Natürlich schön!

Natürlich schön!

Unser Westen zeigt sich mal ganz natürlich und auch ein bisschen wild. Kommen Sie mit und begleiten Sie unsere vier Natur-Experten auf unserer Wildnis-Entdecker-Tour ...

Katharina Voigt, Thomas Becker, Daniel Lühr, Kathrin Heinrichs. (von oben links)

Mit von der Partie sind die Wildnis-Pädagogin Katharina Voigt aus Bonn, der Kanuweltmeister aus dem Bergischen, Thomas Becker, der Projektleiter Naturschutz Senne und Teutoburger Wald, Daniel Lühr, und die Sauerland-Krimiautorin Kathrin Heinrichs.

Mit von der Partie sind die Wildnis-Pädagogin Katharina Voigt aus Bonn, der Kanuweltmeister aus dem Bergischen, Thomas Becker, der Projektleiter Naturschutz Senne und Teutoburger Wald, Daniel Lühr, und die Sauerland-Krimiautorin Kathrin Heinrichs.

Das Wahrzeichen des Siebengebirges ist der Drachenfels. Hier befindet sich mit der Burg Drachenfels auch die wohl bekannteste Burgruine im Westen. Die Burg wurde aus den Steinen des Drachenfels gebaut. Und auch die Kölner Dombaumeister haben sich hier in den Steinbrüchen bedient. Erst als ein Teil der Burgruine zu Tal stürzt, wird der Abbau am Drachenfels 1828 unterbunden. Heute sorgen die stillgelegten Steinbrüche für ein ganz besonderes Klima und bieten Tieren und Pflanzen neue Lebensräume.
Jedes Jahr kommen hier Hunderttausende Besucher hin: ob mit der Drachenfels-Bahn (der ältesten Zahnradbahn in Deutschland), zu Fuß oder früher sogar mit dem Esel. Denn von hier aus hat man - heute wie damals - einfach einen fabelhaften Blick über das Rheintal.

Naturpark Rheinland
Auf der anderen Seite des Rheins erstreckt sich der Naturpark Rheinland bis in die Eifel hinein. Er wird 1959 gegründet, da heißt er allerdings noch Naturpark Kottenforst-Ville. Mit über tausend Quadratkilometern zählt er zu den großen Naturparks in NRW und vereint unterschiedlichste Landschaften.
Prominent ist hier im Naturpark auch der Braunkohlebergbau, der seine deutlichen Spuren hinterlässt. Doch die Zeit des Braunkohlebergbaus geht zu Ende, große Flächen wurden schon rekultiviert und bieten jetzt jede Menge Raum für Erholung in der Natur. So wie in der Ville, wo die Braunkohle schon vor Jahrzehnten verschwunden ist.

Und auch die Erft, die den Naturpark Rheinland durchfließt, verändert sich und die Landschaft drumherum. Lange Zeit dient der Fluss nämlich den Interessen des Bergbaus: Die Erft muss das Grundwasser aus den Tagebauen abtransportieren. Daher wird das Flussbett verlegt und die Wassermenge der Erft nimmt deutlich zu. Aber auch der Rückgang des Braunkohlebergbaus verändert die Erft erneut: Weniger Tagebau bedeutet weniger Wasser - und wieder ein neues Flussbett für die Erft und eine veränderte Flora und Fauna an den Ufern.
Alles rund um die Erft erfährt man im Naturparkzentrum Gymnicher Mühle. Hier gibt es auch einen Erlebnispark, in dem Groß und Klein Wasser und Natur sehr direkt erleben und erfahren können.

Naturpark Bergisches Land
Etwas mehr als 2000 Quadratkilometern groß ist der Naturpark Bergisches Land. 17 Talsperren und -Seen prägen die wasserreiche und abwechslungsreiche Landschaft – das ist ein Rekord in ganz Europa.
Zwei Flüsse begrenzen den Naturpark: die Wupper im Norden und die Sieg im Süden. Die Sieg beginnt ihren Weg durch das Bergische Land bei Schladern, in der Nähe von Windeck. Hier gibt es den einzigen Wasserfall in Nordrhein-Westfalen. Entstanden ist er Mitte des 19. Jahrhunderts bei den Bauarbeiten für eine Bahnstrecke. 84 Meter breit und insgesamt 4 Meter hoch ist der Siegfall. Ein echtes Naturschauspiel - von Menschenhand gemacht.
Die Sieg ist außerdem einer der fischreichsten Flüsse in ganz Deutschland. Mit aufwändigen Anzuchtprogrammen ist es sogar gelungen, den Lachs hier wieder heimisch zu machen.

