Was machen wir mit der URL?

Montage: URL 'www.kandida' in einem Eingabefeld

Die Sache mit dem Gendern

Was machen wir mit der URL?

Seit diesem Jahr heißen wir offiziell "Kandidat:innen-Check". Diese Entscheidung haben wir nach intensiven Diskussionen getroffen und möchten damit schon im Titel Männer, Frauen und Menschen diversen Geschlechts einbeziehen. Doch warum ist unsere URL unverändert geblieben?

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Wir haben unseren Namen geändert - von "Kandidatencheck" zu "Kandidat:innen-Check" - da wäre es doch nur konsequent auch die URL zu gendern: Aus kandidatencheck.wdr.de würde kandidat:innencheck.wdr.de werden.

Wir haben dieses Thema ausführlich in der Redaktion besprochen und abgewogen. Es gab für beide Seiten – URL gendern und URL nicht gendern – viele Pros und einige Contras.

Sprache ist lebendig - URL's auch?

Sprache ist lebendig, sie wird geformt – auch von gesellschaftlichen Veränderungen. Wir sind der Meinung, dass es zu unseren Aufgaben als öffentlich-rechtliche Medienanstalt gehört, gesellschaftliche Debatten und die Entwicklung von Sprache in unserem Arbeitsalltag aufzugreifen. Daher haben wir uns für die Änderung des Namens entschieden.

Die ausschlaggebenden Argumente gegen das Gendern in der URL waren schließlich die Auffindbarkeit des Angebots über Suchmaschinen und damit die Userfreundlichkeit. Und besonders gravierend ist: Sonderzeichen in einer URL haben häufig spezifische Bedeutungen und sind für technische Befehle reserviert. So hätten wir den Doppelpunkt aus "Kandidat:innen-Check" nicht einfach nutzen können, ohne dass es uns große technische Probleme bereitet hätte. Eine Lösung ohne Doppelpunkt wäre technisch möglich, aber auch nicht wirklich gegendert. Zudem wäre die URL noch länger und "kandidatencheck.wdr.de" ist vermutlich etwas "bekannter", da diese URL bereits bei den drei vorhergehenden Wahlen verwendet wurde. Aber wer die weibliche Variante nutzen möchte, kann das problemlos tun - www.kandidatinnencheck.wdr.de führt Sie auch automatisch auf unser Angebot.

Wir können nachvollziehen, dass es trotzdem als Widerspruch wahrgenommen wird, wenn sich der gegenderte Titel nicht in der URL wiederfindet. Zur kommenden NRW Landtagswahl werden wir diese Frage erneut besprechen - eventuell mit einem anderen Ausgang, schließlich verändert sich beides, Sprache und Technik.

Stand: 07.09.2021, 13:26

Kommentare zum Thema

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2 Kommentare

  • 2 Heinz Gajewski 26.09.2021, 16:01 Uhr

    Man sollte langsam wissen, daß dieses grammatikalisch falsch ist. Alleine für die Lesbarkeit sollte man so etwas sein lassen. Auch die ältere Bevölkerung versteht dieses kaum. Hinzu kommt noch, daß in der Gebärdensprache :, Sternchen usw. ganz andere Bedeutungen haben. man kann nur hoffen, daß der Unfug bald ein Ende hat.

  • 1 Heinz Gajewski 23.09.2021, 17:30 Uhr

    Hat der WDR denn immer noch nicht gemerkt; daß diese Schreibweise mit Doppelpunkt unsinnig ist? Grammatikalisch falsch. Auch verstehen die meisten das nicht, vor allem die ältere Bevölkerung. An die Gebärdensprache hat man auch nicht gedacht. Für eine klare Sprache ob textlich oder gesprochen sollte man das langsam mal sein lassen. Ich sehe und höre den WDR über 40 Jahre. Das ist wirklich sowas unsinniges.