Hüttenwirt Hansjörg Barth

Das Münchner-Haus

Hüttenwirt Hansjörg Barth

Der Arbeitstag von Hansjörg Barth, Hüttenwirt im Münchner-Haus auf der Zugspitze, beginnt um 5.00 Uhr früh. Der Holzofen wird angeheizt, die einzige Wärmequelle und Kochstelle. Die Hütte bietet einfache Unterkünfte und Schlaflager für Bergsteiger, die von hier aus Touren unternehmen.

Hansjörg Barth ist Schlossermeister, Skilehrer, Bobfahrer, Maler, Hüttenwirt – und sitzt für die Bayernpartei im Gemeinderat von Garmisch. Einer, der den Tourismus kritisiert.

Hüttenwirt Hansjörg Barth

Hansjörg Barth, Hüttenwirt im Münchner-Haus auf der Zugspitze

Manchmal wird er auch grob. Etwa wenn die Touristen in seiner Hütte Romantik suchen – und sich beschweren weil es statt Schnitzel nur Nudeln mit Tomatensauce gibt.

Bergsteigerhütte und Massenansturm

Traditionell geht es zu im „Münchner Haus“. Eine Bergsteigerhütte des Alpenvereins mit angeschlossener Gastronomie. Die Familie des Hüttenwirts ist schon in der dritten Generation auf der Zugspitze und erlebt den Massenansturm seit Jahrzehnten. So mancher Gast, sagt Hansjörg Barth, ist nur mit guten Nerven zu ertragen:

"Es sind schon sehr nervige Leute, die vertragen die Höhe nicht. Es sind 2000 Höhenmeter und da sind sie schon ab und zu gemein zu uns. Was passiert da? Ah ja, nix passt ihnen. Der Apfelstrudel ist zu klein, der Glühwein zu heiß. Gar nichts passt da zusammen. Da muss man die Nerven bewahren und denken: Weißt was, in einer Stunde fahrt ihr wieder, habt mich gern."

Das Münchner-Haus auf der Zugspitze

Das Münchner-Haus auf der Zugspitze bietet einfache Unterkünfte und Schlaflager für Bergsteiger - und verkraftet bis zu 4.000 Touristen pro Tag

Tourismus seit mehr als hundert Jahren

Das Münchner-Haus hat eine in Sachen Tourismus bemerkenswerte Geschichte. Am 11. Dezember 1893 debattierten im Gasthaus „Zur Lacke“ Gegner und Befürworter der Hütte erbittert das Für und Wider. Die Gegner argumentierten, Wirtschaften gehören nicht auf Bergspitzen, Gasthäuser würden die Einsamkeit der Berge entweihen. Die Argumentation klingt modern. Gebaut wurde schließlich eine einfache Unterkunft mit einer meteorologischen Station. Die gibt es heute noch.

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Stand: 09.12.2013, 00:00