Richtig heizen – Kostengünstig durch den Winter

Der Haushaltscheck 04.01.2024 44:28 Min. UT Verfügbar bis 15.11.2028 WDR

Der Haushalts-Check mit Yvonne Willicks

Richtig heizen – Kostengünstig durch den Winter

Stand: 03.01.2024, 12:00 Uhr

Kaum ein Thema wurde in diesem Jahr so kontrovers diskutiert wie „Heizen“. Steigende Energiepreise und die politische Diskussion rund um die Wärmewende haben bei Verbraucherinnen und Verbrauchern zu großer Verunsicherung geführt.

Von Maurice Kaufmann

Was kann man tun, um die Heizkostenabrechnungen niedrig zu halten und müssen jetzt alle Heizungen durch eine Wärmepumpe ersetzt werden? Wie heizen wir?

Trotz Wohnungsmangel – die Wohnfläche hat sich pro Kopf in den letzten Jahrzehnten nahezu verdoppelt. Das spiegelt sich auch im Energieverbrauch wider. 70 % davon macht die Raumwärme aus. Die meisten Haushalte heizen mit Erdgas (rund 60 %), gefolgt von Heizöl und Fernwärme. Mit Elektrizität einschließlich der Wärmepumpe heizen aktuell nur knapp 5 % der Menschen im Westen.
(Quelle: WDR – Heizen in NRW: Von Wärmewende weit entfernt, 28.06.2023)

Was bedeutet das Gebäudeenergiegesetz (GEG)?

Das Bild zeigt eine Tabelle, in der das Gebäudeenergiegesetz erklärt wird.

Die Ampelkoalition hat nach langem Streit das sogenannte Gebäudeenergiegesetz (GEG) verabschiedet. Damit soll der Umstieg auf klimafreundliche Heizungen eingeleitet werden. Weniger fossile Brennstoffe, weniger CO2-Ausstoß, weniger Abhängigkeit von Gas und Öl. Damit das Ganze auch attraktiv wird, fördert der Gesetzgeber den Einbau von Wärmepumpen.

Welche Förderungen gibt es beim Heizungstausch?

Das Bild zeigt eine Tabelle, in der die Förderungen beim Heizungstausch erklärt werden.

Eine neue Heizanlage ist teuer. Für eine Wärmepumpe inkl. Umbaumaßnahmen kommen schnell 40 000 Euro zusammen. Einen Teil übernimmt der Staat.

  • 30 % Grundförderung – für alle, die auf eine klimafreundliche Heizung umsteigen.
  • 30 % einkommensabhängiger Bonus – für alle Menschen, die im Eigenheim leben und einen zu versteuerndes Haushaltseinkommen unter 40 000 Euro haben.
  • 20 % Geschwindigkeitsbonus – für alle, die eine fossile Heizung (mindestens 20 Jahre alt) rauswerfen. Auch, wenn sie noch funktioniert.
  • Die Förderungen können auf bis zu 70 % addiert werden.
  • Schutz für Mieterinnen und Mieter: Der Vermieter darf die Kosten eines Heizungstauschs mit maximal 50 Cent pro Quadratmeter auf den Mieter umlegen. Die erhaltene Förderung muss er jedoch von den Kosten abziehen.

Die Wärmepumpe: Heilsbringer in der Heizwende?

Das Bild zeigt eine moderne Wärmepumpe in einem Garten.

Heizsysteme mit einer Wärmepumpe wurden in den letzten Monaten stark diskutiert. Dabei kursieren einige Mythen. Wir klären auf:

