Maskiert durch die Sommerhitze: Tipps von den Profis

Maskiert durch die Sommerhitze: Tipps von den Profis

Von Katja Goebel

Sommer, Hitze, schwüle Luft - und trotzdem darf man sich nur mit Maske unter die Leute mischen. Wie hält man das aus? Der WDR hat Profis gefragt - die maskiert arbeiten müssen.

Markthändlerin mit Maske

Ein Marktplatz in voller Sonne. Hier steht Julia Dickopf mit ihrem Mann und verkauft Eier. "Wir haben es ja noch gut mit unserem Schattenplatz." Gewöhnen wird sie sich an die Masken wohl nie. Dennoch hat sie viele schon ausprobiert. "Ich komme am besten mit den Einwegmasken klar. Die sind leichter und luftig." Was hilft ihr durch die Zeit? Nette Kunden, sagt sie. Und dass man seine freie Zeit ohne Maske jetzt noch mehr genieße als vorher. Den Rest nimmt das Ehepaar mit Humor. Ihr Motto: "Besser eine Maske im Gesicht, als einen Zettel am Zeh."

Ein Marktplatz in voller Sonne. Hier steht Julia Dickopf mit ihrem Mann und verkauft Eier. "Wir haben es ja noch gut mit unserem Schattenplatz." Gewöhnen wird sie sich an die Masken wohl nie. Dennoch hat sie viele schon ausprobiert. "Ich komme am besten mit den Einwegmasken klar. Die sind leichter und luftig." Was hilft ihr durch die Zeit? Nette Kunden, sagt sie. Und dass man seine freie Zeit ohne Maske jetzt noch mehr genieße als vorher. Den Rest nimmt das Ehepaar mit Humor. Ihr Motto: "Besser eine Maske im Gesicht, als einen Zettel am Zeh."

Einen Marktstand weiter steht Stefanie Rohkohl. Ihr ganzer Stand ist eine Duftwolke. Thymian, Lavendel, Kräutermischungen in allen Variationen. "Ich rieche das schon gar nicht mehr", sagt Stefanie Rohkohl. Das liege aber nicht an der Maske. Was also tun, um mit diesem Stoff vor Mund und Nase, den Tag zu überstehen? "Ich tausche die Maske öfter am Tag gegen Visier aus, das hilft schon mal. Wenn ich merke, dass mich die Maske müde macht, gehe ich mal kurz aus dem Wagen raus. Maske runter und tief durchatmen."

Blumenverkäufer André Feldmann erwischt sich am Morgen schon dabei, wie er als Erstes nach seiner Maske tastet. Sie gehöre schon irgendwie zum Arbeitsalltag dazu. Doch unter dem orangefarbenen Dach seines Blumenstandes staut sich mittags ganz schön die Hitze. Da helfe nur - viel trinken und Maske ab, wenn kein Kunde da ist.

Einen extrem heißen Arbeitsplatz hat Angela Wilking. Sie steht den ganzen Tag in ihrem Imbisswagen und taucht Pommes in brodelndes Fett. Ob mit Maske oder ohne - es gibt drei Dinge, die die Unternehmerin bei großer Hitze immer macht: "Ich habe immer eine Wassermelone als Vitaminsnack dabei. Außerdem muss man viel, viel trinken. Und wenn es ganz schlimm wird, packe ich ein Geschirrtuch ins Kühlfach und lege es mir anschließend in den Nacken. Es nützt ja nix. Da müssen wir jetzt einfach durch."

In einem Mini-Geschäftsraum steht auch Ines Francisca den ganzen Tag über. Ihr Arbeitsplatz sind die wenigen Quadratmeter ihres Eiswagens. Alle Türen sind weit geöffnet, so gibt es wenigstens leichten Durchzug. Die Maske aber ist ihr kleinstes Problem. Sie denkt da viel weiter. Nämlich an das, was die Pandemie künftig mit den Menschen machen wird. "Ich hoffe, die Leute besinnen sich wieder mehr aufs Wesentliche, sind füreinander da und teilen." Ines Francisca hat damit schon mal angefangen. "Ich hab die Preise nicht erhöht." Und das, obwohl auch ihr ein großer Teil des Geschäfts durch Corona weggebrochen sei. Und was kommt nach der Maskenzeit? "Da werden wir definitiv lauter sprechen."

Maske tragen habe viel mit Gewohnheit und innerer Einstellung zu tun, sagt Zahnarzt Thomas Schwindt, der auch schon vor Corona maskiert arbeiten musste, weil er eben ständig in einer Aerosole-Wolke sitze. "An die Anschnallpflicht haben wir uns damals auch irgendwann gewöhnt." Seinen Patienten muss er schon berufsbedingt dicht auf die Pelle rücken. "Da beschlägt bei der Wurzelkanalbehandlung auch schon mal meine Lupenbrille." Was kann man dagegen tun? "Entweder schnell mal die Luft anhalten oder ich bitte meine Helferin, mir den Luftbläser kurz auf die Stirn zu halten."

Optikerin Stefanie Besselmann kennt das Problem mit der beschlagenen Brille natürlich auch. Ihr Tipp: Masken mit eingebautem Draht tragen, den schön dicht an den Nasenrücken drücken und die Brille mit dem unteren Rand möglichst auf dem Stoff aufliegen lassen. "Ein Allheilmittel, um besser mit der Maske auch bei großer Hitze klar zu kommen, gibt es zwar nicht, aber wir nehmen sie während der Arbeitszeit einfach öfter mal ab, zum Beispiel hinten in der Werkstatt, wo kein Kunde hinkommt." Mundschutzpause statt Zigarettenpause nennt Stefanie Besselmann das.

Wer unter der Maske möglichst wenig schwitzen will, sollte auf die Stoffauswahl achten. Schneidermeisterin Maria Weidner rät zu 100 Prozent Baumwolle, bloß kein Polyester. Sie näht in ihrer Änderungsschneiderei immer wieder Masken für ihre Kunden. Dann, wenn sie an der Maschine sitzt, kann auch sie ohne Stoff vor dem Mund mal durchatmen. Wer allerdings acht Stunden Maske tragen muss, solle sie mindestens zweimal am Tag wechseln. "Sonst wird es da drunter zu feucht." Wer die Maske oben und unten andrückt, die Seiten aber luftig lässt, bekomme auch besser Luft. "Wie beim Fisch die Kiemen, wenn Sie wissen, was ich meine."

Stoffläppchen mit Gummiband, FFP2-Masken, ein Tuch um Mund und Nase gewickelt - da kann Feuerwehrmann Heiko Gierok nur müde drüber lächeln. Im Einsatz tragen er und seine Kollegen 30-Kilo-schwere Ausrüstungen inklusive Atemschutzmaske und Pressluftatemgerät. Damit rennen sie nicht nur regelmäßig Treppenhäuser hoch, sie gehen auch körperlich an ihre Grenzen. Damit sie das schaffen, steht Training an. Überprüft wird die Kondition dann einmal im Jahr im Belastungstest. Dann geht es mit voller Montur auf ein Laufband, auf eine Kriechstrecke, auf diverse Fitnessgeräte und eine Endlosleiter. Hat der Profi dennoch einen Tipp für den Amateur? "Ja, unter der Maske möglichst ruhig atmen", rät Rettungsassistent Heiko Gierok.

Stand: 06.08.2020, 06:00 Uhr