Eiskalt kombiniert – Kühl-Gefrierkombis im Check

Der Haushaltscheck 03.01.2024 29:21 Min. Verfügbar bis 03.01.2029 WDR

Der Haushalts-Check mit Yvonne Willicks

Eiskalt kombiniert – Kühl-Gefrierkombis im Check

Stand: 02.01.2024, 12:00 Uhr

Das Weißgerät, das jeder hat: Die Kühl- Gefrierkombination! Sie hält die Lebensmittel kühl, heizt die Stromrechnung aber ordentlich an. Immerhin verbraucht das Gerät satte 10 bis 15 Prozent unseres jährlichen Haushaltsstroms und ist damit ein echter Stromfresser in deutschen Haushalten. Lässt sich bei einer Kühl- Gefrierkombi denn überhaupt Strom sparen und was muss man beim Neukauf beachten?

Tipps für den Neukauf von Kühl- Gefriergeräten

Das Bild zeigt einen leeren Kühlschrank von innen.

Die Neuanschaffung eines Kühl- Gefriergeräts sollte etwa alle 15 Jahre erfolgen. Auch wenn das Gerät noch funktioniert, ist die Energie, die es verbraucht, höher als bei Neugeräten.

1. Faustregel für Größe und Volumen

  • 1- bis 2- Personen- Haushalte: bis zu 90 Liter im Kühlteil und 25 Liter im Gefrierteil
  • 3- Personen- Haushalte: bis zu 130 Liter im Kühlteil und 50 Liter im Gefrierteil
  • Für jede weitere Person jeweils 40 bis 50 Liter Volumen im Kühlteil dazu rechnen.
Das Bild zeigt

Laut Verbraucherzentrale erhöhen schon 100 Liter mehr Fassungsvermögen den Stromverbrauch um 20 Prozent.

2. Günstig gekauft, teuer bezahlt

Nicht nur der Anschaffungspreis ist ausschlaggebend. Auch die jährlichen Stromkosten sollten im Auge behalten werden.
Da Kühl- Gefrierkombinationen laut Stiftung Warentest für bis zu 15 Prozent des jährlichen Stromverbrauches verantwortlich sind, sollte hier ganz genau geschaut werden.

Oftmals verbrauchen günstige Neugeräte viel Strom und können auf ihre Lebensdauer gesehen mehr Geld verschlingen als energieeffiziente aber teurere Neugeräte.

3. Funktion und Ausstattung

Die neuesten Modelle können nicht nur kühlen. Viele Neugeräte sind smarte Kühl- Gefrierkombinationen oder große Side- by- Side- Geräte mit Eiswürfelspender.

Das Bild zeigt das Innere eines leeren Kühlschranks.

Die sehen schick aus, verbrauchen aber auch eine Menge Strom. Auch das 0- Grad- Celsius- Fach ist eine nützliche Funktion, ergibt aber nur Sinn, wenn auch regelmäßig leicht verderbliche Lebensmittel aufbewahrt werden sollen.

Energielabel verstehen

Das Bild zeigt das Energielabel eines Kühlschranks.

Das Energielabel steht vor allem für eines: die Energieeffizienzklasse des Gerätes.

  • Die Klassen reichen von A bis G.
  • Die alten Plus-Klassen A+ bis A+++ gibt es nicht mehr. Diese galten nur bis Februar 2021.
  • Generell gilt: je höher die Energieeffizienzklasse, umso besser ist der Energieverbrauch des Gerätes.
  • A ist also die beste und G die schlechteste Klasse.
  • Ganz wichtig: Die neuen Klassen lassen sich nicht mit den alten Klassen vergleichen!

Zweite wichtige Info: der jährliche Stromverbrauch in kWh.
Dieser ist fast wichtiger als die Klasse selbst, denn man kann ihn auf den individuellen Verbrauch hochrechnen. Laut Stiftung Warentest haben viele kleinere Geräte eine schlechtere Energieeffizienz, lohnen sich aber bei einem kleinen Haushalt. Deshalb rät Energieberater Dirk Mobers und auch Stiftung Warentest den Kilowattstundenpreis zu vergleichen!

So wird’s gemacht:

  • den Kilowattstunden- Preis beim Stromanbieter erfragen
  • und für das gewünschte Gerät auf die Betriebsdauer von 15 Jahren hochrechnen
  • stehen mehrere Geräte zur Auswahl, lassen sich diese nun vergleichen

Auch das ist auf dem neuen Energielabel abzulesen:

  • Fassungsvolumen des Kühl- und Gefrierteils in Litern
  • Gerätelautstärke in Dezibel
  • mit einer Bewertung der Lautstärke auf einer Skala von A (sehr leise) bis D (laut)
  • ein QR-Code zur europäischen Datenbank (EPREL) für weitere Informationen zu Haushaltsgeräten und anderen Produkten

Bis zum Sommer 2023 sind Geräte mit Energieeffizienzklasse A und B aber wahrscheinlich noch Mangelware, weil die Hersteller nach der Label- Umstellung im März 2021 mit der Herstellung modernerer Geräte kaum hinterherkommen.

