Ausmisten, aufräumen, Ordnung schaffen – sechs Regeln zum Erfolg

Der Haushaltscheck 23.11.2022 44:14 Min. UT Verfügbar bis 23.11.2023 WDR

Der Haushalts-Check mit Yvonne Willicks

Ausmisten, aufräumen, Ordnung schaffen – sechs Regeln zum Erfolg

Stand: 17.11.2022, 17:00 Uhr

Ordnung ist das halbe Leben – aber nicht für jeden. Gerade in Homeoffice-Zeiten wird das Zuhause zum Arbeitsplatz. Der Schreibtisch überfüllt, die Wäsche bleibt liegen und der Vorratsschrank könnte auch mal wieder aussortiert werden. Das Chaos ist programmiert. Mit welchen Methoden kann man dem entgegenwirken? Und macht Ordnung wirklich glücklich?

Von Lea Menzel

Die fünf Chaostypen

Ob Ordnungs- oder Chaostypen: Die meisten Menschen haben eine unterschiedliche Auffassung von Ordnung. Das kann gerade in Beziehungen zu Meinungsverschiedenheiten führen. Psychologin Sandra Sangsari erklärt die fünf gängigsten Chaos-Typen und was sie eigentlich bedeuten.

Der Horter

Ein Horter behält gerne alles, was ihm in die Hände fällt. Für ihn ist es schwierig, sich von Dingen zu trennen und auszusortieren.

Der Aufschieber

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben – Chaostypen dieser Kategorie ist das durchaus bewusst. Trotzdem wird das Erledigen von Aufgaben gerne mal auf den übernächsten Tag verschoben. Prioritäten zu setzen, fällt ihnen schwer und so bleibt die ein oder andere Haushaltsaufgabe oft liegen.

Der Perfektionist

Für die Perfektionisten sollte „Chaos“ doch eigentlich ein Fremdwort sein. Leider steht der Person sein eigens gesetzter und oftmals viel zu hoher Anspruch beim Ordnung halten aber im Weg. Zu viele Aufgaben perfekt erledigen zu wollen führen zu unrealistischen Erwartungen an sich selbst. Werden diese nicht erfüllt, kann auch hier ein Gefühl von Überforderung entstehen.

Der Leidgeprüfte

Menschen dieses Typus fällt es, wie dem Horter auch, schwer, sich von alten Sachen zu trennen. Eventuell hängen an alten Kleidungsstücken oder Fotos viele Erinnerungen, die man nicht loslassen möchte.

Der Kreative

Das kreative Chaos brauchen viele, um ihr inneres Gleichgewicht zu halten. Der unsortierte Schreibtisch bringt die nötige Inspiration für einen langen Arbeitstag. Problematisch wird dieser Typus erst, wenn die Kreativität als Ausrede vorgeschoben wird und man sich eher unwohl als inspiriert fühlt.

Was kann man gegen die Unordnung tun? – die sechs Grundregeln

Der chaotische Schreibtisch, der Stuhl voller Klamotten oder die überfüllten Schränke: Mit diesen sechs einfachen Regeln ist der Anfang zur Ordnung schon gemacht.

  1. Aussortieren mit der Drei-Kisten-Methode: Behalten, Verschenken/Verkaufen oder Müll – alle aussortierten Dinge werden in eine der drei Kisten gepackt und dürfen bleiben oder kommen weg.
  2. Die 90-Minuten-Regel: Egal ob Bad, Schlafzimmer oder Keller – jede Aufräum- Baustelle bekommt ein „Zeitlimit von 90 Minuten“. Wenn bis dahin das Chaos nicht beseitigt ist, wird es am nächsten Tag erneut in Angriff genommen.
  3. In sinnvolle Ordnungssysteme investieren: Ordnungssysteme für Schubladen, Kühl- und Küchenschränke dienen als Helferlein. Aber auch hier gilt: Weniger ist mehr.
  4. Alles hat seinen Platz: Beim Sortieren immer darauf achten, alles an seinen vorgesehenen Platz zu stellen und Gleiches zu Gleichem zu packen. So findet man am Ende auch in der chaotischen Küchenschublade alles wieder.
  5. Beschriften und etikettieren: Kisten, Gläser und Aufbewahrungsboxen beschriften oder etikettieren. So weiß man immer, was sich dort drinnen befindet, ohne alles einmal ausräumen zu müssen und schafft eine gute Übersicht.
  6. Schubladen und Co. nur zu zwei Dritteln befüllen: Regale und Schubladen sollten nie komplett vollgestellt werden – lieber immer nur zu 2/3 befüllen.

Hilfreiche Gadgets oder Geldverschwendung?

Unzählige Ordnungs-Gadgets gibt es mittlerweile zu kaufen. Aber bringen die kleinen Helferlein die gewünschte Zeitersparnis oder kann man sich das Geld sparen?

Kühlschrank-Schubladen

Der Kühlschrank wirkt aufgeräumter und bietet sogar mehr Platz für Lebensmittel.

Plastiktüten-Spender

Alle Tüten an einem Platz und für den Wocheneinkauf griffbereit – eine gute Idee. Lediglich die Halterung hat nicht ganz gehalten und sollte besser angebohrt werden.

Fernbedienungs-Haken

Dank dieses Gadgets verschwindet die Fernbedienung nicht mehr hinter den Sofakissen. Ob man die Halterung nun wirklich braucht, ist wohl Geschmackssache. Der UVP für die Haken ist 2,99 Euro und über diverse Shops im Netz zu erwerben.

T-Shirt-Organizer

Die T-Shirts werden abwechselnd mit einem Organizer gestapelt. Ein Gadget, mit dem der unsortierte Kleiderschrank der Vergangenheit angehört. Die hilfreichen Organizer aus recyceltem PET finden sich in verschiedenen Internet- Shops.

Wäsche-Faltbrett

Mit dem Faltbrett lassen sich alle Oberteile, Hosen und Kleider auf eine Größe falten. Ab 9,99 Euro im Internet zu kaufen. Yvonnes Tipp: Eine Pappe in DIN A4 bietet die gleiche Funktion. Mit der richtigen Falttechnik und ein bisschen Übung, wird das Gadget nicht unbedingt gebraucht – Spaß macht es trotzdem.

Was uns Ordnung eigentlich bringt

Jeder trägt seine eigene Ordnung mit sich, solange sich alle Beteiligten gut damit fühlen. Aber Ordnung bringt so viel mehr als nur ein „aufgeräumtes“ Gefühl. Man kann so auch…

  1. Geld sparen: Wenn man sich einen Überblick über seinen Besitz verschafft, kauft man nicht alles doppelt ein. Besonders bei Lebensmitteln kann man so Geld sparen.
  2. Zeit gewinnen: Durch eine gute Vorbereitung gewinnt man vor allem Zeit. Besonders morgens, wenn es schnell gehen soll, ist es von Vorteil, wenn Jacken, Schuhe & Co an ihrem Platz sind.
  3. Glücksgefühl erzeugen: Ordnung bringt aber vor allem eins – Glücksgefühle und ein entspannteres Zusammenleben.

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