Bee Gees: Brüderliche Hitfabrik

Bee Gees: Brüderliche Hitfabrik

Von Serin Khatib

Sie gehören zu den ganz Großen der Popgeschichte. Ihr Markenzeichen: der Falsett-Gesang. Die Bee Gees blicken zurück auf eine Karriere voller Ruhm, Comebacks und Schicksalsschlägen.

Bee Gees 1967

Schon in der Grundschule stehen die Zwillingsbrüder Robin und Maurice mit ihrem drei Jahre älteren Bruder Barry in Australien auf der Bühne. 1963 erscheint die erste Single "Three Kisses of Love". Die Bee Gees werden zu Teenie-Stars und landen mit "Spicks And Specks" 1966 ihren ersten Nummer-eins-Hit in Australien. Musikalische Verstärkung bekommen die drei durch den Gitarristen Vince Melouney und den Schlagzeuger Colin Petersen.

Schon in der Grundschule stehen die Zwillingsbrüder Robin und Maurice mit ihrem drei Jahre älteren Bruder Barry in Australien auf der Bühne. 1963 erscheint die erste Single "Three Kisses of Love". Die Bee Gees werden zu Teenie-Stars und landen mit "Spicks And Specks" 1966 ihren ersten Nummer-eins-Hit in Australien. Musikalische Verstärkung bekommen die drei durch den Gitarristen Vince Melouney und den Schlagzeuger Colin Petersen.

Im Frühjahr 1967 verbuchen die Bee Gees mit der Ballade "New York Mining Disaster 1941" ihren ersten weltweiten Erfolg und werden innerhalb kürzester Zeit zur größten Konkurrenz der Beatles.

Dann der Bruch: Mit dem kommerziellen Erfolg wächst auch die Kritik. Musikzeitschriften betiteln die Texte der Bee Gees als unsinnig und kitschig. Auch innerhalb der Band nehmen die Streitigkeiten zu. Ende der 60er löst sich die Gruppe auf, jeder der Gibb-Brüder versucht sich als Solokünstler. Wirklich erfolgreich ist aber lediglich Robin Gibb mit Songs wie "Saved By The Bell", "August", "October" oder "One Million Years".

Schon ein Jahr später raufen sich die Brüder wieder zusammen. Dieses Mal ohne Vince Melouney und Colin Petersen. Doch Mitte der 70er lässt der Erfolg nach. Die Plattenfirma weigert sich sogar, ein bereits produziertes Album zu veröffentlichen. Die Bee Gees kehren ihrer Heimat Australien den Rücken und wandern auf Anraten von Eric Clapton in die USA aus, um dort mit Produzent Arif Mardin etwas komplett Neues zu produzieren.

Weiße Anzüge, offene Hemden, schillernde Diskokugeln - die Bee Gees hat das Disco-Fieber gepackt. 1975 läuten sie mit dem Hit "Jive Talkin" eine neue Ära ein. In "Nights On Broadway" singt Barry Gibb das erste Mal mit der Falsett-Stimme. Sie wird zum Markenzeichen der Disco-Bee-Gees.

Mit dem Soundtrack zu "Saturday Night Fever" gelingt den Bee Gees ein sensationelles Comeback. Hits wie "Stayin' Alive", "Night Fever" und "How Deep Is Your Love" sorgen dafür, dass "Saturday Night Fever" mit über 40 Millionen verkauften Platten das bis dahin meistverkaufte Album wird. Erst Michael Jacksons "Thriller" kann diesen Rekord brechen.

Doch die goldenen Zeiten sind bald vorbei - in den 80ern ist Disco out. Die Gibb-Brüder konzentrieren sich darauf, Songs für andere Musiker wie Diana Ross, Barbra Streisand und Dolly Parton zu schreiben. Nur Robin Gibb versucht es nochmal solo und landet mit "Juliet" in Europa erneut einen Hit.

Mit dem Album "E.S.P." feiern die Bee Gees 1987 ein grandioses Comeback und beweisen mit "You Win Again", dass sie auch ohne den berühmten Falsett-Gesang erfolgreich sein können. Zwei Jahre später dann der erste Schicksalsschlag: Der jüngste Bruder Andy Gibb, der immer nur als Solokünstler unterwegs war, stirbt an Herzversagen.

Die 90er gestalten sich für die Bee Gees als mühsam. Keine großen Hits, dafür immer mehr Probleme. Maurice kämpft gegen seine Alkoholsucht, Barry erkrankt an Arthritis. 1997 feiern die Bee Gees ihr dreißigjähriges Bandjubiläum und werden in die "Rock'n'Roll Hall of Fame" aufgenommen. Mit dem neuen Album "Still Waters" geht es Ende der 90er auf Welttournee.

Am 12. Januar 2003 stirbt Maurice Gibb überraschend an einem Herzinfarkt. Barry und Robin erklären daraufhin, dass sie nie wieder unter dem Namen Bee Gees auftreten wollen. Ihre Wege trennen sich. 2005 nimmt Barry Gibb zusammen mit Barbra Streisand "Guilty Pleasures" auf. Robin Gibb geht währenddessen noch einmal auf Solotournee.

2011 folgt der nächste Schock. Robin Gibb erkrankt an Leberkrebs. Am 20. Mai 2012 stirbt er an den Folgen seiner Krebserkrankung.

Der letzte verbliebene Gibb ist somit Barry. Der bringt zu seinem 70. Geburtstag im Jahre 2016 mit seinen Söhnen das Album "In The Now" heraus. 2021 geht er noch einmal auf Zeitreise und wühlt in der Vergangenheit: Auf dem Album "Greenfields" spielt er alte Bee-Gees-Songs neu ein - und zwar im Country-Stil.

Stand: 01.02.2021, 00:01 Uhr