Belgiens Atomaufsicht droht mit Schließung

Marodes Atomkraftwerk Tihange

Belgiens Atomaufsicht droht mit Schließung

Die belgische Atomaufsicht hat laut Nachrichtenagentur Belgacom zum ersten Mal damit gedroht, das AKW Tihange bei Lüttich zu schließen. Vier Mitarbeiter des Atomkraftwerks wurden vom Dienst suspendiert.

Die vier suspendierten Mitarbeiter des Atomkraftwerks waren im nuklearen Kontrollraum von Tihange beschäftigt, berichtet die Nachrichtenagentur Belga. Sie sollen mitverantwortlich dafür sein, dass es in den vergangenen Wochen mehr als fünf vermeidbare Zwischenfälle gegeben hat. Die belgische Atomaufsichtsbehörde Fanc (Federal Agency for Nuclear Control) hat gegen die Mitarbeiter auch Anzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft erstattet.

Betreiber räumt Sicherheitsmängel ein

Der Betreiber des Atomkraftwerks, Electrabel, der alle belgischen Atomkraftwerke betreibt, teilte mit, von den Zwischenfällen sei keine Gefahr ausgegangen. Der Konzern räumte jedoch Sicherheitsmängel ein. Er muss jetzt unter anderem alle 1.000 Mitarbeiter nachschulen. Ansonsten könnte die Kontrollbehörde das Kraftwerk endgültig vom Netz nehmen. Das fordern Umweltinitiativen und Politiker in der Aachener Region schon seit Jahren. Tihange gehört zu den ältesten Atomkraftwerken Belgiens. Ein Reaktorblock, Tihange 2, ist wegen tausender Haarrisse in einem Druckbehälter zurzeit abgeschaltet.

Stand: 08.08.2015, 13:14