1. März 1872 - Yellowstone-Nationalpark gegründet

Stand: 01.03.2017, 00:00 Uhr

Eine Fläche vier Mal so groß wie das Saarland, entstanden vor rund 2,5 Milliarden Jahren: Der Yellowstone-Nationalpark befindet sich zum größten Teil im US-Bundesstaat Wyoming, der kleine Rest liegt in Montana und Idaho. Die gelblichen Felsen und Canyons geben der Gegend ihren Namen. Am 1. März 1872 stellt US-Präsident Ulysses S. Grant das Gebiet unter Schutz. Es ist der erste Nationalpark der Welt.

Das Einmalige soll für alle Zeit konserviert werden: Flüsse, Seen, Schluchten, warme Quellen, riesige Wald- und Weidegebiete. Dazu gehört auch "Old Faithful", der bekannteste Geysir, der mehrmals pro Tag 90-Grad-Wasserfontänen 120 Meter hoch schleudert. Auch Tiere wie Büffel, Wölfe, Bären, Hirsche und ungezählte Vogelarten sollen ungestört leben können. Denn schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts besuchen erste Touristen die Gegend - angelockt durch die Berichte und Bilder von Pionieren und Abenteurern.

Ureinwohner vertrieben

Die Besucher kommen über eigens verlegte Strecken in die wilde Landschaft. Büffel und Wölfe wurden dafür vertrieben - ebenso wie die Ureinwohner: "Deine Mutter Erde, Wasser, Feuer und Luft: Du musst diese vier Elemente ausgewogen und zusammenhängend nutzen", sagt eine indianische Weisheit. "Wenn du das so machst, dann wirst du immer mehr von deiner Umwelt verstehen."

Doch wie soll das Ursprüngliche bewahrt werden? "Sicher verstehen viele noch nicht, welchen Reichtum sie besitzen: Nichts in der Welt kann schöner sein als die Wunder von Yellowstone", warnt US-Präsident Theodore Roosevelt Anfang des 20. Jahrhunderts seine Landsleute. "Unsere Bürger sollten sehen, dass wir das hier für unsere Kinder schützen: unberührt mit all seiner majestätischen Schönheit." Auch Country-Star John Denver setzt sich in seinem letzten Lied, bevor er 1997 bei einem Flugzeugabsturz stirbt, für die Idee des Yellowstone ein: "Wir werden daran erinnert, solange es solche wilden Plätze und Dinge gibt."

Zwischen Naturschutz und Geschäftsinteressen

Der Nationalpark-Gedanke sei einer der besten Exportartikel der USA, sagen Naturschützer. Andererseits zieht der Park jährlich Millionen von Touristen an, die zum Beispiel im Winter mit Ski-Bobs durch die weiße Landschaft knattern. Auf der einen Seite gibt es Park-Aufseher, Verbote und Hinweisschilder - knallharte Geschäftsinteressen auf der anderen. Im Sommer 1988 wird dieser Zwiespalt besonders deutlich: Im August geraten große ausgetrocknete Waldflächen in Brand. Zunächst lässt man die Flammen wüten: Auch das gehöre zur Natürlichkeit eines Nationalparks.

Als das Feuer immer stärker wird, dreht sich eine öffentliche Debatte um die Frage: eingreifen oder nicht? Es sterben in den Flammen auch Tiere. Die schließlich eingeleiteten Löschversuche misslingen. Erst der Schnee im November löscht das Feuer. Die Hälfte der Parkfläche ist verbrannt. Doch die Natur erholt sich - von ganz allein.

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