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Joseph Haydn - Sinfonie g-Moll Hob. I:39

WDR Sinfonieorchester Video 26.01.2018 17:37 Min. Verfügbar bis 30.12.2099 WDR 3

Werkeinführung: Joseph Haydn - Sinfonie g-Moll Hob. I:39

Von Andreas Friesenhagen

Wann genau Joseph Haydn seine Sinfonie Hob. I:39 komponierte, ist unbekannt. Der Zeitraum lässt sich aber ziemlich sicher auf den Sommer des Jahres 1765 eingrenzen. Trifft dies zu, ginge sie als "Sturm und Drang"-Sinfonie der literarischen Epoche sogar noch voraus, der sie diese Charakterisierung verdankt. Dass diese Sinfonie aber Züge des Sturm und Drang trägt, kann man in der Literatur über Haydn immer wieder lesen. Gründe dafür sind der energische, ja fast bedrohliche Ton der Rahmensätze, die untypische Strenge des Menuetts, die Unberechenbarkeit der formalen Entwicklung. Wesentlich aber auch, dass dies Haydns erste Sinfonie in einer Molltonart ist. Immerhin hatte er in den vier Jahren, seitdem er im Mai 1761 sein Amt als Kapellmeister am Hof der Fürsten Esterházy angetreten hatte, bereits mehr als zwanzig Sinfonien geschrieben (in den Jahren davor waren es nochmals etwa fünfzehn).

Eine weitere Besonderheit der Sinfonie Hob. I:39: Sie ist mit vier statt der üblichen zwei Hörner besetzt. Haydn schreibt hier zwei Paare von Hörnern vor – das eine in G gestimmt, das andere in B. Dadurch kann er diese Instrumente vielfältiger einsetzen, als es mit nur einem (in einer Tonart gestimmten) Paar möglich wäre. Weil der Tonumfang der zu Haydns Zeit gebräuchlichen Naturhörner begrenzt war, konnten in jeder Stimmung nur bestimmte Tonarten "bedient" werden. Indem Haydn zwei verschiedene verwendet, bereichert er nicht nur die Passagen, die in der Grundtonart stehen, sondern auch andere Abschnitte mit dem Klang der Hörner.