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Kraftklub - Ich will nicht nach Berlin

Fela Kuti

Fela Kuti auf der Bühne

Der Erfinder des Afrobeat

Fela Kuti

Fela Kuti, geboren am 15. Oktober 1938 in Abeokuta (Nigeria), ist der bekannteste Afro-Funk Musiker des afrikanischen Kontinents. Das enfant terrible der nigerianischen Musik erfand Ende der 1960er eine neue und geniale Stilmischung.

Jazz à la Miles Davis, der Soul eines James Brown und Pop-Instrumente trafen auf die Rhythmen und Gesänge seines Yoruba-Erbes und das geniale Schlagzeugspiel seines Drummers Tony Allen - die Mischung taufte er Afrobeat: Ein riesiger Erfolg in Afrika, Europa und vor allem in Amerika, wo zum ersten mal ein afrikanischer Künstler den Durchbruch schaffte.
Eben wegen der musikalischen Erfolge, die Kuti mit seiner Bigband Africa 70 hatte, bekam er Probleme mit der nigerianischen Diktatur. Seine Texte und seine Beliebtheit waren für die Regierenden eine Bedrohung, die mehrmals sein Anwesen zerstörte. 1975 gab er sich als zweiten Namen Anikulapo ("Der Jäger, der den Tod mit magischen Amuletten in Schach hält").

Republic of Kalakuta

Unter Druck verließ Fela Kuti 1979 seine "Republic Of Kalakuta" (als Provokation erklärte Fela seine Republic zur einzigen Freien Republik des Landes), um nach Ghana zu flüchten, und nahm dabei seine Band und seine insgesamt 27 Ehefrauen mit. Zwei Jahre später kehrte er in ein zivil regiertes Nigeria zurück und gründete eine neue Band unter dem Namen "Egypt 80", rief zudem seine eigene politische Partei MOP (Movement Of People) ins Leben. Alben wie "Black President", "Original Sufferhead" oder "Unnecessary Beginning" sorgten für Furore und viel Kritik in der Gesellschaft. 1984 saß Fela Kuti erneut für fünf Jahre im Gefängnis, angeblich wegen Devisenvergehen. Er kam jedoch zwei Jahre später frei.

"Meine Ideen können Afrika retten"

Seine Musik und seine Texte sind immer noch Diskussionsthema. Er selbst sagte: "Meine Ideen können Afrika retten" (LP "Army Arrangement"). Seine letzen Alben "Odoo" (1990), "Underground System" (1990), "Black Man´s Cry" (1992) und "Los Angeles Sessions" (1993) fanden großen Anklang in Europa und Amerika und gaben ihm den Status des größten afrikanischen Künstlers überhaupt. Leider konnte Fela Kuti nicht mehr von seiner Arbeit profitieren: Er starb am 3. August 1997 an einem durch Immunschwäche bedingten Herzversagen. Sein Sohn Femi führt das Erbe des Afrobeats fort und hält auch die Tradition des "Shrine", der Begegnungs- und Konzertstätte der Bands von Fela, weiterhin hoch.

Diskografie:

  • Unnecessary Beginning (1982, Makossa)
  • I Go Shout Plenty (1988, Afrodisia)
  • Beats Of No Nation (1989, Eurobond Records)
  • Odoo (1990, Eurobond Records)
  • Underground System (1992, Stern's Africa)
  • Black Man's Cry: Classic Fela (1991, Shanachie)
  • Music Is The Weapon (2007, Wrasse Records)
  • B.B.C.: Big Blind Country (2010, Yoruba Records)
  • Live In Detroit 1986 (2012, Strut)
  • The Best Of The Black President (2013, Knitting Factory Records)

Stand: 19.08.2021, 19:13