Stichtag

4. April 1975 - Softwareunternehmen Microsoft gegründet

Mit 13 schreibt er sein erstes Computer-Programm, mit 30 Jahren ist er Multimillionär: Bill Gates gilt als Wunderkind und Shootingstar in der IT-Welt. Gemeinsam mit seinem Klassenkameraden Paul Allen gründet er am 4. April 1975 in Albuquerque (New Mexico) die Firma Microsoft - und machte den vorher nur mit Programmierkenntnissen bedienbaren Computer dank einer nutzerfreundlichen Software für Jedermann gebräuchlich.

"Unsere Firma basiert auf einer Vision", formuliert Firmengründer Gates einmal selbst das Geheimnis des Microsoft-Erfolgs, "der PC auf jedem Schreibtisch und in jedem Haushalt, und darauf, dass wir die Software dafür liefern können, mit der diese Vision Realität wird."

Ein "Gehirn" für IBM

Verankert ist die Vision in der amerikanischen Westküste. Genauer: in Seattle, wo Gates 1955 geboren wird. Da seine Highschool als eine der ersten Schulen überhaupt einen der Computer besitzt, kommt er schon früh mit der digitalen Welt und ihrer Programmierung in Berührung. In seinen Stunden am dortigen Fernschreiber ASR-33 reift seine Erkenntnis, dass eines Tages die Software wichtiger als die Hardware werden könnte. Gemeinsam mit Paul Allen tüftelt Gates an einem Programm für die Verwaltung von Stundenplänen. Das dadurch verdiente Geld wird zum Gründungskapital von Microsoft, deren erster Firmensitz eine Garage ist.

Damals wird der Markt von klobigen Großrechnern beherrscht. Marktführer ist IBM. Aber das Unternehmen erkennt, dass der Markt nach kleineren "Microcomputern" verlangt. 1981 stellt IBM seinen ersten "Personal Computer" vor: Zwölf, "das dreckige Dutzend" genannte Ingenieure haben das Gerät in nur einem Jahr entwickelt. Aber mit der Entwicklung des "Gehirns" der Maschine sind sie überfordert. Deshalb erhalten Gates und Allen noch im selben Jahr für die Software einen Exklusivvertrag. Dessen Grundlage kauft Microsoft auf Diskette zu, nennt das Betriebssystem MS-DOS – und verdient an jedem verkauften IBM-PC mit. So werden Gates und Allen reich.

Das Internet als Eintagsfliege

Die ersten PCs müssen mühselig über Befehlszeichen via Tastatur gesteuert werden. In den 90er Jahren schafft Microsoft mit der benutzerfreundlichen grafischen Oberfläche von Windows und deren Fensterprogrammen Abhilfe für die neue Generation von 32-Bit-Computern. Mit Windows 95 und Windows 98 wird die Firma zum Monopolisten – auch wenn Apple mit dem genialen Steve Jobs in Sachen Mensch-Maschine-Schnittstellen eine Vorreiterrolle einnimmt. Mit Icons und Maus beschreitet Apple neue Wege, bleibt aber im hochpreisigen Marktsegment. Microsoft kontrolliert 90 Prozent des Marktes; Apple kann schließlich nur dank einer finanziellen Beteiligung von Gates überleben. Da ist Allen bereits zurückgetreten: 1983 scheidet er krankheitsbedingt aus.

In den 90er Jahren verpasst Gates ausgerechnet den wichtigsten Zukunftstrend: Er hält das Internet für eine Eintagsfliege. Netscape erobert mit seinem Browser den Markt. Erst spät legt Microsoft mit dem Explorer nach – und nutzt seine Monopolstellung, indem es sein Betriebssystem mit dem eigenen Browser ausstattet. Wegen dieses unlauteren Wettbewerbs will die US-Kartellbehörde das Software-Unternehmen im Jahr 2000 eigentlich zerschlagen. Aber Microsoft kommt nach einem für Gates nervenaufreibenden Gerichtsverfahren noch einmal mit einem blauen Auge davon.

Mit 128.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 86,8 Milliarden US-Dollar im vergangenen Jahr ist das Unternehmen mit Hauptsitz in Redmond (Washington) immer noch weltweit der größte Softwarehersteller.

Stand: 04.04.2015

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