Laschet von angespannt bis angriffslustig

Laschet von angespannt bis angriffslustig

Von Rainer Striewski

  • NRW-Ministerpräsident Armin Laschet in der WDR Arena
  • Laschet mal ruppig, mal charmant
  • Beim Thema Kohleförderung wurde Laschet emotional

Ein Jahr nach seiner Regierungserklärung hat sich NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) in der WDR Arena den Fragen von 110 Bürgerinnen und Bürgern gestellt. Im Zentrum standen dabei die Themen, die für den Wahlerfolg von CDU und FDP entscheidend waren: Bildungspolitik, Sicherheit sowie Verkehr und Infrastruktur.

Wie war die Atmosphäre?

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet mit den Moderatorinnen Ellen Ehni (links) und Sabine Scholt (rechts)

Armin Laschet mit den Moderatorinnen Ellen Ehni (links) und Sabine Scholt

Angespannt. Schon beim ersten Themen-Komplex "Schule" hörte man oft Widerspruch von Laschet - etwa bei Anmerkungen der Zuschauer zum Kinderbildungsgesetz oder zur Inklusion. Anfangs war Laschet klar im Verteidigungsmodus. Erst im weiteren Verlauf der Sendung wurde er angriffslustiger, wenn's etwa um den Kohleabbau in NRW ging.

Wie hat Laschet auf die Fragen reagiert?

Mal charmant, mal etwas ruppig. Auf Zwischenrufe hat er teilweise etwas genervt reagiert. Aber er ist auch auf Zuschauer zugegangen, hat sich Notizen mitgenommen, um Themen weiter nachgehen zu können. Insgesamt wirkte er über die 90 Minuten recht souverän.

Was waren die emotionalsten Momente?

Als ein Zuschauer NRW als "größten Klimaverschmutzer" bezeichnete, wurde Laschet leicht patzig. "Es ist nicht akzeptabel, dass Sie unser Land als größte Dreckschleuder bezeichnen", wehrte er sich. Natürlich hätten andere Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen ohne Industrie bessere CO2-Werte. "Ist doch logisch, dafür brauchen wir keine Wissenschaftler."

Auch seinen Innenminister verteidigte Laschet in der Arena leidenschaftlich. Der habe schließlich von seinem Vorgänger viel aufzuarbeiten gehabt, nahm Laschet ihn gegen die Kritik eines Zuschauers in Schutz. Im Fall Anis Amri etwa unterstellte Laschet Reuls Amtsvorgänger Ralf Jäger (SPD) Nichtstun. Und das dürfe sich nicht wiederholen, stellte Laschet klar.

Konnte Laschet alle Fragen beantworten?

Eine Antwort hatte Laschet immer - und wenn sie nur lautete: "Ich bin erst ein Jahr im Amt." Bei den Themen Bildung und Verkehr etwa verwies Laschet öfter auf die (Versäumnisse der) Vorgängerregierung. Dabei versprach er jedoch stets Besserung in den kommenden Jahren. Man darf also auf die nächsten Arenen gespannt sein.

Wurden neben Bildung, Sicherheit und Verkehr auch andere Themen angesprochen?

Am Rande. Laschet hat sich dabei gegen eine Cannabis-Legalisierung ausgesprochen ("Einstiegsdroge"), gegen eine Ausweitung der verkaufsoffenen Sonntage ("muss geschützt bleiben") und für eine Olympia-Bewerbung 2032 ("wird nur gehen mit hochmodernem Verkehrssystem").

 

Ein Jahr NRW-Regierung: Laschet zieht positive Bilanz

WDR 5 Morgenecho - Interview 12.09.2018 07:03 Min. WDR 5

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Stand: 12.09.2018, 23:13

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