ZeitZeichen

1816 - Jahr ohne Sommer

Stand: 04.08.2016, 15:17 Uhr

Endloser Regen, Unwetter, Überschwemmungen - das Jahr 1816 ist das "Jahr ohne Sommer". Die Menschen des 19. Jahrhunderts konnten sich diese anhaltende Kälte nicht erklären: Viele hielten das schlechte Wetter für eine Strafe Gottes und prophezeiten den bevorstehenden Weltuntergang.

Von Christiane Kopka

Erst 1920 fand ein amerikanischer Klimaforscher die Ursache heraus: Das Jahr ohne Sommer stand in direktem Zusammenhang mit dem Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora im April 1815.

Bei dieser gewaltigen Eruption wurden bis zu 150 Kubikkilometer Asche in die Stratosphäre geschleudert. Die Schwefelgase bildeten dort winzige Tröpfchen, Aerosole, die mit den Winden um die Erde zogen und noch Monate später das Sonnenlicht absorbierten.

Doch nicht nur in den Klimaaufzeichnungen nimmt dieses Jahr eine Ausnahmestellung ein - es ist auch für die Schauerliteratur von Bedeutung. Im Horrorsommer 1816 wurden zwei Kreaturen geboren, die noch heute für Gänsehaut sorgen: Frankensteins Monster und der aristokratische Vampir.

Redaktion: Ronald Feisel

Das "Jahr ohne Sommer" (1816) WDR ZeitZeichen 25.09.2016 14:48 Min. Verfügbar bis 23.09.2096 WDR 5

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