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Massive Attack

Global Pop News 06.12.2023

Massive Attack planen klimaschonendes Festival

Stand: 06.12.2023, 13:30 Uhr

Ein-Tages-Festival mit dem Namen "Act 1.5" | Björk freut sich über Rolle als Sprecherin in Pilz-Doku | Lil Wayne offenbar von Ex-Bodyguard angeklagt | Unsere News aus der Welt des Global Pop

Von Kai Brands

Die britischen Trip-Hop-Pioniere Massive Attack haben ein Ein-Tages-Festival mit dem Namen "Act 1.5" im Sommer nächstes Jahr in ihrer Heimatstadt Bristol angekündigt, das klimaschädliche Emissionen minimal halten soll. Die Möglichkeiten ein CO2-armes Festival umzusetzen seien da, sagt die Band. Mit dem Event wollen sie ein Beispiel aufzeigen, wie das gehen kann. So soll der benötigte Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammen, durch Solar-Anlagen vor Ort oder in gespeicherter Form. Essensstände sollen verpflichtet sein, auf lokale Produkte zu setzen und im Südwesten Englands soll nach dem Festival auch ein klimaresistenter Wald gepflanzt werden.

Der Hauptfaktor in puncto Klimaschädlichkeit bei Festivals bleibt aber die Mobilität. Explizit geht es um die Mobilität der Besuchenden. Die Organisierenden sprechen von 65-85 Prozent der Emissionen durch solche großen Show-Events. Letztes Jahr wurden zum Beispiel Konzerte von Seeed in Berlin wissenschaftlich begleitet. Bei der auswertenden Studie "Plant A Seeed", die dieses Jahr veröffentlicht wurde, kam u.a. raus, dass die An- und Abreise der Besuchenden 88 Prozent der klimaschädlichen Emissionen ausmachte. Massive Attack zum Beispiel wollen deshalb Besuchenden aus der Region Vorrang bei Tickets gewähren. Dadurch bliebe die An- und Abreise kurz. Außerdem sollen alle ermutigt werden, mit der Bahn anzureisen. Ob das zum Beispiel mit einem integriertem ÖPNV-Ticket in der Festivalkarte passieren soll, ist noch nicht klar.

Massive Attack gelten als prominente Vorreiter im Kampf der Musikbranche gegen die Klimakrise und befassen sich schon seit mehreren Jahren mit dem Einfluss der Musikbranche in der Klimakrise. 2019 gaben sie bekannt, ihren ökologischen Fußabdruck in Zusammenarbeit mit dem britischen Tyndall Centre For Climate Change Research messen zu lassen und z.B. nur noch mit dem Zug durch Europa touren zu wollen. Daraus ist später eine "Roadmap" mit Erkenntnissen für die Live-Musikindustrie entstanden. Massive Attack sind auch für politische Aktionen und Statements bekannt. Sie haben z.B. gegen den Brexit demonstriert und sich für ukrainische Opfer durch den russischen Angriffskrieg eingesetzt. Seit Jahren gelten sie wie viele internationale Artists auch als Unterstützer der umstrittenen BDS-Bewegung. In einem offenen Brief mit weiteren Artists mit Blick auf die humanitäre Lage in Gaza Mitte Oktober hatte Massive Attack’s Robert Del Naja jede Art von Gewalt gegen Zivilist:innen verurteilt.

Das geplante Event im kommenden Jahr ist Massive Attacks erstes Konzert im UK seit fünf Jahren. Neben der Band selbst sollen weitere noch nicht bestätigte "Special Guests" auf der Bühne stehen. Letztes Jahr mussten sie Konzerte aus Krankheitsgründen absagen. Vergangenen Monat war der Gitarrist der Band Angelo Bruschini im Alter von 62 Jahren nach einer Lungenkrebserkrankung gestorben.

Björk

Björk freut sich über Rolle als Sprecherin in Pilz-Doku

Die isländische Global-Pop-Musikerin Björk hat offensichtlich froh angekündigt, dass sie die Sprecherin in einer neuer Doku über Pilze ist. Entsprechend heißt die Doku im englischen Originaltitel: „Fungi: Web of Life“. Darin soll es darum gehen, wie Pilze im Allgemeinen das Leben auf der Erde über Milliarden Jahre beeinflusst haben. Im Trailer zur Doku sagt Björk zum Beispiel: „Wenn uns Pilze eine Sache erzählt haben, dann dass die, die sich anpassen können, überleben können.“ Menschen sollten also von ihnen lernen, heißt es weiter. Es geht um die hohe Relevanz von Pilzen fürs Ökosystem, aber auch ihre Bedrohung zum Beispiel durch Waldrodung. Zu sehen gibt es u.a. viele Zeitraffer-Aufnahmen von Pilzen. Für Björk sei es ein heimlicher Traum gewesen Erzählerin in einer Natur-Doku zu sein, schreibt sie.

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Auch auf ihrem aktuellen Album „Fossora“ geht es um Pilze. Das sieht man auf dem Albumcover und es ist auch textlich zu hören. Sie selbst hat die Musik als „Biological Techno“ bezeichnet. Björk hat sich in der Vergangenheit regelmäßig für Natur- und Klimaschutz eingesetzt. Sie hat sich auch immer wieder mal zu politischen und gesellschaftlichen Themen geäußert. Zuletzt hat sie auch mit einem Post mit einer umstrittenen Karte zum Nah-Ost-Konflikt für Irritationen gesorgt. Björk ist seit den 90ern eine der international bekanntesten Solo-Artists im Global Pop. Sie ist für ihren experimentellen Stil und besonderen Gesang bekannt. Ab Januar soll sie dann als Naturdoku-Erzählerin zu hören sein.

Lil Wayne offenbar von Ex-Bodyguard angeklagt

US-Rapper und fünffacher Grammy-Preisträger Lil Wayne soll offenbar von seinem ehemaligen Bodyguard angeklagt worden sein. Das berichten verschiedene US-Medien wie u.a. das Musikmagazin Rolling Stone, denen die Gerichtsunterlagen vorliegen sollen. Demnach soll Lil Wayne den Mann vor zwei Jahren bei einem Streit in Lil Waynes Haus in Kalifornien mit einem Gewehr bedroht und dann mit der Faust aufs Ohr geschlagen haben. Er soll seitdem psychisch sehr darunter leiden und in Behandlung gewesen sein und dadurch Verdienstausfälle haben. Den Berichten zufolge soll er Schadensersatz und Schmerzensgeld fordern. Eine öffentliche Reaktion vom Rapper gibt es bislang noch nicht.

In der Vergangenheit war Lil Wayne wegen illegalen Waffenbesitzes angeklagt worden. 2010 ist er deshalb zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Ende 2020 hat er sich erneut schuldig bekannt und sorgte damit für Schlagzeilen. Eine goldene Pistole und Munition ist im Jahr davor in Florida bei ihm im Privatjet gefunden worden und ihm drohte eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren. Im Januar 2021 wurde er vom damaligen US-Präsidenten Donald Trump als einer von 70 Menschen kurz vorm Ende von dessen Amtszeit begnadigt.