Typenschild erklärt

Das Bild zeigt das typenschild eines Kühlschranks.

Auch der Blick auf das Typenschild der Kühl-Gefrierkombination kann helfen. Hier können Infos wie die Energieeffizienzklasse, die Größe oder der Stromverbrauch des Modells abgelesen werden.
Wo das Typenschild angebracht ist, ist je nach Marke und Modell unterschiedlich.

Meistens ist das Typenschild hier zu finden: an der linken Seite im Innenraum des Gerätes. Im Zweifel kann der Hersteller angerufen oder in der Bedienungsanleitung nachgelesen werden.

Tipps für die Kühl- Gefrierkombination zuhause

Das Bild zeigt einen geöffneten Kühlschrank.

1. Aufstellort

  • nicht im Sonnenlicht oder neben Wärmequellen wie Heizung, Herd oder Spülmaschine
  • eine Handbreite Platz zwischen Wand und der Kombi lassen, denn das Gerät gibt nach hinten Wärme ab
  • beim Einbaugerät auf Luftschlitze in den Schrankteilen achten

2. Richtig einräumen und Kühlzonen beachten

Dabei sollte man die Kühlzonen beachten. Die kälteste Stelle des Kühlschranks befindet sich über dem Gemüsefach.

  • Tür: Milch, Butter, Eier, Dressings und angebrochene Getränke
  • Oberes Fach: Marmeladen, Soßen und schon zubereitete Speisen Mittleres
  • Fach: Milchprodukte wie Sahne, Joghurt und Käse
  • Über dem Gemüsefach: leicht verderbliche Waren wie Wurst, Fleisch und Fisch
  • Gemüsefach: Obst und Gemüse

3. Temperaturen checken

  • optimale Temperatur im Kühlfach: 7 Grad Celsius
  • optimale Temperatur im Gefrierfach: - 18 Grad Celsius

Jedes Grad kälter führt zu einem erhöhten Stromverbrauch von bis zu 6 Prozent.

Die Temperatur wird bei vielen Geräten über ein Drehrad mit verschiedenen Stufen eingestellt. Je höher die Zahl, desto niedriger die Temperatur. Das bedeutet aber auch einen erhöhten Stromverbrauch. Nachmessen kann man die Temperatur ganz einfach selbst mit einem Thermometer.

Das Bild zeigt die Temperaturanzeige eines Kühlschranks und eines Gefrierschranks.

Neuere Geräte haben meist ein digitales Display, auf dem die Temperatur eingestellt werden kann.

4. Richtiger Umgang mit Resten

  • gekochte Reste bei Zimmertemperatur abkühlen lassen und dann ab ins Gefrierfach
  • zum Auftauen wieder in den Kühlschrank stellen
  • Papiertuch drunter legen nicht vergessen, falls sich Tauwasser bildet
Das Bild zeigt einen Artikel in einer Zeitschrift zum Thema hohe Energiekosten.

5. Kühlschranktür schließen

Das kennen wohl die meisten: Kondenswasser an der Rückwand. Das entsteht, wenn zu viel warme Luft in den Kühlschrank gelangt. Die warme Luft muss dann heruntergekühlt werden, was Extrakosten verursacht. Durch die verstärkte Kühlung kann es auch im Kühlfach zu einer Eisbildung kommen.

Auch wenn zu warme Speisen in den Kühlschrank gestellt werden, erwärmen sich die umliegenden Lebensmittel mit und das Gerät muss die Luft im Kühlfach teuer abkühlen.

6. Regelmäßig Reinigen

  • 1 x im Monat den Kühlschrank sauber machen
  • hierzu die Lebensmittel ausräumen und die herausnehmbaren Innenteile entfernen
  • mit warmer Spülmittel- Lauge alle Flächen und Innenteile abwischen und mit einem Küchentuch trockenwischen
  • nicht in der Spülmaschine, da nicht jedes Material dafür geeignet ist
Das Bild zeigt eine Sprühflasche mit Reinigungsmittel vor einem Kühlschrank.

Tipp: Übergelaufenes und Flecken immer sofort wegwischen. Riecht es unangenehm, einfach das Spülmittel durch Essigwasser ersetzen. Auch ein Schälchen mit Kaffee- oder Backpulver hilft, üble Gerüche zu neutralisieren und vorzubeugen.

7. Gefrierfach regelmäßig abtauen

Mindestens 1 x im Jahr sollte das Gefrierfach enteist werden. Schon eine 1 cm dicke Eisschicht kann zu 10 Prozent mehr Stromverbrauch führen.

