Gerade laufen im Hallenbad die letzten Arbeiten vor der Wieder-Öffnung nach der Winterpause. Ute Risse ist dabei die Wände zu desinfizieren und zu säubern. Ob Sie das auch noch im nächsten Jahr so machen kann, ist unklar.
Denn die Stadt Schmallenberg will die Zuschüsse für den Betrieb des Bades nur noch in diesem Jahr zahlen oder bis zu dem Zeitpunkt, an dem Reparaturen anfallen. Dann müsste das Bad geschlossen werden, so der Ratsbeschluss von Donnerstagabend.
Trägerverein kämpft für den Erhalt
Ute Risse gibt hier regelmäßig Schwimmkurse, 200 bis 300 Kinder pro Jahr lernen hier schwimmen - Kindergartenkinder und Kinder aus der Grundschule. Deshalb und weil das kleine Bad bei vielen Besuchern wegen der familiären Atmosphäre so beliebt ist, kämpft der ehrenamtliche Trägerverein für den Erhalt.
Dass hier etwas investiert werden muss, sei auch dem Verein klar - aber ob es wirklich die ganz große Lösung für sechs Millionen Euro sein muss, wie die Stadtverwaltung vorrechnet?
Petition gegen die Schließung
Achim Knipschild ist sich mit seinen Vorstandskollegen sicher, dass auch eine kleine Lösung das Bad für die nächsten fünf bis zehn Jahre sichern könnte. Und weiß viele Bürger hinter sich. 3.500 Menschen haben eine Petition gegen die Schließung unterzeichnet.
Grundsanierung wäre der Stadt zu teuer
Im Schmallenberger Rathaus sieht man das anders. "Nach 50 Jahren, so alt ist das Bad, müsste eine Grundsanierung her", sagt Bürgermeister Burkhard König. Und die liege bei rund sechs Millionen Euro. Zu viel, findet er.
Angesichts von 6.000 bis 7.000 Besuchern seien die Kosten unverhältnismäßig. Außerdem gäbe es Alternativen in zumutbarer Entfernung.
Die Mitglieder des Trägervereins wollen auf jeden Fall für den Erhalt ihres Bades weiterkämpfen.
Update: Der Schmallenberger Stadtrat beschloss am Abend mehrheitlich, dass das Bad nur noch so lange geöffnet bleiben soll, wie keine größeren Reparaturen anfallen. Werden diese nötig, müsse das Bad schließen.
Über dieses Thema berichtet der WDR am 23.03.2023 im Fernsehen in der WDR Lokalzeit Südwestfalen und im Hörfunk auf WDR2.