Wie das Sauerland zum Wintersportparadies wurde

Wie das Sauerland zum Wintersportparadies wurde

Das Hochsauerland lebt vom Tourismus. Im Winter natürlich von den Skitouristen, die aus ganz Nordrhein-Westfalen und aus den Niederlanden nach Winterberg und Neuastenberg kommen. Hotels, Ferienwohnungen, Skiverleihe. Die Region hat ihr Gesicht seit den 50er Jahren komplett verändert. Damals waren die Menschen hier Bauern oder gingen in die Fabrik. Heute arbeiten fast alle im Winter für die Skitouristen.

Skifahrer auf der Piste

Einst wildromantisch, heute beliebtes Ziel für Ski-Touristen: das Sauerland.

Martin Pape ist Elektromeister in Neuastenberg und wohnt mit seiner Familie direkt am Skihang. Im Winter repariert er auch noch Lifte und Schneekanonen – oftmals bis spät in die Nacht. Seine Frau Claudia steht schon früh morgens an der Ticketkasse und auch Sohn Henrik arbeitet mit. Tochter Friederike hilft beim Reinigen der Ferienwohnung. Abends trifft sich die Familie dann wieder im Kassenhäuschen, wenn neue Touristen zu den Flutlichtfahrten anreisen.

Die Geburt des modernen Wintersports

Historisches Schwarz-Weiß-Foto eines ankommenden Zuges mit Wintersportlern

Die Anfänge des Ski-Tourismus im Sauerland: man reist per Bahn in den Schnee.

Ende des 19. Jahrhunderts war das Sauerland eine wildromantische, aber abgelegene Gegend. Kaum ein Fremder verirrte sich hierher. Skier kannte man nicht und staunte, als Förster Bretter als Fortbewegungsmittel für sich entdeckten. Mit dem Bau der Eisenbahnstrecke ins Sauerland 1906 änderte sich die Situation: Denn einige der Ingenieure hatten zuvor im Schwarzwald gearbeitet und dort am Feldberg Massen von Ski-Touristen erlebt. Die Winterberger Geschäftsleute wurden hellhörig und die Idee war geboren, auch hier im Sauerland modernen Wintersport zu betreiben.  

Von Sonderzügen und Skipisten

Die ersten Skifahrer im Sinne des Massentourismus kamen dann in den 60er Jahren – damals noch mit dem Bus oder mit den Wintersportsonderzügen der Bahn. Der erste Skilift wurde in den 50er errichtet. Willi Wahle, genannt der "alte Möppi", war als Skisportler oft in den Alpen unterwegs und hatte die Idee mitgebracht. Aus dem einfachen Schlepplift von damals am "Poppenberg" ist schon lange ein Ski-Großbetrieb geworden. Möppis Sohn Klaus betreibt am Fuß der Skipisten den In-Treff am Winterberger Skikarussell: "Möppis Hütte". Willi Wahles Enkel Florian Leber wird Möppis "Imperium" einmal erben. Pistenraupe fährt er schon seit er zwei Jahre alt ist.

Ski-Touristen im Sauerland auf einem historischen Schwarz-Weiß-Foto

Eine Idee aus den Alpen hält Einzug im Sauerland: der Skilift.

Vor 60 Jahren hatte niemand diese Entwicklung geahnt. Vom verschlafenen Dorf im Sauerland hin zu einem Wintersport-Dorado mit Hunderttausenden Touristen. Etwa 50 Lifte bringen heute die Skifahrer die Berge hinauf. Der Schnee ist sicher. Dafür sorgen Dutzende Schneekanonen, ohne die in manchen Jahren Wintersport im Sauerland kaum möglich wäre.

Eine Dokumentation über die Entwicklung des Sauerlandes zu der Wintersportmetropole Nordrhein-Westfalens.

Ein Film von Ulrike Brincker
Redaktion: Adrian Lehnigk

Stand: 18.01.2018, 12:07

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