NRW hält am WestLB-Verkauf fest

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Rückschlag beim Umbau der Landesbank

NRW hält am WestLB-Verkauf fest

Nach dem Ausstieg der Privatbank HSBC Trinkaus aus dem Bieterverfahren um Teile der WestLB will das Land Nordrhein-Westfalen an seinen Verkaufsplänen festhalten.

Eine Sprecherin des Finanzministeriums in Düsseldorf sagte, dass Landesregierung und Sparkassen weiter daran arbeiteten, die vereinbarten Eckpunkte zur Zerschlagung der WestLB umzusetzen. In Eigentümerkreisen hieß es am Mittwoch (19.10.2011) zudem, dass nach dem Rückzug von HSBC Trinkaus die Verteilung der Lasten zwischen Land und Sparkassen neu verhandelt werden müsse. Schließlich sollte die Einnahme aus dem Verkauf des Firmenkundengeschäfts die finanziellen Folgen abmildern, die durch die Abwicklung der unverkäuflichen WestLB-Teile entstehen. Am Dienstag (18.10.2011) hatte sich HSBC Trinkaus aus dem Bieterverfahren um das Firmenkundengeschäft der WestLB zurückgezogen.

Der Grund für den Ausstieg: WestLB und HSBC Trinkaus konnten sich nicht darauf einigen, wie der weitere Verkaufsprozess ablaufen soll. Die Privatbank hatte es zur Auflage gemacht, dass ihr exklusive Verhandlungen zugestanden werden, in die keine weiteren potenziellen Bieter mit eingebunden sind. Trotz intensiver Gespräche, so teilte HSBC Trinkaus mit, habe über diese Exklusivität keine Einigung erzielt werden können. Der Ausstieg sei dann die Folge gewesen, da die Transaktion nicht mehr in einem für HSBC Trinkaus akzeptablen Zeitrahmen abzuschließen gewesen sei, heißt es in der Mitteilung weiter.

Vorstand sorgt sich um Arbeitsplätze

Der WestLB-Vorstand bedauerte den Schritt. Damit stehe eine aussichtsreiche Option, Kompetenz und Arbeitsplätze der WestLB zu sichern, nicht mehr zur Verfügung, sagte WestLB-Vorstandschef Dietrich Voigtländer. Der weitere Verkaufsprozess werde weitergeführt, auch wenn die Rahmenbedingungen jetzt nicht einfacher seien. Medienberichten zufolge hatte HSBC Trinkaus etwa 600 Mitarbeiter übernehmen wollen. In ihrer Mitteilung macht die Privatbank auch die Hessische Landesbank (Helaba) für den vorzeitigen Ausstieg verantwortlich. Beide Banken hätten Interesse am gehobenen Mittelstandskunden-Segment der WestLB gehabt. Wegen der Nähe der Helaba zum Gesellschafterkreis der WestLB sah HSBC Trinkaus immer mehr die Chancen schwinden, dieses Portfolio erwerben zu können.

Stand: 19.10.2011, 14:27