Darüber spricht der Westen

Stand: 03.02.2023, 07:12 Uhr

Unglück an Bahnstrecke in Recklinghausen: Ein Kind tot, eines außer Lebensgefahr +++ "Hitlerjunge Salomon" gestorben +++ EU-Ukraine-Gipfel in Kiew +++ Kritik an Faesers Doppelrolle als Spitzenkandidatin und Innenministerin

Vom Abend und aus der Nacht:

Feuerwehr und Polizei am Unfallsort | Bildquelle: Mauermann / news 4 Video-Line TV

Unglück an Bahnstrecke in Recklinghausen: In Recklinghausen-Ost hat ein Güterzug am frühen Abend zwei Kinder erfasst. Nach Angaben des Lagezentrums im NRW-Innenministerium wurde ein zehnjähriger Junge getötet. Ein Neunjähriger ist nach einer Not-OP außer Lebensgefahr, wie ein Polizeisprecher dem WDR am Morgen sagte. Die genauen Umstände des Unglücks sind noch ungeklärt. Polizei und Feuerwehr setzten unter anderem Drohnen ein, um an der Bahnstrecke zu ermitteln. Innenminister Reul kam am späten Abend zum Unfallort und sprach mit Einsatzkräften. Die Bahnstrecke zwischen Gladbeck-West und dem Hauptbahnhof wurde gesperrt; es kam zu Einschränkungen auf mehreren RE- und S-Bahn-Linien. Der Fernverkehr war nicht betroffen.

"Hitlerjunge Salomon" gestorben: Der als "Hitlerjunge Salomon" bekannt gewordene Holocaust-Überlebende Sally Perel ist im Alter von 97 Jahren gestorben. Das teilte die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem am Abend in Jerusalem mit. Nach Informationen des NDR starb er im Kreise seiner Familie in Israel, wo er seit 1948 gelebt hatte. Perel war mit seiner Familie vor den Nationalsozialisten nach Polen geflohen, wo er als 14-Jähriger der Erschießung durch deutsche Truppen entging: Er behauptete, ein "Volksdeutscher" zu sein.

Ich war Hitlerjunge Salomon Kindheit im Krieg 21.01.2019 42:07 Min. Verfügbar bis 31.01.2029 WDR.de

Krefeld macht weg für Neubau des Affenparks frei: Im Krefelder Zoo soll - drei Jahre nach dem Großbrand im Affenhaus - ein artgerechter neuer Affenpark entstehen. Das hat der Stadtrat von Krefeld am Abend beschlossen und einen ersten Betrag von mehr als 13 Millionen Euro freigegeben. Insgesamt soll der Neubau des Artenschutzzentrums Affenpark 33 Millionen Euro kosten. Bei dem Großbrand waren in der Neujahrsnacht 2020 etwa 50 Tiere gestorben. Ausgelöst wurde das Feuer durch eine sogenannte Himmelslaterne.

Das wird heute wichtig:

EU-Gipfel in Kiew: EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen und Ratspräsident Michel treffen sich heute in Kiew mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj. Es geht um weitere Unterstützung im Kampf gegen Russland - und um den Wunsch der Ukraine, Mitglied der Europäischen Union zu werden. Kiew hofft, dass die Verhandlungen darüber noch in diesem Jahr beginnen; die EU fordert allerdings weitere Reformen, z.B. im Kampf gegen Korruption. Von der Leyen hatte Kiew gestern weitere finanzielle, militärische und humanitäre Hilfen zugesagt - u.a. 150 Millionen Euro für den Wiederaufbau der von Russland zerstörten Energie-Infrastruktur. Bis zum Jahrestag des Kriegsbeginns am 24. Februar soll von der Leyen zufolge ein neues Paket mit Russland-Sanktionen beschlossen werden.

Faeser in umstrittener Doppelrolle: Nach mehr als 20 Jahren in der Opposition will die hessische SPD bei der Landtagswahl im Herbst wieder stärkste Partei werden. Als Spitzenkandidatin soll heute die SPD-Landesvorsitzende und Bundesinnenministerin Nancy Faeser nominiert werden. Faeser hatte gestern im "Spiegel" angekündigt, dass sie antreten und bis zur Wahl am 8. Oktober als Bundesinnenministerin im Amt bleiben will. An dieser Doppelrolle gibt es Kritik; Kanzler Scholz stellte sich aber hinter seine Ministerin.

Giorgia Meloni | Bildquelle: REUTERS/FLAVIO LO SCALZO

Italiens Regierungschefin Meloni zum Antrittsbesuch in Berlin: Die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni wird heute zu ihrem Antrittsbesuch in Deutschland erwartet. Nach Angaben des Bundeskanzleramts soll es um "bilaterale, europäische und internationale Themen" gehen. Meloni hatte ihr Amt im Oktober angetreten. Ein von ihrer ultrarechten Partei Fratelli d'Italia angeführtes Rechtsbündnis hatte sich bei den Wahlen Ende September die absolute Mehrheit in beiden Kammern des Parlaments gesichert.

Urteil gegen Dortmunder Neonazi erwartet: Der Dortmunder Neonazi Sascha Krolzig gibt seit 2017 die Zeitschrift "N.S. Heute" heraus. Die Staatsanwaltschaft hält die Inhalte für problematisch: In vier Ausgaben der Zeitschrift habe der Angeklagte volksverhetzende Inhalte veröffentlicht. In drei dieser Ausgaben habe er zusätzlich Propagandamittel verfassungswidriger Organisationen verbreitet. Sie hat eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten plus Geldstrafe gefordert; Krolzigs Verteidiger will einen Freispruch erreichen.

Streik bei britischen Bahnen: In Großbritannien werden heute die meisten Züge stillstehen - denn die Lokführergewerkschaft Aslef hat ihre Mitglieder zum Ausstand aufgerufen. Das Königreich hat bereits eine wilde Woche hinter sich: Am Mittwoch legte ein Generalstreik das Land lahm. Und der Unmut über die Situation im Land wird größer - mit einem Premierminister Sunak, der gerade mal 100 Tage im Amt ist, und genau drei Jahre nach dem vollzogenen Brexit.

Und übrigens ...

Bundesverdienstkreuz für tägliches Ständchen vorm Altenheim: Der Hornist Christoph Krause bekommt heute das Bundesverdienstkreuz verliehen - für ein außergewöhnliches musikalisches Engagement: Seit Beginn der Corona-Pandemie steht Krause ausnahmslos jeden Abend um 19 Uhr vor einem Altenheim in Fröndenberg und spielt den Bewohnern ein Ständchen - obwohl er selbst schon 80 Jahre alt ist. Wenn es regnet, hält er das Horn eben waagerecht, sagt er. Einige Bewohner erwarten ihn jeden Abend am geöffneten Fenster. Der Fröndenberger freue sich nach eigenen Angaben über die große Dankbarkeit, die er erlebt.