Auf'm Fußballplatz ist keiner fremd

Flüchtlingshilfe im Stadtteil

Auf'm Fußballplatz ist keiner fremd

Flüchtlingshilfe ist längst Chefsache - in Berlin und in NRW. Eine schwierige Frage, auf die es aber manchmal auch erfrischend einfache Antworten gibt: Ein Düsseldorfer Fußballverein hat Flüchtlinge zum Training eingeladen. Danach gab es ein Freundschaftsspiel.

Beste Stimmung auf dem Platz der Sportfreunde Gerresheim. Sie haben sich alle gefreut auf dieses Spiel. Auch Tarek al Kouza. Der 37-jährige Arzt floh aus Syrien nach Deutschland. Seit drei Monaten ist er jetzt hier. Sich zu verständigen, das fällt ihm noch schwer, er versucht es auf Englisch. "Ich will Freunde finden, ich mag das hier sehr. Kontakte finden, einfach Spaß haben, Sorgen vergessen." Sonst hat er dazu wenig Gelegenheit.

Die Idee, Flüchtlinge spielerisch zu integrieren, hatte Ralf Borufka, Geschäftsführer des Fußballvereins. Er ging kurzerhand in die nahegelegenen Wohnheime und fragte: Wer hat Lust zu kicken? Die Reaktionen waren begeistert.

Die Hilfsbereitschaft ist groß

Die Flüchtlingsheime liegen zu Fuß nur zehn Minuten vom Platz entfernt, im Stadtteil Gerresheim. Das Zusammenleben funktioniere gut, es gebe hier eine große Hilfsbereitschaft, sagt Michael Brockerhoff von der örtlichen Bürgerstiftung. Die sammelt Spenden, wirbt um ehrenamtliche Helfer und führt viele Gespräche mit den Anwohnern. Skepsis gebe es vor allem da, wo neue Wohnheime entstehen sollen. Doch die Kommunen stehen unter Zeitdruck, bis zum Jahresende werden mindestens weitere 300.000 Flüchtlinge in Deutschland erwartet.

Sie brauchen nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch medizinische Versorgung, Sprachkurse. Denn viele von ihnen werden lange oder immer hier bleiben. Die Kommunen fordern dringend mehr Geld und ein klares Konzept zur Integration. Tarek al Kouza, der Arzt, würde gerne in Deutschland bleiben, hier seine Zukunft planen. "Ich möchte jetzt erst mal die Sprache lernen", sagt er. Und dann möchte er sehr gerne einen Job im Krankenhaus.

Das Spiel - Vereinsmitglieder gegen Flüchtlingsmannschaft - endete übrigens unentschieden. Die Flüchtlingsmannschaft feierte das Ergebnis begeistert. Und Ralf Borufka versprach ihnen, dass sie nun regelmäßig hier trainieren dürfen.

Stand: 14.04.2015, 16:25