Werden Zuwanderer zu Lehrern umgeschult?
#wahlwatch. 29.04.2019. 01:11 Min.. Verfügbar bis 29.04.2024. WDR.
Werden Zuwanderer zu Lehrern umgeschult?
Stand: 29.04.2019, 06:30 Uhr
NRW wolle Zugewanderte zu Lehrkräften umschulen, sagt die AfD. #wahlwatch hat es gecheckt.
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Zu den Kommentaren [9]Die NRW-AfD sagt:
"Dass nunmehr Zuwanderer in Schnellkursen zu Lehrkräften umgeschult werden sollen, ist eine Verhöhnung. Wir brauchen originär ausgebildete Lehrkräfte." (Quelle: AfD NRW via Facebook)
Stimmt das?
An den Unis Bielefeld und Bochum soll Geflüchteten ein Einstieg in das NRW-Schulsystem ermöglicht werden. Die einjährigen Programme richten sich jedoch ausschließlich an studierte Lehrkräfte. Teilnehmen können nicht alle Zugewanderten, sondern nur Menschen mit Fluchthintergrund und günstiger Bleibeperspektive.
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sprechen Deutsch mindestens auf B1-Niveau. Durch das Programm verbessern sie es auf C1.
Die Aussage, Zuwanderer würden in Schnellkursen zu Lehrkräften umgeschult, ist also: Größtenteils falsch.
Übrigens: Freie Stellen in NRW gibt es viele: Allein im letzten Jahr fehlten 5.800 Lehrkräfte. Bislang kommen beide Programm insgesamt auf knapp 50 Absolventen und Absolventinnen.
9 Kommentare
Kommentar 9: cobdet schreibt am 30.04.2019, 22:55 Uhr :
Sprachniveau C1 ? Das schafft ja so mancher AfDler nicht. Bewis findet sich auf jeder Seite eines xbeliebigen Ortsverbandes. Und nach dem letztem Auftritt des "Möchtegernbergmannes" Reil dürften Zweifel auch bei den Kenntnissen der Spitzenkandidaten angebracht sein.
Kommentar 8: Fuck for shit schreibt am 30.04.2019, 03:59 Uhr :
Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)
Kommentar 7: hø'ø schreibt am 29.04.2019, 21:31 Uhr :
Schon merkwürdig. Als meine Frau vor gut 15 Jahren aus einem Nicht-EU-Land kam, mit einem Lehramtsdiplom in Englisch und Deutsch und mehrjähriger Erfahrung als Übersetzerin, Privatlehrerin und an öffentlichen Schulen, wurde ihr gerade mal das 1. Staatsexamen als Englischlehrerin anerkannt, unter der Auflage, ein C1 oder besser nachzuweisen. 2. SE und Referendariat hätte sie dann noch nachziehen müssen. Alles selbstverständlich auf eigene Kosten und ohne jede Hilfestellung. Wir haben davon abgesehen, zumal dann auch Nachwuchs unterwegs war. Fair finde ich es nicht, diese Programme nur Menschen mit Fluchthintergrund anzubieten, und nicht allen Zugewanderten.
Antwort von paulinsche , geschrieben am 30.04.2019, 16:16 Uhr :
Ja, aber was ist in den letzten 15 Jahren nicht alles anders geworden? Auf Wikipedia finden sich zum Thema „Lehrermangel“ verschiedene Hinweise zu vom Anfang der 2000er -- Vielleicht erklärt das ja manches.
Antwort von hø'ø , geschrieben am 30.04.2019, 21:44 Uhr :
@paulinsche: Dennoch ist mir nicht einsichtig, warum das Programm nicht für alle Zugewanderten gilt, sondern nur für Menschen mit Fluchthintergrund. Lehrermangel kann also offenbar nicht die Triebfeder dazu sein, dann gäbe es eine solche Differenzierung der Kandidaten nicht.
Kommentar 6: Brückner schreibt am 29.04.2019, 18:30 Uhr :
NRW....lohnt sich an sich nicht, zu kommentieren. Denn dort ist die Bildung ohnehin in den Keller gefahren worden, da spielt es wohl keine Rolle mehr, ob ein nicht qualifizierter Migrant Unterricht gibt. Nicht einmal die tatsächlichen Abschlüsse, falls welche vorhanden sind, würden berechtigen zum Lehramt
Kommentar 5: Berger schreibt am 29.04.2019, 18:06 Uhr :
??
