Erste Details zur Sanierung bekannt

Eine Einkaufstüte von Karstadt an der Hand eine Einkäufers

Karstadt-Übernahme

Erste Details zur Sanierung bekannt

Nach der Übernahme des Karstadt-Konzerns durch den österreichischen Investor Rene Benko werden erste Details der Sanierungspläne bekannt. Beschäftigte müssen sich offenbar auf Einschnitte gefasst machen. Welche Filialen und Kommunen betroffen sein werden, ist noch ungewiss.

Wie genau die Zukunft von Karstadt aussehen soll, darüber wollte am Donnerstag (21.08.2014) der Aufsichtsrat beraten. Doch nun ist das Treffen verschoben worden. Ein neuer Termin stehe noch nicht fest, teilte Karstadt mit. Es solle gewartet werden bis das Bundeskartellamt die Übernahme der angeschlagenen Warenhauskette durch die Signa-Gruppe des österreichischen Immobilieninvestors René Benko freigegeben habe, hieß es in Essen. Außerdem müssten mit dem Besitzerwechsel auch die Vertreter des früheren Eigentümers Nicolas Berggruen in dem Gremium durch Vertreter Benkos ersetzt werden.

Offenbar werden Filialen geschlossen

Medienberichten nach soll der Sanierungsplan Häuserschließungen und den Umbau attraktiver Standorte zu Einkaufszentren beinhalten. Nach einer erfolgreichen Sanierung sei schließlich eine Fusion mit dem Rivalen Kaufhof angestrebt. Anhaltend verlustreiche Karstadtfilialen sollten geschlossen werden. Davon betroffen seien bis zu 20 Filialen.

In NRW stehen nach Medienberichten besonders die Standorte Recklinghausen, Gütersloh, Iserlohn, Mönchengladbach, Gummersbach, Siegen und Bottrop im Fokus. Zudem sollen über neue Organisationstrukturen auch Stellen in der Essener Konzernzentrale abgebaut werden.

Betriebsrat zurückhaltend

Während einzelne Medien über die Sanierungspläne gut informiert zu sein scheinen, ist der Betriebsrat nur wenig involviert. "Wir haben Null Informationen" teilt auf Anfrage von WDR.de Christa Schubert mit, die zum Gesamtbetriebsrat von Karstadt gehört. Dieser möchte sich erst nach der Präsentation des Sanierungsplanes äußern. Die Stimmung innerhalb der Belegschaft sei von Filiale zu Filiale unterschiedlich, so Christa Schubert.

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Karstadt bleibt für die Kommunen wichtig

Auch für die Kommunen spielt die Zukunft von Karstadt eine wichtige Rollte. Gerade in kleineren Städten versorgen die Karstadt Häuser die Innenstädte noch mit Kunden. In Bottrop hat man deshalb viel Geld investiert um die Rahmenbedingungen so optimal wie möglich zu gestalten. "Karstadt war und ist der Anker unserer Städteplanung und das bringt unsere Gesamtstrategie in Schwierigkeiten" so Andreas Pläsken, Pressesprecher der Stadt Bottrop. Die Warenhauskette gehöre zum Kern der Innenstadt und sei ein wichtiger Bestandteil der Zukunftsstrategie.

Über die Stadtplanung hinaus ist Karstadt vor allen Dingen ein wichtiger Arbeitgeber und Gewerbesteuerzahler. Angesichts der Bedeutung der Warenhäuser für die Innenstädte hofft der Deutsche Städtetag auf ein kluges Zukunftskonzept für Karstadt. "Die Städte brauchen attraktive Zentren und haben ein großes Interesse daran, dass es dem Einzelhandel vor Ort gut geht", teilte der Hauptgeschäftsführer des Städtetags, Stephan Articus auf Anfrage von WDR.de mit. "Denn Warenhäuser tragen zu lebendigen Innenstädten bei, ziehen Käufer an und nutzen auch dem Einzelhandel in ihrem Umfeld", so Articus weiter.

Stand: 19.08.2014, 13:34