Analyse der Kommunalwahl 2020 für Köln

Analyse der Kommunalwahl 2020 für Köln

Wer hat wen warum gewählt? Unsere Fotostrecke liefert die Antworten.

Grafik über Ratswahl Köln Stimmen der 16- bis 24-Jährigen

Bei der Ratswahl bestätigt Köln den Trend im Land: Die Jungen wählen grün. Während die Grünen bei den 16- bis 25-Jährigen 41 Prozent der Stimmen holen, kommt keine andere Partei auch nur über zwölf Prozent. Die CDU, immerhin stärkste Kraft im Land, hat bei den jungen Kölner nichts zu lachen, nur acht Prozent machten ihr Kreuz bei der Union - genauso viele wie bei der Linken. Abgeschlagen ist auch die AfD, sogar hinter der Satire-Partei Die Partei.

Bei der Ratswahl bestätigt Köln den Trend im Land: Die Jungen wählen grün. Während die Grünen bei den 16- bis 25-Jährigen 41 Prozent der Stimmen holen, kommt keine andere Partei auch nur über zwölf Prozent. Die CDU, immerhin stärkste Kraft im Land, hat bei den jungen Kölner nichts zu lachen, nur acht Prozent machten ihr Kreuz bei der Union - genauso viele wie bei der Linken. Abgeschlagen ist auch die AfD, sogar hinter der Satire-Partei Die Partei.

Bei den älteren Wählern sieht das Ergebnis noch so aus wie vielerorts vor ebenso vielen Jahren: CDU und SPD sind mit Abstand vorn, die Grünen kommen abgeschlagen, aber stabil dahinter, nur die FDP will mit ihren vier Prozent nicht an alte Zeiten erinnern. Dennoch gilt: Die Unterschiede zwischen den Generationen sind dramatisch, und das nicht nur bei Grünen (41 gegenüber 12, CDU (8 gegenüber 38) und SPD (12 gegenüber 37), auch die Partei Volt schafft es nicht, ihr Ergebnisse über die Altersgrenzen hinweg zu stabilisieren.

Wie in anderen Städten gibt es zwischen Männern und Frauen kaum Unterschiede im Abstimmungsverhalten. Lediglich die Grünen punkten deutlich besser bei den Frauen, die AfD, die FDP und Volt dafür bei den Männern.

Umwelt und Klima ist das entscheidende Thema für die meisten Wähler - was den Erfolg der Grünen erklärt. Typisch für Köln spielten aber auch Stadtplanung, Verkehr und Mieten eine Rolle. Dahinter folgen Schule und Einwanderung. Keine Top-Positionen erreichen hingegen die vielerorts als wichtig eingeschätzten Politikfelder Wirtschaft und Arbeitsmarkt.

Keine Überraschung liefert das Topthema des Wahlsiegers: Fast acht von zehn Grünen-Wählern geht es vor allem um Umwelt und Klima. Dahinter kommen Stadtplanung und Verkehr, die ja ebenfalls mit der Klimapolitik zusammenhängen. Einwanderung, Bildung und Mieten folgen in den Top-Fünf, in denen die Wirtschaft ebenfalls nicht auftaucht - trotz der Corona-Krise.

Ganz anders sieht es bei den Anhängern der CDU aus - dort geht es um die typischen Themen der Union: Die Wirtschaft dominiert, dahinter folgen Sicherheit und Verkehr. Doch selbst bei den CDU-Wählern hat es die Umweltpolitik in die Top-Fünf geschafft.

Auch die SPD-Wähler bleiben sich treu: Wer sein Kreuz bei den Sozialdemokraten machte, interessiert sich vor allem für Wohnungsbau und Mieten, die in Köln seit Jahren steigen. Dahinter folgen Verkehr, Bildung, Sicherheit und Umwelt - der Arbeitsmarkt als klassisches Thema der Sozialdemokratie schafft es allerdings nicht in die Liste.

Eine Besonderheit in Köln gibt es bei der OB-Wahl. Die Amtsinhaberin Henriette Reker ist parteilos - umso interessanter, wer sie gewählt hat. Das gilt vor allem für die Anhänger von CDU und Grünen, und auch bei FDP-Wählern kommt Reker an - drei Parteien, die selbst keine OB-Kandidaten aufgestellt hatten. Selbst einige Wähler von Parteien, die eigene Kandidaten im Rennen hatten wie SPD oder Linke, konnte Reker Stimmen holen. Anders sieht es bei der AfD aus.

Für den direkten Sieg hat es aber nicht gereicht, Reker muss in zwei Wochen in die Stichwahl gegen den SPD-Kandidaten Andreas Kossiski. Der wurde - wenig überraschend - vor allem von SPD-Anhängern gewählt, allerdings längst nicht von allen. Auch einige Anhänger von FDP, Grünen und sogar von der CDU stimmten für den SPD-Mann.

Bei den Ratswahlen im Land gibt es große Abstimmungsunterschiede zwischen den Altersgruppen, Henriette Reker schafft es hingegen, Menschen in jeglichen Lebensphasen für sich zu begeistern. Nur bei den Jüngsten (16 bis 24) fällt sie etwas ab, das gleicht sie aber bei den Ältesten (70plus) wieder aus. Sehr große Abweichungen gibt es nicht.

Andreas Kossiski wiederum hat Probleme bei den Jüngeren. In den drei unteren Altersgruppen konnte er nur jeden fünften Wähler für sich gewinnen, dann steigt es langsam an. Doch in keiner Gruppe kommt er auch nur ansatzweise an Rekers Werte heran.

Ob unter oder über 60 - Henriette Reker hat in Köln klar die Nase vorn und geht deswegen auch in die Stichwahl als große Favoritin. Bei den unter 60-Jährigen hat sie fast doppelt so viele Stimmen gesammelt wie Kossiski, bei den über 60-Jährigen sind es immerhin zwölf Prozentpunkte.

Stand: 14.09.2020, 15:36 Uhr