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Erbin der Evora

Lura singt

Lura

Erbin der Evora

Höchste Weihen hat sie schon von Cesaria Evora selbst empfangen, die sie in ihren Backgroundchor geholt hat. Doch sie gehört zu jenem Kreis kapverdischer Sängerinnen, die die Begrenzungen auf die einstmaligen Nationalgenres Morna und Coladeira aufgehoben haben. Lura ist nicht nur Erbin der Evora, sondern hat sowohl verschüttete, schwarzafrikanische Traditionen des Archipels als auch Popvokabular in eine neue souveräne kreolische Musik gebündelt.

Im Lissabonner Exil wird sie 1975 geboren, die Eltern kommen von den Inseln Santiago und São Nicolau und interessieren sich für die herkömmlichen Morna-Klänge aus der Heimat. Als Tänzerin verdingt sie sich, wird dann in der afrikanischen Szene der Stadt von einem Sänger namens Juka zu einem Zouk-Duett eingeladen. Das Ding wird ein Hit und andere Namen wie Bonga oder Tito Paris klopfen für Kooperationen an.

Süßlicher Zouk für den Dancefloor

Ihr erstes Album ist das typische Ergebnis des kreolischen Lissabon- Sounds: Süßlicher Zouk für den Dancefloor. Auch ihr zweites Album ist eher abgeschnitten von ihren eigenen Wurzeln: Zum Zouk tritt ein R&B US-amerikanischer Prägung, englische Texte dominieren. Doch es gibt erste Anzeichen für eine Hinwendung zur Heimat, mit zwei Kompositionen des aufstrebenden Talents Tcheka. Und auf "Di Korpu Ku Alma" bricht sich die neue Música Criolu der Lura mit dem Autor Orlando Pantera freie Bahn: Afrikanische Rhythmen, wie der Batuku, Tabanka oder Funaná sind zu hören, lange verboten durch die Kolonialherren. Die Themen sind vielfältig, sowohl ländlich als auch urban: Lura setzt den Waschweibern von Santiago ein Denkmal, äußert aber auch beißende Kritik an der gesundheitsschädlichen Behandlung von Afro-Haaren. Geige, Cello und akustische Gitarre sind gleichberechtigt neben den Instrumenten einer Rockband. Auch wenn Lura auf ihrem nächsten Streich "M`Bem Di Fora" einen nicht mehr ganz so packenden Songzyklus entwirft, gehört sie unbestritten zu den wichtigsten jungen Stimmen des Archipels - und ist mit ihrer fulminanten, sexy Bühnenpräsenz vielleicht der derzeit überzeugendste Live-Act Cabo Verdes.

Diskografie
M’Bem Di Fora (Sony BMG, 2007)
Di Korpu Ku Alma (Lusafrica, 2005)
In Love (Lusafrica, 2002)
Nha Vida (1996)

Stand: 23.05.2013, 11:58