Wie klappt's mit der Tierpension?

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Wie klappt's mit der Tierpension?

Gar nicht so einfach, die passende Urlaubs-Versorgung fürs Haustier zu finden. Doch was muss bei Hund, Katze und Co. beachtet werden? Ralph Brandt vom NRW-Verband der Hundeschulen reagiert auf Ihre Kritik an Tierpensionen.

Zuschauerfrage #1: "Mein kleiner Terrier konnte einmal aus einer Tierpension ausbüchsen und ist zehn Kilometer weit bis nach Hause gelaufen. So was darf doch nicht passieren. Es gab nicht mal eine Entschuldigung vom Betreiber! Tierpension: einmal und nie wieder!"

Ralph Brandt: Natürlich haben Sie Recht. Das darf nicht passieren. Aber: Dort wo Menschen arbeiten, machen Menschen auch Fehler. Also so etwas darf nicht passieren, aber es kann leider passieren. Grundsätzlich muss man sich aber auch die Frage stellen, warum wollte Ihr Hund dort unbedingt ausbrechen? Wenn der Hund beispielsweise ansonsten noch nie von Ihnen getrennt war, hätte man einen Pensionsaufenthalt langsam vorbereiten müssen, zum Beispiel mit stundenweiser Betreuung, sodass der Hund lernt, dass er auch wieder abgeholt wird.

Zuschauerfrage #2: "Ich habe mir sämtliche Tierpensionen vorher genau angeguckt, Fragen gestellt, etc. Trotzdem kamen meine beiden Katzen völlig verstört, verwahrlost und traumatisiert zu mir zurück. Der Tierarzt war geschockt. Und das ist (vor allem bei Katzen!) leider kein Einzelfall!"

Ralph Brandt: Katzen- und Hundepensionen unterscheiden sich grundlegend, weil Katzen und Hunde ganz verschiedene Tierarten mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen sind. Einem Hund ist - ganz grundsätzlich gesprochen – der soziale Kontakt das Wichtigste. Eine Katze dagegen ist eher territorial interessiert. Dem Hund macht also der Ortswechsel in eine Hundepension wenig Probleme, sondern eher die Trennung von seinem Halter beziehungsweise seiner Familie. Bei Katzen ist das anders. Sie haben eher unter dem Verlust ihres Territoriums zu leiden. Insofern sollte eine Katze möglichst zu Hause versorgt werden (von Nachbarn, Freunden, oder einem Dienstleister). Eine Katze sollte tendenziell eher nur im Notfall in eine Tierpension gegeben werden.

Zuschauerfrage #3: "Ich benötige aus beruflichen Gründen oft kurzfristig eine Betreuung. Aber wie finde ich die? Gute Pensionen sind nämlich meistens schon ein Jahr vorher ausgebucht!"

Ralph Brandt: Das ist in der Tat problematisch, vor allem zu Ferienzeiten. Ich rate dazu, mehrere Alternativen zu prüfen und zwar nicht nur am Wohnort, sondern je nach Möglichkeit auch an Ihrem beruflichen Einsatzort oder auf dem Weg dorthin. Auch ein kleines Netzwerk an privaten Betreuern kann bei kurzfristigem Bedarf aushelfen. Im Internet gibt es diverse Plattformen, wo Hundehalter auch die kurzfristige Betreuung eines Gasthundes anbieten.

Stand: 04.08.2015, 11:12