Michael Faust

Michael Faust

Michael Faust

  • Instrument/Position: Flöte / Solo
  • Geboren: 16.01.1959
  • Ich komme aus: Köln (Porz)
  • Mitglied im WDR Sinfonieorchester seit: 1988

Mein Weg zum WDR Sinfonieorchester:

Nach Unterricht an der Rheinischen Musikschule bei Frau Cäcilie Lamerichs kam ich 1977 an die Musikhochschule Hamburg zu Prof. Karlheinz Zöller. Dort machte ich 1981 das Diplom und später das Konzertexamen. Schon 1980 erhielt ich die Stelle des Soloflötisten im Hamburgischen Philharmonischen Orchester und spielte eine Spielzeit an der Hamburger Staatsoper. Nach einigen Monaten als Stipendiat der Karajan-Stiftung bei den Berliner Philharmonikern 1982 wurde ich 1983 Soloflötist an der Stuttgarter Oper und 1985 bei den Münchner Philharmonikern. Von dort wechselte ich 1988 als Soloflötist zum WDR in das damalige "Kölner Rundfunksinfonieorchester". Gleichzeitig begann ich die Lehrtätigkeit an der Robert Schumann Musikhochschule Düsseldorf, wo ich seit 2014 eine nebenamtliche Professur innehabe.

MEHR ZU MIR

So kam ich zu meinem Instrument:

In der Familie wurde viel musiziert. Als viertes und letztes Kind lernte ich von den größeren Geschwistern und ihren Lehrern viel und spielte Gitarre, Blockflöte und Klavier. Mit neun Jahren begann ich dann mit der Querflöte.

Warum habe ich mein Instrument gewählt:

Die Geschwister spielten Violine, Cello und Klavier – da blieb mir das Blasinstrument. Meine Wahl fiel auf die Flöte und wurde nicht bereut.

Mein erstes / prägendstes musikalisches Erlebnis:

Die regelmäßigen Besuche mit der Mutter in den Sonntagsmatineen des Gürzenich-Orchesters waren prägend.

Wichtige künstlerische Erfahrungen:

Mich haben immer alle Künste interessiert, besonders die Bildende Kunst. Das Zusammenspiel der künstlerischen Erfahrungen (Literatur, Bildende Kunst und Musik) wurde sehr prägend.

Weitere musikalische Interessen:

Außer dem Orchesterspiel engagiere ich mich sehr in der Kammermusik, habe verschiedene Ensembles gegründet (Ensemble Contrasts, Zephyr-Bläserquintett) und in verschiedenen Duos (mit Cembalo oder Klavier) gespielt.

Leidenschaften neben der Musik:

2011 gründete ich den Verein InterArtes, der interdisziplinär die Künste fördern möchte und seit 2012 Stipendien an hochbegabte Künstler*innen vergibt. Diese ehrenamtliche Arbeit erfüllt mich sehr.

Das fasziniert mich an meinem Beruf:

Das Zusammenspiel im Orchester ist der Höhepunkt eines musikalischen Lebens: alle Fähigkeiten, alles Erlernte muss mit den menschlichen und organisatorischen Kompetenzen zusammenkommen, um zu funktionieren – faszinierend.

Mein erstes Konzert im WDR Sinfonieorchester:

1988 war Gary Bertini Chefdirigent des Orchesters, aber mein erstes Konzert dirigierte im September Hans Vonk (auf dem Programm: Strawinsky "Le Rossignol"), der später auch unser Chef wurde.

Mein Probespiel für meine Position beim WDR Sinfonieorchester:

Das Probespiel stand unter keinem guten Stern: nach einem ersten Probespiel, das abgebrochen worden war, erfuhr ich erst zwei Tage vor dem nächsten, dass ich auch zu diesem eingeladen werden sollte. So hatte ich wenig Zeit für die Vorbereitung – aber es hat dann geklappt.

Was bedeutet mir das WDR Sinfonieorchester:

Das WDR Sinfonieorchester ist seit 30 Jahren "mein Leben". Die symphonische Musik ist für mich das Allerhöchste, und es bedeutet mir sehr viel, sie in diesem erstklassigen Orchester spielen zu dürfen.

Welche Rolle habe ich im Orchester:

Als Soloflöte hat man eine "Mittelposition" im Orchester, ist auch mit der 1. Oboe der "Führende" der Holzbläser – rein durch die visuelle Position, da man von allen gesehen wird und so gute Zeichen geben kann. Der Kontakt zum Dirigenten ist ein sehr direkter durch die Sitzposition ihm direkt gegenüber. Man ist eben auch der "Übersetzer" dessen Zeichen an die Holzbläsergruppe. Das macht einen an dieser Position aber auch zum Angriffspunkt, an dem sich "die Geister scheiden" können.

Eine lustige Anekdote aus dem Orchesterleben:

Mit dem Kollegen Hans-Martin Müller habe ich in Moskau meine lange in den Konzerten getragenen Lackschuhe "begraben": da sie viele Konzerte mit großen Dirigenten "gehört" hatten, wollten wir ihnen einen adäquaten Abschied geben und stellten sie vor das Lenin-Mausoleum auf dem Roten Platz. Die Menschen gingen staunend um sie herum ohne sie anzutasten – erst sehr viel später muss sie jemand an sich genommen haben, denn nach drei Stunden waren sie dann verschwunden.

Herausragende Erlebnisse / Konzerte / Reisen:

Die Japanreisen mit allen Mahler-Sinfonien waren absolut prägend, für mich als junger Musiker wie auch für das ganze Orchester. Dann waren die CD- und DVD-Aufnahmen mit Semyon Bychkov sehr intensiv in ihrer Konzentration und musikalischen Dichte.

Mit diesem Stück / Komponisten fühle ich mich besonders verbunden:

Brahms 4. Sinfonie ist eines der Highlights meiner ganzen Orchesterkarriere. Aber viele andere Werke sind mir sehr nahe und wichtig, von Beethoven bis Bernd Alois Zimmermann.