Das Eisfach abtauen mit Hauswirtschaftsmeisterin Yvonne Willicks

Das Bild zeigt einen vorher-nachher Vergleich eines Gefrierfachs.

Packeis im Eisfach ist ganz normal. Für viele ist das Abtauen mit einem hohen Zeitaufwand verbunden. Auch Deutschlands bekannteste Hauswirtschaftsmeisterin Yvonne Willicks hatte bis jetzt keine Zeit. Dabei beträgt der Zeitaufwand mit diesen Tipps nur 15 bis 20 Minuten.

Utensilien:

  • Handtücher
  • Schüssel
  • Spülmittel
  • Putzlappen
  • ggf. Kühltasche

Richtig abtauen:

  • Gerät ausschalten und vor das Eisfach ein dickes Handtuch legen.
  • Eisfach ausräumen und Lebensmittel in Kühltaschen bzw. bei kalten Temperaturen lagern.
  • Das grobe Eis und Eisstücke entfernen. Am besten mit einem Löffel und Handschuhen. Auf gar keinen Fall mit spitzen Gegenständen! Die können den Kunststoff beschädigen.
  • Wasser erhitzen und in einen Topf füllen. Den Topf anschließend ins Gefrierfach stellen und die Tür verschließen. Durch den Dampf löst sich das Eis. Das kann zwischen 10 und 20 Minuten dauern.
  • Ist das Eis weg oder gelöst, einfach entfernen und das Eisfach trockenwischen.
  • Nun sollte das Gefrierfach mit Essigwasser sauber ausgewischt und anschließend trockengewischt werden.
  • Gerät wieder einstecken und anschalten.
  • Schubladen oder sonstige Elemente mit Spülmittel auswaschen und trocknen.
  • Nach etwa 15 Minuten Schubladenelemente und Lebensmittel wieder einräumen.
Das Bild zeigt ein Handtuch im Gefrierfach während des Abtauprozesses.

Extra Tipp von Yvonne Willicks:

Ein Glycerin-Stift hilft dabei, die Dichtungen an Türen geschmeidig und frostfrei zu halten. Den gibt’s in der Apotheke, Drogerie oder auch beim Autobedarf. Wenn man mit abtauen und reinigen fertig ist, einfach noch die Gummidichtungen einschmieren.

Eingefrorene Lebensmittel im Check

Das Bild zeigt verschiedene eingefrorene Lebensmittel im Gefrierfach.

1. Haltbarkeit:

Grundsätzlich gilt: Beim Einfrieren bilden sich keine Bakterien! Eingefrorenes kann also nicht verderben! Es verliert lediglich an Geschmack, Konsistenz, Vitaminen und Farbe.

Oecotrophologe Dr. Stephan Lück rät: Je fetthaltiger ein Lebensmittel, desto weniger lang sollte es eingefroren werden.

Das Bild zeigt gefrorenes Hackfleisch.

Für fettiges Fleisch und fettigen Fisch gilt: 3-4 Monate. Fettarmes Fleisch und Fisch kann länger eingefroren werden.
Brot hält sich bis zu 6 Monate.
Hartkäse kann bis zu 4 Monate aufbewahrt werden, Weichkäse hingegen auch gut ein halbes Jahr.
Obst und Gemüse halten sich je nach Sorte bis zu einem Jahr.

2. Richtig einfrieren:

Damit Lebensmittel möglichst lange halten, sollte man sie frei von Luft verschließen und am besten vakuumieren. Ist zu viel Luft mit dem Lebensmittel im Beutel, sammelt sich hier Kälte, die trocknet das Lebensmittel aus und es verliert an Geschmack und wird ranzig. Das nennt sich Gefrierbrand und der soll ja vermieden werden.

Das Bild zeigt Utensilien fürs Vakuumieren von Lebensmitteln.

Abgepackte Lebensmittel immer aus der Verpackung nehmen und in einem geeigneten Gefäß einfrieren.
Generell gilt: schnell einfrieren und langsam auftauen lassen, gerne im Kühlfach.

3. Lagerung:

Das Bild zeigt einen abgetauten, gereinigten Gefrierschrank, der neu befüllt wurde.

Das Vakuumieren hat auch noch einen zweiten wesentlichen Vorteil. Die Gefrierbeutel werden so dünn wie möglich und lassen sich dadurch platzsparend einräumen. Um den Überblick über die eingefrorenen Schätze zu behalten, sollten die Dosen oder Gefrierbeutel mit dem Namen des Lebensmittels und dem Einfrierdatum beschriftet werden.

Tipp: eine Übersicht der eingefrorenen Lebensmittel mit Magneten an der Kühl-Gefrierkombination befestigen. Das erspart ständiges Öffnen der Türen.