  • Eine Wärmepumpe funktioniert nur in neuen oder gut sanierten Gebäuden! Falsch – Auch in älteren Gebäuden kann eine Wärmepumpe wirtschaftlich betrieben werden, ohne dass zuvor das gesamte Gebäude saniert werden muss. Vor dem Austausch sollte man die Pläne mit einem Energieberater besprechen.
  • Eine Wärmepumpe funktioniert nur in Gebäuden mit Fußbodenheizung! Falsch – Große Heizkörper, zu denen auch eine Fußbodenheizung gehört, können mit niedrigen Vorlauftemperaturen betrieben werden. Das ist gut für den Betrieb mit einer Wärmepumpe. Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur, mit der das Wasser in die Heizung läuft. Bei 55 Grad läuft die Wärmepumpe optimal. Oft reicht aber der Austausch einzelner Heizkörper aus, um den Wohnraum auch mit niedrigen Vorlauftemperaturen warm zu kriegen. Tipp: Stellen sie Ihre aktuelle Heizungsanlage auf einen Vorlauf von 55 Grad. Wird es trotzdem warm, steht dem Umstieg auf eine Wärmepumpe nichts im Wege.
  • Eine Wärmepumpe funktioniert nur in Kombination mit einer Solaranlage! Falsch – Eine Solaranlage lässt sich perfekt mit einer Wärmepumpe kombinieren, ist aber keine zwingende Voraussetzung. Die Wärmepumpe braucht Strom und wird der kostenlos von der Sonne bereitgestellt, ist das ideal. So lange die Kilowattstunde Strom aber nicht ein Vielfaches der Kilowattstunde Gas kostet, arbeitet eine Wärmepumpe auch ohne PV-Anlage wirtschaftlich.

Yvonnes Energiespartipps:

  1. Heizung entlüften: Einmal jährlich und spätestens, wenn die Heizung anfängt zu gluckern. Spart ca. 110 im Einfamilienhaus, ca. 65 in einer durchschnittlichen Wohnung.
  2. Digitale Thermostate helfen durch Programmieren dabei, Heizenergie zu sparen, ca. 195 im Einfamilienhaus, ca. 115 in einer durchschnittlichen Wohnung.
  3. Fenster und Türen abdichten hilft, Zugluft zu vermeiden. Einen Meter Fensterdichtung gibt’s im Baumarkt bereits für wenige Cent. An Türen hilft ein Luftzugstopper. Kann bis zu 110 im Einfamilienhaus einsparen und ca. 65 in einer Wohnung.
  4. Raum vor den Heizkörpern: 10 % Heizenergie lassen sich einsparen, wenn die Möbel mindestens 20 Zentimeter von der Heizung entfernt stehen.
  5. Sparduschkopf installieren: Ein normaler Duschkopf lässt 12-24 Liter in der Minute durch, ein Sparduschkopf nur 6-12. So muss weniger Wasser erhitzt werden. 160 pro Person sind da an Ersparnis drin.
  6. Therme runterregeln: Bei einem Durchlauferhitzer reichen 40 Grad, eine Therme mit Warmwasserspeicher braucht 55 Grad, um Legionellenbildung zu verhindern. Man spart hier ca. 10 pro Grad und Person.

Test: Welche Thermostate lohnen sich?

Im Test:

Das Bild zeigt ein günstiges Thermostat der Firma Eqiva.

Ein günstiges Thermostat der Firma Eqiva für knapp 20 .Die Möglichkeit, Heizpläne zu programmieren und die „Fenster-auf-Funktion“ sorgen dafür, dass effektiver geheizt werden kann. Jedoch ist die Bedienung nicht intuitiv. Ohne Bedienungsanleitung geht hier nichts. Eine ortsunabhängige Steuerung via App wird leider auch nicht unterstützt.

Das Bild zeigt ein mittelpreisiges Thermostat von Eurotronic.

Ein mittelpreisiges Thermostat für rund 37 von Eurotronic. Das Gerät von Eurotronic überzeugt mit einer App, die die Bedienung einfacher macht. Größter Nachteil: Das Thermostat muss mit dem Internetrouter gekoppelt werden und funktioniert nur im 5Ghz-Netz. Viele Netzwerke nutzen jedoch ein 2,4 Ghz-Netz.

Das Bild zeigt ein teueres Thermostat von Tado.

Das teuerste Thermostat im Test kommt von Tado. 150 muss man investieren. Das teuerste Thermostat überzeugt mit vielen Funktionen. Neben der ortsunabhängigen Steuerung via App misst es auch die Qualität der Raumluft. Nachteil: sehr teuer in der Anschaffung.

Kleine Thermostat- Kunde

Das Bild zeigt einen gewöhnlichen Thermostat.

Die 1 steht für ca. 12 Grad. Jede weitere Stufe bringt nochmal 4 Grad in die Wohnung. Achtung: es wird nicht schneller warm, nur weil sie das Thermostat sofort auf Stufe 5 drehen. Die Stufen beeinflussen nur, bis zu welcher Temperatur die Heizung weiter heizt. Ab Stufe 3 landet man bei gemütlichen 20 Grad. Die reichen in der Regel aus. Ab Stufe 4 und 5 wird’s noch wärmer – aber damit auch teurer.