Wie das Fahrrad nach NRW kam

Wie das Fahrrad nach NRW kam Heimatflimmern 19.03.2021 43:58 Min. UT AD Verfügbar bis 19.03.2022 WDR Von Jörg Laaks

Wie das Fahrrad nach NRW kam

Das Fahrrad hat Konjunktur: Immer mehr Menschen steigen um. Die Wartezeiten bei den Händlern werden immer länger. Schon vor hundert Jahren schlug das Herz der deutschen Fahrradindustrie in Nordrhein-Westfalen. Zahlreiche Firmen produzierten vor allem in Bielefeld und Umgebung Räder und das entsprechende Zubehör.

Die Hersteller kommen kaum noch nach mit den Bestellungen. Bei Patria in Leopoldshöhe montieren sie 2.000 Fahrräder im Jahr per Hand. Jochen Kleinebenne will mit seiner Firma den alten Bielefelder Qualitätsanspruch in Zeiten der Globalisierung aufrecht erhalten.

Blick von schräg oben auf eine Radrennbahn im Grünen

Die Bielefelder Radrennbahn: Heute steht sie unter Denkmalschutz und ist Trainingsgelände für den RC Zugvogel Bielefeld.

Die Bielefelder Radrennbahn von 1953 ist das sichtbarste Zeichen der Radbegeisterung. Ein riesiges Oval aus 333 Meter fugenlosem Spannbeton. Lange Schauplatz von Verfolgungs- und Steherrennen und anderen Großveranstaltungen. Stars wie Max Schmeling, die Harlem Globetrotters oder Joe Cocker sind hier aufgetreten. Heute kümmert sich der Radrennclub Zugvogel Bielefeld um die Bahn und kämpft für den Erhalt des denkmalgeschützten Stadions. 

Ein Mann steht in einem Raum neben vielen historischen Fahrrädern

Schon fast ein Museum: In einer alten Scheune sammelt Resul Benli hunderte Fahrräder.

Einige Kilometer weiter sammelt Resul Benli in einer alten Scheune hunderte Fahrräder. Alles Exemplare der großen Bielefelder Marken wie Dürkopp, Anker oder Rabeneick. Sie sind auch Andenken an seinen Vater und an die große Tradition. 1985 kam die Familie hierher. Resul Benli repariert außerdem Fahrräder für Geflüchtete oder organisiert Fahrraddemos. Sein großer Traum: ein eigenes Fahrradmuseum.

Nahaufnahme der Rennradfahrerin Mieke Kröger

Mieke Kröger: Die erfolgreiche Radrennfahrerin trainiert für die Teilnahme bei der Tour de France der Frauen.

Die Bielefelderin Mieke Kröger hat schon Radsportgeschichte geschrieben. Bei der Europameisterschaft im letzten Jahr sprang ihr mitten im Rennen der Mixed-Staffel die Kette ab. Hilfe vom Teamwagen lehnte sie ab und griff einfach beherzt nach unten - im Fahren! Und Deutschland holte den Titel. Ein riesiger Erfolg auch für ihren Verein Teutoburg Brackwede.

Luftaufnahme einer Radstrecke auf einem Berg

Downhill-Paradies: Der Bikepark in Winterberg ist der größte dieser Art in Nordrhein-Westfalen.

Für viele junge Menschen kommt nur ein Mountainbike in Frage. Der Bike-Park im Sauerland ist der große Anziehungspunkt im Land. Bis zu 30.000 Besucher kommen im Jahr aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland. Viele trainieren im Winterberger Downhill-Camp das Kurven fahren im Wald.

Eine Gruppe vor Radfahrer*innen sind auf alten Räder und in historischer Kleidung auf einer Landstraße unterwegs

Radeln verpflichtet: Die Freunde historischer Fahrräder sind auf ihren Ausfahrten stilecht unterwegs.

Die Dokumentation erzählt die Geschichte vom Pioniergefühl der Bielefelder Fahrrad-Gründerzeit bis zur Gegenwart und zeigt die historisch wichtigen Orte, Menschen, die heute noch Hochrad fahren, eine Fahrradmanufaktur, die Faszination der Mountainbikes und das leichteste E-Bike der Welt.

Ein Film von Jörg Laaks
Redaktion: Barbara Schmitz und Adrian Lehnigk

Stand: 02.03.2021, 12:22

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