Kommentar 4: R.Wolters schreibt am 29.04.2019, 16:10 Uhr :
Seltsamerweise findet aber mein Sohn als ausgebildeter Deutsch und Geschichtslehrer für das Gymnasium genauso wenig eine Stelle, wie viele seiner Bekannten auch. Denen wird dann statt dessen der Schritt zur Grundschule nahe gelegt oder die Zertifizierung für andere Fächer. Ausserdem gelten Verträge nur bis zu den Sommerferien. In dieser Zeit können die gut qualifizierten Leute dann im Supermarkt Einkaufswagen schieben. Alles nur um Geld zu sparen. Genau wie bei der unausgegohrenen Umsetzung der Inklusion. Hauptsache es kostet nix. Aber unsere Politiker machen ja alles möglich. Wer's noch glaubt. Armes Bildungssystem in NRW.
Antwort von Enigmathika , geschrieben am 29.04.2019, 16:52 Uhr :
Ja, das ist wirklich seltsam, vielleicht die falschen Fächer? Davon unberührt bleibt meine Abscheu gegen diese widerliche Praxis, Lehrerverträge bis zu den Sommerferien zu befristen und nach den Sommerferien neu einzustellen.
Antwort von hø'ø , geschrieben am 30.04.2019, 06:30 Uhr :
Schade, daß er nicht Informatik unterrichtet. Unser Gymnasium sucht seit Jahren nach einer zweiten, Sek2-befähigten Informatiklehrjraft, um endlich Informatik als Abiturfach anbieten zu können. Es findet sich keiner. Befristet eingestellt wird hier idR auch nicht. Wir haben mehrere Stellen Unterhang, die allerdings mit den anderen öffentlichen Gymnasien der Stadt (insgesamt 4, dazu ein kirchliches) verrechnet und dadurch "ausgeglichen" werden. Einige Lehrkräfte sind daher als Springer von anderen Gymnasien zu uns abgestellt. Auch keine dauerhaft befriedigende Situation, besonders für die Schüler, die sich immer wieder an andere Lehrkräfte gewöhnen müssen.
Kommentar 3: DanielaB. schreibt am 29.04.2019, 15:39 Uhr :
Was für eine kluge Idee. Wenn es Menschen mit passender Vorbildung sind, warum nicht? Mir ist die Staatsangehörigkeit völlig egal, wichtig ist, dass unsere Kinder pädagogisch gut unterrichtet werden. Und dazu gehört auch, dass sie durch vielleicht eine "andere" Art und Weise unterrichtet werden. Dies kann nur förderlich für ihren Horizont sein und dient der Fähigkeit über den eigenen Tellerrand zu schauen. Des Weiteren gelänge somit die Integration des Lehrenden, der in einem anderen Land seiner Berufung nachkommen kann. Für mich ergeben sich aus diesem Ansatz viele Vorteile für alle Beteiligten.
Kommentar 2: Michael Krudewig schreibt am 29.04.2019, 15:17 Uhr :
Danke das Ihr den Faktencheck für den Wahlkampf durchführen. Selbst mit viel Zeit wäre es für mich sonst kaum zu recherchieren!
Antwort von DanielaB. , geschrieben am 29.04.2019, 15:49 Uhr :
Ich bin ganz Ihrer Meinung
Kommentar 1: Inge schreibt am 29.04.2019, 14:14 Uhr :
Sie meinten wohlgrösstenteils richtig; ... kann ja mal vorkommen ??
Antwort von Anonym , geschrieben am 29.04.2019, 15:18 Uhr :
Sie sollten richtig lesen. Die Behauptung der Afd ist größtenteils falsch. Die Personen sind schon Lehrer. Sie müssen also nicht eingeschult werden. Sie werden mit ausreichenden Deutsch Kenntnissen nur an unser System herangeführt.
Antwort von Dirk , geschrieben am 29.04.2019, 15:26 Uhr :
Ich glaube die Formulierungen des WDR sind zu kompliziert für die Zielgruppe. Also nochmal in einfach: Eingewanderte Lehrkräfte können in NRW geschult werden, wenn sie bleiben dürfen. Wer schon Lehrer ist muss keiner mehr werden. Daher ist die Aussage der AfD unlogisch und irreführend. Die Forderung nach originär ausgebildeten Lehrkräften ist mit einer Ausbildung an einer Uni erfüllt.
Antwort von hø'ø , geschrieben am 29.04.2019, 21:39 Uhr :
@Dirk: "Die Forderung nach originär ausgebildeten Lehrkräften ist mit einer Ausbildung an einer Uni erfüllt." Aber nicht nach einem Jahr. Selbst innerhalb Deutschlands wird die Ausbildung einer Lehrkraft in dem einen Bundesland nicht vom anderen ohne zusätzliche Prüfungen problemlos anerkannt, wieviel mehr erst, wenn die Lehramtsausbildung in einem gänzlich anderen Land stattgefunden hat. Zumindest war das bisher so.