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Am Anfang war die Schnapsidee

Kumbia Queers live beim Juicy Beats Festival 2013

Kumbia Queers

Am Anfang war die Schnapsidee

Die Kumbia Queers sind eine sechsköpfige Frauenband aus Argentinien und Mexiko, die Punkrock mit einer queeren Lebensart und Cumbia verbindet.

Die Bandgeschichte der Kumbia Queers beginnt im Jahr 2007 in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Die mexikanische Sängerin Ali Gua Gua, sowie ihre fünf argentinischen Kolleginnen sind allesamt seit Jahren Punkrockerinnen. Sie sind von der Szene gelangweilt und stecken in einer schöpferischen Krise. Doch eines Nachts kommt ihnen in Bierlaune der Geistesblitz dem eigestaubten Punk-Alltag einen neuen tropischen Geschmack beizumischen: Die Cumbia. Allerdings wollen sie weder die klassische kolumbianische Spielart imitieren, noch die sexistische Ghetto-Variante der argentischen Vorstädte- die Cumbia Villera- spielen. Nein, ihr Konzept soll queer und trashig sein, Punkrock Livestyle mit volkstümlichem Kitsch verbinden und "1000% Tropipunk" heißen.

Kumbia nena!

Das Debut Kumbia nena! wird in Rekordzeit aufgenommen und erscheint noch im selben Jahr. Die Titel sind zumeist Coverversionen von Madonna, Nancy Sinatra, The Cure oder den Ramones. Aus Madonnas "La Isla bonita" wird "La Isla con chicas", die "Insel voller Mädchen". Die ewig-zornige und jugendliche Punk-Attitüde wird durch Sinnlichkeit, Spaß und Ironie ersetzt. Die Kumbia Queers machen Lieder von Mädchen für Mädchen. Der eigene Freundeskreis erklärt die Frauen zwar für verrückt, aber der Erfolgt gibt ihrem Konzept Recht. Schnell gewinnt die Band einen Fan- Kreis in ihrer Heimat und bespielt neben den gängigen Underground-Hotspots auch schon mal einen argentinischen Frauenknast oder ein chilenisches Altenheim. 2010 werden die Kumbia Queers auf das Vive Latino-Festival nach Mexiko- City eingeladen und spielen vor Zigtausenden auf dem zentralen Zócalo.

Im Fahrtwind des Cumbia-Booms

2010 erscheint das zweite Album La Gran Estafada Del Tropipunk (Der Große Tropipunk-Betrug).Es ist das Jahr als Cumbia sowohl in der Worldmusic-Community als auch in der elektronischen Szene einen weltweiten Hype erlebt. Im Fahrtwind des Cumbia-Booms werden die Chicas von Unterstützern nach Europa eingeladen und können zahlreiche Festivalauftritte absolvieren. Die Bühnenshow der trashig verkleideten Spaß-Guerilleras lässt kein Bein stillstehen und kein Auge trocken. Die Cumbia Queers rocken, fetzen und animieren ihr Hausbesetzer-Publikum zum queeren Hüftschwung. Die Links-Bürgerliche Tagespresse ist entzückt und verhilft der Band mit ihrer Berichterstattung zu ausgedehnten Tourneen in den Folgejahren. Zwei Jahre später erscheint das dritte Album Pecados Tropicales (Tropische Sünden). Als Mentor steht der Band dabei Pablo Lescano von Damas Gratis zur Seite. Er gilt als der Vater der Cumbia Villera und ist in Argentinien eine Legende. Die Sängerin Ali Gua Gua sagte nach den Aufnahmen, es sei so als ob einem Maradona gezeigt hätte wie man Fußball spielt. Das Ergebnis sind 15 satte und vor allem selbstkomponierte Cumbia-Nummern, die den Tropipunk auf ein professionelles Level heben. Erstmals ist da wo "Kumbia" draufsteht auch wirklich "Cumbia" drin. Natürlich nach wie vor mit einer satten Portion ironischer Texte, rauher Punk-Attitüde und einem Siebdruck-Layout.

Diskografie
Pecados Tropicales (2012, Horario Invertido)
La Gran Estafada Del Tropipunk (2010, Horario Invertido)
Kumbia nena! (2007, Horario Invertido)

Stand: 23.05.2013, 11:58