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Asa

Asa

"Kleiner Falke" mit großer Stimme

Asa

Geboren wurde der "kleine Falke" (= Asa) in der Stadt der Liebe, doch Paris hatte zunächst wenig Einfluss auf sie. Denn mit zwei Jahren siedelte sie mit den Eltern zurück in die nigerianische Heimat, nach Lagos, und sah sich dort den vielfältigen Einflüssen westafrikanischer Kultur ausgesetzt - von Fela Kuti bis King Sunny Ade, aber auch dem Soul aus Übersee.

Heimlich singt sie zuhause Marley und Michael Jackson nach. Als sie ihrer inneren Berufung folgen und in einen Gospelchor eintreten will, wird sie wegen ihrer eigentümlichen Stimme abgelehnt. Plan B tritt in Kraft: Die Mutter ermöglicht der Teenagerin den Besuch einer Musikschule, und nach ihrer Zeit dort entdeckt sie neue Idole: Erykah Badu, Lauryn Hill und Angélique Kidjo. Talentwettbewerbe und Gitarrenstunden folgen, doch wählerisch wie sie nun mal ist, schlägt sie erste Angebote von Produzenten aus.
Die Chemie stimmt dann bei Emmanuel Asuquo, den sie 2004 kennen lernt: Der blinde Produzent, einer der legendären zwischen Nigeria und Kap, schafft es, ihren Songs eine wohltemperierte Balance zwischen Pop, Soul, Jazz und sogar klassischen Streifzügen zu verpassen.

Das I-Tüpfelchen für ihre künstlerische Reife fehlt noch, und das holt sie sich in der Stadt ihrer Geburt: In Paris kollaboriert sie mit Manu Dibango und Tony Allen, wächst dadurch noch einmal. Mit dem Kollektiv ASSATA zelebriert sie als Vorprogramm für Femi Kuti eine Koppelung von traditionellen Yoruba-Klängen und Jazz. Schließlich schafft sie mit Jailer einen ersten Hit in Afrika. MTV will sie sogar als Botschafterin haben. Von da ist es nur noch ein kleiner Schritt zum Opener für John Legend und Beyoncé.

Ihr Debütalbum ist schon jetzt in Frankreich ein Riesenerfolg: Es verbreitet jede Menge Soulspirit, Funk-Attitüde, karibische Offbeats lassen den Geist Marleys spüren und die sanften Streicher entführen auch mal in Richtung Gershwin-Balladen. So eingängig der Sound sein mag: Asa nimmt in ihren Lyrics, teils in der Muttersprache Yoruba, kein Blatt vor den Mund: Fehlende Zivilcourage wird angeprangert, die kleinen zwischenmenschlichen Dramen des ganz normalen afrikanischen Alltags nimmt sie auf die Schippe, sehnt Frieden herbei, stimmt innige Liebeslieder an.

Diskografie:

  • Asa 2007 Naïve
  • Live in Paris 2009 Naïve
  • Beautiful Imperfection 2010 Naïve
  • Bed of Stone 2014 Naïve

Stand: 09.03.2018, 16:00