Und auch die Wupper ist auf einem guten Weg und zählt heute zu den saubersten Flüssen bei uns im Westen. Das war nicht immer so, denn die Wupper brauchte seine Zeit, um sich von der Verschmutzung durch die Industrie zu erholen.
Die Flusslandschaft der Wupper bietet jetzt vielen Tieren den geeigneten Lebensraum, und so finden sich hier eine große Artenvielfalt. Genießen kann man Fauna und Flora hier im Naturpark Bergisches Land übrigens wunderbar vom Wasser aus.

Naturpark Schwalm-Nette
Der Naturpark Schwalm-Nette erstreckt sich entlang der deutsch-niederländischen Grenze auf rund 435 Quadratkilometern. Wald-, Wiesen-, Weide- und Ackerflächen werden durchbrochen von kleineren Bächen, Flüssen, Mooren und Seen. Eine reizvolle Umgebung zum Entspannen und eine vielfältiger Lebensraum für viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten.
Mittendrin liegt das Naturschutzgebiet Krickenbecker Seen. Die vier Seen sind durch Torfabbau entstanden. Die Seenlandschaft bietet vor allem vielen unterschiedlichen Vögeln eine Heimat. Die Biologischen Station hier hat interessante Führungen im Programm - und freut sich auch über Unterstützung bei der Vogelzählung ...

Naturpark Hohe Mark
Jetzt wird es so richtig groß und abwechslungsreich: Mit seinen fast 2000 Quadratkilometern Fläche zählt der Naturpark Hohe Mark zu den größten in NRW. Fast 4000 Kilometer Wanderwege verbinden außerdem die zahllosen Naturschutzgebiete im Naturpark, der sich über drei Regionen erstreckt: Niederrhein, Münsterland, Ruhrgebiet. Die Landschaft ist hier natürlich vielfältig: Wald, Parklandschaft, Wiesen, Heide, Moore – alles dabei.

In der Heidelandschaft am Niederrhein, nördlich von Wesel, versteckt sich ein besonderer Heideweiher: Das Schwarze Wasser - eines der ältesten Naturschutzgebiete in Nordrhein-Westfalen. Das Wasser hier ist wirklich fast schwarz. Denn der See hat am Boden eine undurchlässigen Schicht, die oberhalb des Grundwasserspiegels liegt. Nur Regenwasser füllt den See, zusammen mit Torfpartikeln entsteht so die dunkle Farbe. Sieht unheimlich aus, bietet aber vielen Tierarten - unter anderem Spinnen und Libellen - einen prima Lebensraum.

An der Grenze zu Recklinghausen und Borken liegt das rund 1500 Hektar große Naturschutzgebiet Üfter Mark. Eine Oase, wie sie gerade für das dicht besiedelte Ruhrgebiet und die gestressten Städter wichtig ist. 2002 kaufte der Regionalverband Ruhr das große Waldstück, um es zu einem „Naturerlebnisgebiet“ auszubauen.
Das Üfter Mark besteht vorwiegend aus Kieferwäldern. Vereinzelt finden sich auch Heideflächen, vermoorte Senken und Weiher. Die Feuchtzonen des Gebietes sind Heimat seltener Amphibien, zahlreicher Libellenarten und des stark gefährdeten Moorfrosches.

 
Westlich von Dülmen im Münsterland liegt das Naturschutzgebiet Merfelder Bruch. Hier lebt die letzte Wildpferde-Herde Europas mit bis zu 400 Tieren.
Die Wildpferde sind schon im Jahr 1316 urkundlich erwähnt worden. Bis heute ist die Herde unter dem Schutz des Herzogs von Croy ursprünglich erhalten geblieben. Die Pferde leben hier auf einer Fläche von rund drei Quadratkilometer: Heide, Moor und wilde Eichenbestände bieten ihnen Schutz.
Bei Führungen kann man die wilde Herde auch besuchen und jede Menge über die Tiere und ihr Leben im Merfelder Bruch erfahren.
Einmal im Jahr - am letzten Samstag im Mai - gibt es dann ein besonders Spektakel: den Wildpferdefang. Um Inzucht und gefährliche Rangkämpfe in der Herde zu verhindern, werden die einjährigen Hengste eingefangen und anschließend versteigert. Gefangen wird von Hand, das hat hier Tradition. Später wird die Herde natürlich wieder in die Freiheit entlassen ...

