Live hören
Jetzt läuft: Fête de trop von Eddy de Pretto

CéU

CéU schaut verwegen in die Kamera

Singender Himmel

CéU

Verträumt, verspielt, sinnlich und betörend - so klingen die Songs der brasilianischen Sängerin CéU, deren Name auf Portugiesisch so viel wie "Himmel" bedeutet. Und engelsgleich lächelte die Sängerin auch vom Cover ihres selbstbetitelten Debütalbums herab. Nomen es Omen!

Mit ganzem Namen heißt sie Maria do Céu Whitaker Pocas, und sie wurde 1980 in Sao Paolo in eine musikalische Familie hinein geboren. Ihr Vater,      Musikwissenschaftler und Komponist, brachte ihr schon von Kindesbeinen an die Klassiker des Bossa Nova und der Musica Popular Brasileira nahe. Als Jugendliche entschied sich CéU schon früh für eine musikalische Laufbahn, lernte Musiktheorie und die brasilianische Konzertgitarre spielen.

Durchdachte Poesie

Ihr 2005 erschienenes Debüt überzeugte durch anspruchsvolle Kompositionen und durchdachte Poesie, erhielt euphorische Kritiken und wurde von der Kaffehaus-Kette Starbuck's  - als erstes Album einer nicht-englischsprachigen Künstlerin - auf der konzerneigenen CD-Reihe gefeatured. Ihr Erfolg blieb aber nicht nur auf die USA beschränkt: Als eine der besten Newcomer wurde sie 2006 für einen Latin Grammy nominiert. Und ihre Songs wurden seitdem in mehreren brasilianischen Fernsehserien eingesetzt - darunter in Cidade dos Homens, der TV-Adaption des Kinohits "City of God".

pulsierender Wohlklang

Vom elektronisch pulsierenden Wohlklang ihrer zurückgelehnten Samba- und Bossa- Kompositionen sollte man sich aber nicht täuschen lassen: CéU entzieht sich den Erwartungen durch überraschende Brüche und Dissonanzen, durch Experimentierfreude und klangliche Vielfalt. Für all jene, die lediglich auf ein unverfängliches Easy-Listening-Vergnügen  aus sind, sollte man deshalb zur Warnung einen Hinweis auf die CD-Hülle anbringen:  Vorsicht, kann Spuren von echtem Samba enthalten! 

Caravana Sereia Bloom

Auf dem 2012 erschienen Konzeptalbum "Caravana Sereia Bloom" hat sie ihren Stil weiter entwickelt. Das Album erzählt musikalische Kurzgeschichten vom Reisen und dem Zirkusleben, und für jeden Song ist Céu dabei in eine andere Rolle geschlüpft: mal tritt sie als Sängerin in einer Karaoke-Bar auf, mal tröstet sie einen traurigen Clown, mal bietet sie sich einer alten Frau als Schutzengel an. Auch stilistisch bieten sich ungewohnte Ausblicke: folkloristische Einschübe aus dem Nordwesten Brasiliens gleiten in Reggae-Beats über, luftige Gitarrenakkorde und verschleppte Rhythmen verströmen Wild-West-Atmosphäre, Elektronik-Schnipsel und Dub-Effekte untermalen kratzigen Vinylsound, Jazz-Trompeten und psychedelischen Orgeltöne. Neo-Soul und Bossa-Feeling mit Wild-West-Atmosphäre.  Ihr musikalisches Road Movie ist eine Hommage an den Nordosten Brasiliens, der Bands wie Nacao Zumbi und Mestre Ambrosio sowie Künstler wie Otto und DJ Dolores hervor gebracht hat. Céu kann sich mit diesen Innovatoren der brasilianischen Musik auf einer Stufe stellen.

Diskografie:

  • Tropix 2016 Six Degrees
  • Caravana Seraia Bloom 2012 Six Degrees
  • Vagarosa 2009
  • CéU 2005

Stand: 14.03.2018, 10:34