Stichtag

25. April 1948 – Erste Ausgabe der "Quick" erscheint

1961 gelingt es dem damaligen "Quick"-Chefredakteur Karl-Heinz Hagen, Oswald Kolle als rasenden Reporter von der "Berliner Zeitung" abzuwerben. Zunächst wird Kolle als Prominentenreporter eingesetzt, doch dann wird Hagen Vater und bestellt bei ihm eine Serie über Kinder.

"Dein Kind, das unbekannte Wesen" wird zu einer Art Initialzündung der sexuellen Aufklärung im prüden Nachkriegsdeutschland und begründet Kolles Ruf als Sex-Papst. Vor allem aber beschert die heiß diskutierte Reihe der "Quick" hohe Auflagen von bis zu 1,7 Millionen Exemplaren wöchentlich.

 "Quick-Lesern gehört die Welt"

Die erste Ausgabe der "Quick" erscheint am 25. April 1948 mit einer Startauflage von 110.000 Exemplaren im Münchener Verlag Martens & Co. Mit einer Mischung aus Information und Unterhaltung, Lebensberatung, Klatsch und reich bebilderten Reisebeiträgen erobert die Wochenzeitung in der Bundesrepublik ihr Publikum. In den Anfangsjahren ist sie deutschlandweit das auflagenstärkste Blatt ihrer Art. "Quick-Lesern gehört die Welt" lautet ihr Werbeslogan.

Dabei setzt "Quick" von Anfang an auf Noblesse: Ihr rasender Reporter Johannes Mario Simmel etwa bereist im Auftrag des Blattes die Welt und genießt als Reporter jenes mondäne Luxusleben, über das er berichtet. Sein Roman "Es muss nicht immer Kaviar sein" (1960) erscheint zunächst als Fortsetzungsgeschichte in der "Quick". Auch sonst gibt das Blatt vielen prominenten Künstlern Arbeit: Loriot gehört zum festen Autorenstamm, ebenso wie Manfred Schmidt mit seinen Comics rund um den stets korrekt gekleideten Meisterdetektiv Nick Knatterton.

Deckname "Nante"

1966 kauft der Hamburger Heinrich Bauer Verlag die "Quick" und macht aus ihr eine politisch stark rechts der Mitte positionierte Zeitschrift, die sich vom stärksten Konkurrenten "Stern" absetzen soll. "Neger-Aufstand in den USA: 'Jetzt killen wir die weißen Frauen'" lautet eine Schlagzeile von 1967. Drei Jahre später polemisiert die Illustrierte gegen die liberale Ostpolitik unter Bundeskanzler Willy Brandt und publiziert geheime Verhandlungsdokumente, die beweisen sollen, dass die sozialliberale Koalition die deutsche Sache verraten wolle: ein scharfes Geschütz im Kalten Krieg, in dem die Presse nicht zuletzt um die Meinungshoheit kämpft.

Auch der "Stern" sieht das Blatt als lästige Konkurrenz. In den 70er Jahren wird dort behauptet, dass der aktuelle "Quick"-Chefredakteur Heinz van Nouhuys unter dem Decknamen "Nante" als Doppelagent für die Stasi und den Bundesnachrichtendienst tätig gewesen sei. Rund 15 Jahre lang befassen sich die Gerichte mit dem Fall, bis er 1989 ohne Ergebnis eingestellt wird.

Zu dieser Zeit befindet sich die "Quick" bereits im Sinkflug. Andere Illustrierte machen dem Blatt schließlich den Garaus. 1992 wird "Quick" eingestellt. Im Alter sei Deutschlands erste Nachkriegsillustrierte "zu einer tantig-spießigen Kichererbse" verkommen, höhnt ein Nachruf der "Süddeutschen Zeitung".

Stand: 25.04.2013

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