Der Natur- und Geopark TERRA.vita liegt in der Grenzregion zwischen dem Münsterland, Ostwestfalen-Lippe und Niedersachsen. Hier auf den Höhenzügen des Teutoburger Waldes und des Wiehengebirges kann man auf mehreren tausend Kilometer Wander- und Radwanderwegen jede Menge über die Geschichte unserer Erde erfahren – und sogar Dinosaurierspuren bestaunen.
Und ganz im Norden, in der Nähe von Ibbenbüren, wird es richtig felsig. Dort befinden sich die Dörenther Klippen - eine rund vier Kilometer lange Felsformation aus Sandstein. Vor rund 140 Millionen Jahren sind die bis zu 40 Meter hohen, bizarren Felsen als Sandbänke und Ablagerungen eines urzeitlichen Meeres entstanden. Der berühmteste Felsen ist das „Hockende Weib“, das laut einer Sage eine um ihr Kind trauernde Mutter darstellen soll...
Die Felsen stehen unter Naturschutz. Doch wer sich an die Regeln hält, der findet hier ein tolles Wander- und Kletterparadies.

Naturpark Arnsberger Wald
Auf ins Wanderparadies Sauerland. Auf der 240 Kilometer langen Sauerland-Waldroute bekommt man einen guten Überblick über die Vielfältigkeit der Region. Und sie führt durch verschiedene Naturparks. Zum Beispiel den Naturpark Arnsberger Wald. Ein Highlight des 1961 gegründeten Parks ist der Möhnesee mit seiner beeindruckenden Talsperre.

Der Höhepunkt und Wahrzeichen des Naturparks ist aber der Lörmecketurm. Das 35 Meter hohe Kunstwerk aus Douglasie und Stahl befindet sich auf dem höchsten Punkt des Arnsberger Waldes. 207 Stufen führen hoch zu der Aussichtsplattform, von der man einen fantastischen Panoramablick vom Hochsauerland bis hin zum Teutoburger Wald hat.
Unterirdisch wird es hier aber auch manchmal: denn zahlreiche Höhlen gehören zu den Besonderheiten im Naturpark Arnsberger Wald.

Naturpark Diemelsee
Richtung Hessen befindet der 335 Quadratkilomter große Naturpark Diemelsee. Ein Drittel des Parks liegt in NRW und der Diemelsteig ist hier der Wanderweg der Wahl. Im Herzen des Parks liegt der namensgebende Diemelsee. 166 Hektar groß ist der See, der inmitten von Wäldern liegt. Waldgebiete wechseln sich hier mit Wiesen und Hochheideflächen ab. Und: Im Naturpark Diemelsee befinden sich auch einige der höchsten Berge des Sauerlands - neun Achthunderter hat der Naturpark zu bieten. Das lässt so manches Wander-Herz höher schlagen…

Naturpark Sauerland-Rothaargebirge
Er ist der jüngste und größte Naturpark Nordrhein-Westfalens. Erst 2015 wird er aus den Naturparks Ebbegebirge, Homert und Rothaargebirge zusammengeschlossen. Auf 4000 Quadratkilometern Fläche kann man hier Natur satt genießen. Mitten durch den Park führt der über 250 kilometerlange Sauerland Höhenflug. Der ausgezeichnete Qualitätswanderweg führt den Wanderer treffsicher zu den Highlights der Region. Zum Beispiel zum Kahlen Asten, dem wohl bekanntesten Berg im Sauerland und bei uns im Westen.

Von hier aus geht es dann über den Rothaarsteig durch das gleichnamige Gebirge bis hin zu den Bruchhauser Steinen. Die imposante Felsformation sind das erste "Nationale Naturmonument" in NRW. Die vier Hauptfelsen ragen auf dem bewaldeten Istenberg zwischen 45 und 92 Meter hoch in den Himmel. Entstanden sind sie vor vielen Millionen Jahren durch Vulkanismus und Verschiebung der Erdplatten. Die Bruchhauser Steine - ein absoluter Hingucker mit besonders gutem Ausblick.

