Carlo Schmid

Foto von SPD-Politiker Carlo Schmid bei Unterzeichnung des Grundgesetzes der BRD 1949.

Carlo Schmid

"Sie glauben an den Menschen. Ich glaube nicht an den Menschen, habe nie an den Menschen geglaubt." – das bescheinigte Konrad Adenauer seinem sprachgewaltigsten SPD-Kontrahenten im Parlamentarischen Rat.

Carlo Schmid kommt 1896 im südfranzösischen Perpignan als Sohn eines deutschen Privatgelehrten und einer französischen Adligen zur Welt. Frankophil wird Schmid sein Leben lang bleiben, obwohl die Familie schon 1908 nach Stuttgart übersiedelt.

In den Ersten Weltkrieg zieht er freiwillig auf deutscher Seite. Dann studiert er in Tübingen mit brillanten Noten Völkerrecht und beginnt eine Wissenschaftskarriere. Den Nazis gilt der Freigeist als unzuverlässig, er ist von allen akademischen Berufungen ausgeschlossen.

1945, nur wenige Wochen nach Ende des Zweiten Weltkriegs, wird Schmid Rechtsprofessor in Tübingen und Präsident des Staatssekretariats für die französische Besatzungszone.

1948 erhält der erfahrene Staatsrechtler den Vorsitz des Hauptausschusses des Parlamentarischen Rates. Dort gilt er schnell als sozialdemokratischer Gegenpol zu Konrad Adenauer. Der "Hausvater der Republik" (Walter Jens) setzt unter anderem das Verbot der Todesstrafe und das konstruktive Misstrauensvotum bei einem Regierungssturz durch.

Stand: 18.04.2019, 18:30