Als das Wetter verrücktspielte - Die größten Naturkatastrophen im Westen

Als das Wetter verrückt spielte – die größten Naturkatastrophen im Westen Heimatflimmern 11.01.2019 01:28:50 Std. UT Verfügbar bis 11.01.2020 WDR Von Lothar Schröder

Als das Wetter verrücktspielte - Die größten Naturkatastrophen im Westen

Das vergangene Jahr hat es gezeigt. 2018 war alles dabei: Orkan Friederike, Hochwasser von Königswinter bis Emmerich, sommerliche Dürre im ganzen Land, ein zerstörerischer Tornado in Viersen und Regen-Überschwemmungen in Wuppertal. So konzentriert, innerhalb eines Jahres hat es das noch nicht gegeben.

Wetterkatastrophen wird es in Zukunft häufiger geben. Da ist sich ARD-Meteorologe Sven Plöger sicher. Mehr Starkregen, der ganze Stadtteile überflutet. Stärkere Orkane, die Dächer abdecken und Bäume entwurzeln. Lang anhaltende Dürresommer, die der Landwirtschaft die Ernte verderben.

Der Jahrhundert-Orkan

Feuerwehrmänner tragen Äste eines auf ein Haus gestürzten Baumes weg

Kyrill: Der Orkan hinterließ eine Spur der Verwüstung.

Am 18. Januar 2007 fegte Orkan Kyrill mit mehr als 200 km/h über das Land. 25 Millionen Bäume wurden allein in Nordrhein-Westfalen entwurzelt, die meisten davon im Sauerland und Siegerland. Kyrill kostete viele Menschen die Existenz und manche sogar das Leben.

Ein Erdbeben erschütterte die Aachener Region. Am 13. April 1992 wackelte die Erde und zerstörte viele Häuser in Heinsberg. Selbst am Rhein waren die Wellen zu spüren. Kreuzblumen des Kölner Doms stürzten zu Boden. Zwei Jahre später flogen an einem heißen Sommertag faustgroße Hagelkörner auf den Dom und die Stadt. Sie durchlöcherten Glasdächer und Fenster und zerbeulten tausende von Autos.

Regen ohne Ende

Zwei Autos stehen am 28.07.2014 auf einer überfluteten Straße in Münster.

Plötzliches Unwetter: Zwei Menschen starben, als Münster im August 2014 in heftigem Regen versank.

In Münster waren es im August 2014 "nur" Regentropfen, dafür eine unglaubliche Menge. Teilweise fielen 290 Liter auf den Quadratmeter und überfluteten in kurzer Zeit das gesamte Stadtgebiet. Es goss heftig und ohne Unterbrechung, von drei Uhr nachmittags bis Mitternacht. Zwei Menschen ertranken dabei.

Hitze ohne Ende

Steiniges Flussbett des Rheins, im Hintergrund eine Brücke und der Düsseldorfer Fernsehturm

Jahrhundertsommer 2003: Bei Rekordtemperaturen war der Rhein in Düsseldorf nur noch 75 Zentimeter tief!

Der Jahrhundertsommer 2003 war genau das Gegenteil und das erste Wetterereignis, das Wissenschaftler in direkten Zusammenhang mit dem Klimawandel setzten. Mit 70.000 Toten war es eine der schlimmsten Naturkatastrophen in der Geschichte Europas. Von Mai bis September blieb es heißer und trockener als jemals zuvor.

Der Rhein läuft über

Blick auf die überflutete Kölner Altstadt und den Kölner Dom

Land unter: Das Hochwasser überschwemmte 1993 die Kölner Altstadt.

Und denkt man in Köln an die Weihnachtszeit 1993 graut es heute noch vielen Menschen: Das Jahrhunderthochwasser. Schon zwei Tage vor Heiligabend standen Häuser in der Kölner Altstadt unter Wasser. In Bonn war der Ortsteil Beuel sogar 400 Meter landeinwärts geflutet. Das bedeutete für Tausende: Festliche Tage ohne Strom und Heizung.

Schnee-Katastrophe im Münsterland

Schneechaos

Dramatischer Dominoeffekt: Bei Laer haben sich auf einer Strecke von insgesamt 3 km Strommasten umgerissen.

Am 25. November 2005 ging eine Milliarde Tonnen Neuschnee auf das Münsterland nieder und blieb auch auf den Stromleitungen liegen. Unter der Last des klebrigen Schnees brachen 82 Masten zusammen - Stromausfall bei 250.000 Menschen. Ochtrup im nördlichen Münsterland bibberte fast eine Woche lang.

Die Dokumentation blickt zurück auf die heftigsten Unwetter der letzten 25 Jahre, ergänzt mit Analysen und Bewertungen von Sven Plöger.

Ein Film von Lothar Schröder
Redaktion: Adrian Lehnigk

Stand: 20.12.2018, 17:24

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