single rausgebracht. Mit "Silence Is Loud" kündigt die Musikerin ihr Debütalbum an. Nia Archives macht Musik, die die Leute auf der Tanzfläche durchdrehen lässt: Techno, House und Drum and Bass, UK-Garage, sie benutzt aber auch Elemente aus HipHop und Soul. Sie ist erst 24, macht aber Musik, die wie aus den 90ern klingt.

Nia Archives lebt mittlerweile in London und ist in einer sehr musikalischen Familie aufgewachsen. Ihr Stiefvater war Rapper und hat sie mit HipHop in Berührung gebracht. Ihre Oma hat ihr Jungle vorgespielt. Das Produzieren hat sie bereits vor sieben Jahren im Rahmen eines Förderprogramms gelernt. Vor zwei Jahren hat sie den Mobo Award für  Best Electronic/Dance Act gewonnen und stand letztes Jahr bei der Newcomer Prognose der BBC auf Platz 3 – ein ziemlicher Ritterschlag. Jetzt hat Nia Archives bei Instagram angekündigt, dass ihr Debütalbum "Silence Is Loud" am 12. April erscheinen wird.

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