Naturpark Teutoburger Wald-Eggegebirge
Im Naturpark Teutoburger Wald-Eggegebirge gibt es ein besonderes landschaftliches Highlight: die Senne. Nur 250 Quadratkilometer ist das Gebiet groß - und doch etwas ganz besonderes, denn sie ist größte zusammenhängende Heidelandschaft in Nordrhein-Westfalen.
Die Senne liegt am Westhang des Teutoburger Waldes, zwischen Bielefeld und Paderborn. Ungefähr die Hälfte der Fläche wird von den Briten als Truppenübungsplatz genutzt.
Auf den Trocken- und Feuchtheiden, den Heidemooren und in den Wäldern hat sich im Laufe der Jahrzehnte eine vielfältige Flora und Fauna entwickelt. Sogar der Wolf hat sich hier wieder angesiedelt. Lange Zeit galt dieser in Deutschland als ausgestorben. 2018 wird hier in der Senne zum ersten Mal wieder ein Tier gesichtet.
Und es sind noch andere echte "Arbeitstiere" in der Senne unterwegs: Die Biologische Station Paderborn hat dort Heidschnucken-Herden eingesetzt. Die genügsamen Schafe sind die effektivste und umweltfreundlichste Lösung zur Pflege der Heide

Naturpark Dümmer
An der Grenze zu Niedersachsen liegt der Naturpark Dümmer. Es ist der nördlichste der 12 Naturparks in unserem Westen. Direkt auf der Grenze zwischen NRW und Niedersachsen befindet sich das Oppenweher Moor – eine unheimliche Moorlandschaft.
Das fast 900 Hektar große, grenzübergreifende Hochmoor zählt zu den wichtigsten Feuchtwiesen-Schutzgebieten in Nordrhein-Westfalen.
Doch Landschaften wie das Oppenweher Moor sind durch die Trockenheit der letzten Jahre gefährdet. Wenn sie austrocknen, dann finden Birken einen neuen Lebensraum. Und die entziehen dem Moor dann noch mehr Wasser. Um das Moor am Leben zu erhalten, muss also ein bisschen nachgeholfen werden. Birken werden abgeholzt, und Flächen von Schafherden beweidet, damit das Moor nicht zuwuchert. So bleibt für uns eine verwunschene Landschaft erhalten, die unzähligen Tieren und seltenen Pflanzen einen idealen Lebensraum bietet.

Naturpark Hohes Venn-Eifel
Das Naturschutzgebiet Hohes Venn liegt zum Teil in der Eifel, eine noch größere Fläche erstreckt sich in Belgien und gehört zum Naturpark Hohes Venn-Eifel.
Die Landschaft hier ist einmalig. Ein bisschen fühlt man sich wie in den schottischen Highlands: sanfte Hügel, Moore und Heide, so weit das Auge reicht. Reichlich Wasser gibt es hier – deswegen führen viele Wanderwege über hölzerne Stege. Die sollte man auch nicht verlassen, denn das Moor kann wirklich tückisch sein. Aber in einem Naturschutzgebiet sollte man die Wege sowieso nicht verlassen.

Nationalpark Eifel
Der erste und bisher einzige Nationalpark Nordrhein-Westfalens liegt in der Eifel. Mit 100 Quadratkilometern Fläche ist er das größte Naturschutzgebiet in unserem Westen. Hier wird die Natur sich selbst überlassen: Große Teile des Gebietes sollen verwildern, und Menschen dürfen den Wald nur auf vorgeschriebenen Routen betreten. 
Über 2.000 bedrohte Tier- und Pflanzenarten leben dort. Zum Beispiel der als "Eifelgold" bekannte Ginster. Oder Wildnarzissen, die im Frühjahr einen bunten Blütenteppich bilden, und rund 250 Wildkatzen. Sie sind die heimlichen Stars des Parks, allerdings ziemlich scheu und selten zu sichten.
Durchzogen wird der Nationalpark von einem 240 Kilometer umfassenden Wanderwegenetz. Wer Flora und Fauna besser kennenlernen will, der kann sich auf seiner Tour auch von einem Ranger begleiten lassen. Die bieten auch gerne Führungen abseits der Wege an.
Seit 2019 ist der Nationalpark Eifel auch als „Sternenpark“ international anerkannt. Das heißt: Die geringe Lichtverschmutzung erlaubt hier einen ungestörten Blick ins Firmament. Im Astronomie Park kann man unter Anleitung den Himmel erforschen. Bei guten Bedingungen kann man dann sogar mit bloßem Auge die Milchstraße sehen.

Stand: 04.06.2021, 21:00 Uhr