Angeklickt: Fake News erkennen

Angeklickt: Fake News erkennen

Glaub' nicht alles, was Du im Internet liest. Ein Grundsatz, den wir eigentlich alle kennen. Doch wie erkenne ich Fake News? Und was unternimmt eigentlich Facebook, um Fake News den Kampf anzusagen? Antworten von Netzkenner Jörg Schieb.

Fake News in Umlauf zu bringen, ist einfach. Ideal ist ein Foto – damit die Leute hingucken. Dann ein kurzer Text, am besten ein Aufreger. Fertig. Schon kann sich die Fake News auf die Reise machen. Je steiler die These, je dreister die Behauptung, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Fake News in den sozialen Medien verbreitet.

Fake News sind derzeit ein riesiges Thema. Aus gutem Grund, denn Fake News nerven nicht nur, sie können auch verunsichern, Unruhe stiften, manipulieren. Fake News sind für soziale Medien wie Facebook oder Twitter das, was Spam im E-Mail-Eingang ist: Müll. Giftmüll. Und leider gibt es immer mehr davon. Weil es so einfach ist, Fake News zu verbreiten und niemand den Fake stoppt oder davor warnt.

Soziale Medien sind ein idealer Nährboden für Falschmeldungen. Denn dort geht es nicht um Fakten, sondern um Emotionen und Aufmerksamkeit. Beides ist einem bei Fake News nahezu sicher. Außerdem kann jeder mitmachen. Fake News verbreiten sich wie ein Lauffeuer, etwa die angebliche Nachricht, dass der Papst Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl unterstützt. Ich kann jedem nur empfehlen, sich mal das kurze Erklärvideo der Tagesschau anzuschauen. Hier bekommt man einen guten Eindruck davon, wo das Problem bei den Fake News liegt.

Das Hauptproblem ist, dass wir als Leser nicht erkennen können, was Fake ist und was echt. Sieht ja alles gleich aus. Zumindest das ändert sich jetzt. Facebook hat erste Schritte unternommen, um Fake News zu kennzeichnen. Die Arbeit sollen aber mal wieder wir User machen. Wer eine Nachricht entdeckt, die einem merkwürdig vorkommt, eine mögliche Fake News also, der kann so eine Nachricht künftig markieren. Bekommt ein Posting mehrere solcher Markierungen, erscheint bei Lesern ein dezenter Warnhinweis: Es könnte sich um eine Fake-Nachricht handeln. Auch will Facebook verhindern, dass mit Fake News Geld verdient werden kann und dass man Fake News bewerben kann. Alles begrüßenswerte erste Schritte. Allzu große Anstrengungen sind das allerdings nicht.

Allerdings muss man auch sagen: Fake News ist so ein Begriff, der sehr schwammig ist. Was ist eine Fake News? Die Nachrichten des Onlineportals "Der Postillon" zum Beispiel sind ausnahmslos Falschmeldungen, sind aber Satire. Die sollten doch besser nicht gefiltert werden. Auch viele Pressemeldungen aus Wirtschaft und Politik sind gut getarnte Lügen. Man denke nur an die angeblich im Sand vergrabenen Massenvernichtungswaffen des Irak. So einfach kann man nicht in schwarz und weiß trennen.

Internetaktivist Sascha Lobo hat in seiner Kolumne bei Spiegel Online zu Recht darauf hingewiesen, dass die Grenzen mitunter fließend sind – und dass ein "Verbot" von Fake News, das öfter mal gefordert wird, nichts, aber auch rein gar nichts bringt. Das sehe ich genauso. Deshalb muss man sich selbst helfen. Ich habe in den sozialen Medien mal gefragt: Wie erkennt man Fake News – und wie schützt man sich gegen Falschmeldungen? Die besten Tipps. Ganz klar: Quellen und Inhalte prüfen. Behauptet nur einer etwas – oder berichten mehrere darüber? Und vor allem: Wer? Da hilft es im Zweifel schon, einfach mal zu googeln. Dann sieht man gleich, wie eine Nachricht einzuordnen ist. Auch Bilder kann man recherchieren: Bei einer Rückwärtssuche sieht man, wo ein Bild schon früher mal aufgetaucht ist. Außerdem empfehle ich einen Besuch der Webseite Mimikama. Hier kann man Fake News melden, damit andere davor gewarnt werden. Außerdem finden sich hier Hinweise auf besonders dreiste und auch bereits bekannte Falschmeldungen, die derzeit die Runde machen. Facebook will mit solchen Entlarvungs-Angeboten eng zusammenarbeiten.

Auch hilfreich: Mal nachschauen, wer denn da überhaupt schreibt. Sowohl bei Facebook wie bei Twitter gibt es so genannte verifizierte Accounts. Ein blauer Haken bedeutet: Dieses Konto wurde überprüft. Der Absender stimmt. Nachrichten aus solchen Quellen kann man eher trauen. So leicht wird sich das Problem also leider nicht in den Griff bekommen lassen. Auf unserer Homepage aktuellestunde.de gibt es noch mehr Tipps. Diskutieren können wir über das Thema auf Facebook, Twitter und Co.

Stand: 16.12.2016, 16:16