Werkeinführung: Peter Tschaikowsky - Sinfonie Nr. 6 h-Moll op. 74 "Pathétique"

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Peter Tschaikowsky - Sinfonie Nr. 6 h-Moll op. 74 WDR Sinfonieorchester Video 30.09.2020 46:40 Min. Verfügbar bis 30.12.2099 WDR 3

Werkeinführung: Peter Tschaikowsky - Sinfonie Nr. 6 h-Moll op. 74 "Pathétique"

Von Johanna Augustin

  • Semyon Bychkov leitet das WDR Sinfonieorchester
  • Kölner Philharmonie im Jahr 1996
  • Einführung in Tschaikowskys Sinfonie Nr. 6

Um Peter Tschaikowskys plötzlichen Tod mit 53 Jahren rankten sich viele Gerüchte. Von Suizid über Vergiftung und Verurteilung gab es viele Theorien. Am wahrscheinlichsten ist jedoch, dass ihm ein Glas unsauberes Leitungswasser zum Verhängnis wurde, durch das er an der Cholera erkrankte.

Tschaikowskys letztes großes Werk, die Sinfonie Nr. 6 aus dem Jahr 1893, hat ihren Teil dazu beigetragen, den Gerüchten um einen möglichen Suizid Nahrung zu geben. In der Sinfonie erklingt Musik, die von Tod und Vergänglichkeit erzählt. Besonders der Schlusssatz erinnert an ein Requiem. Zudem wurde das Werk nur neun Tage vor Tschaikowskys Tod uraufgeführt. Da ist die Versuchung bei vielen groß, einen Zusammenhang zu vermuten.

Doch vieles spricht dagegen. Tschaikowsky war unheimlich produktiv beim Komponieren der Sinfonie: In nur vier Wochen stellte er sie fertig. Daraufhin reiste er durch Europa und machte Pläne für die Zukunft – keine Spur von Lebensmüdigkeit. Und er war sehr zufrieden mit seinem Werk, ja geradezu stolz darauf. An den Großfürsten Konstantin schrieb er: "In diese Sinfonie legte ich ohne Übertreibung meine ganze Seele ... Ich halte sie für das beste, namentlich aber für das aufrichtigste aller meiner Werke."

Das Orchester der Petersburger Philharmoniker probt in der Philharmonie in St. Petersburg

Ort der Uraufführung: Die Philharmonie in Sankt Petersburg

Bevor Tschaikowsky der Sinfonie den Beinamen "Pathétique" gab (damit übernahm er den Vorschlag seines Bruders Modest), nannte er sie "Programmsinfonie". Allerdings hat er das Programm niemandem genau offenbaren wollen. Nur den thematischen Aufbau der Sätze verriet er: Zuversicht und Tatendrang – Liebe – Enttäuschung – Tod und Verzweiflung. Ungewöhnlich und neu zu jener Zeit war der langsame Schlusssatz – ein Adagio statt des sonst üblichen triumphalen Allegros. Entsprechend zögerlich wurde das Werk nach der Uraufführung vom Publikum aufgenommen. Tschaikowsky schrieb daraufhin an seinen Verleger: "Etwas Eigenartiges ist mit dieser Symphonie geschehen! Nicht, dass sie missfällt, sondern dass die Leute nicht wissen, was sie mit ihr anfangen sollen. Was mich anlangt, so bin ich stolzer auf sie als auf alle meine anderen Kompositionen." Kurz darauf konnte sie aber doch Publikum und Kritiker überzeugen und wurde zu einem der bekanntesten Werke Tschaikowskys. Vielleicht hat das Mysterium um den Tod des Komponisten die Popularität der Sinfonie dabei noch verstärkt.

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Stand: 07.06.2019, 08:00