Heimatabend Wuppertal - Enges Tal, große Ideen

Eine Schwebebahn fährt in Wuppertal am Opernhaus vorbei

Heimatabend Wuppertal - Enges Tal, große Ideen

Ein weltweit einmaliges und perfekt auf die Stadt zugeschnittenes Verkehrsmittel. Ein Theater, das den Tanz neu erfunden hat. Viele Gegensätze, zu einer Stadt vereint – das ist Wuppertal. Die Stadt, die sich immer wieder neu erfindet.

Wuppertaler müssen straffe Waden haben. In ein enges Tal mit Fluss gebaut, lässt sich die Stadt nur über kurvige Straßen und steile Treppen bezwingen - und per Schwebebahn. Keine andere Stadt hat so ein maßgeschneidertes Verkehrsmittel entwickelt.

Ein glanzvoller Beginn

Dieser Einfallsreichtum ist typisch für Wuppertal: "Die Wuppertaler wissen, wie man sich selbst hilft. In unserer Stadt entsteht vieles durch Bürgerengagement", sagt Martin Heuwold, gebürtiger Wuppertaler und Graffiti-Künstler. Als die Stadt vor fast 90 Jahren gegründet wurde, musste ein gemeinsamer Name für den Zusammenschluss der vielen Orte gefunden werden.

Es war keine Liebesheirat: Vor allem Elberfeld und Barmen, die feine Handelsmetropole und die laute Malocherstadt, fanden nicht recht zusammen. "Elbbarmen" konnte sich als Name der neuen Stadt dann ebenso wenig durchsetzen wie "Großwupp". Und so wurde ein halbes Jahr nach der Gründung am 1. Januar 1930 die Stadt ganz offiziell also Wuppertal genannt.

Die Stadthalle Wuppertal bei Nacht

Prachtvoll: Der Blick auf den wilhelminischen Bau der Historischen Stadthalle.

Es war ein glanzvoller Beginn, denn Wuppertal gehörte von Anfang an zu den größten und schönsten Städten im Deutschen Reich. Doch schon bald brach mit dem Nationalsozialismus das dunkelste Kapitel in der Geschichte Wuppertals an. Trotz Widerständen von Gewerkschaften und Kirchen wurde die Stadt zu einer rheinischen Hochburg der NSDAP.

Alle packen mit an

An die Zerstörungen und die Not der Kriegs- und Nachkriegsjahre erinnern sich die Wuppertaler bis heute. Aber auch an den Mut und die Tatkraft, das Zerstörte wieder aufzubauen. "Alle haben mit angepackt und gearbeitet, auch wir Kinder", erinnert sich die Schauspielerin Lore Duve.

Die Stadt Wuppertal aus der Luft fotografiert

Der Blick von oben: Die Stadt mit dem Hauptbahnhof und der Historischen Stadthalle.

Ende der 60er Jahre entstand in Sonnborn das damals modernste Autobahnkreuz Deutschlands. "Das hätten wir später nie wieder so gemacht, aber damals wollten alle die autogerechte Stadt", erinnert sich Ursula Kraus, die 1984 bis 1996 Oberbürgermeisterin in Wuppertal war. Als die Arbeitslosigkeit in den 70er Jahren auch Wuppertal schwer beutelte, revolutionierte Pina Bausch mit ihrem Tanztheater die Ballettwelt – und machte Wuppertal weltweit bekannt.

Immer wieder erfindet sich die Stadt neu

Filmemacherin Marika Liebsch und Cutter Janis Tarut

Filmemacherin Marika Liebsch und Cutter Janis Tarut arbeiten am Schnitt des Heimatabends Wuppertal.

Im "Heimatabend Wuppertal" wird die Geschichte der Stadt von den Wuppertalern selbst erzählt: Sie kommen in Interviews zu Wort, Archivmaterial von Amateurfilmern und zum Teil noch nie gezeigte Aufnahmen der Stadt sind zu sehen. Als Sprecher führt der Schauspieler Christoph Maria Herbst durch die Geschichte seiner Geburtsstadt.

Mit den Wuppertalern Kurt A. Rosenberger, Lore Duwe, Martin Heuwold, Ursula Kraus, Tanya Stewner und Michael Okroy.

Ein Film von Marika Liebsch
Redaktion: Adrian Lehnigk

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