Stichtag

22. April 1937 - Jack Nicholson wird geboren

"China Town", "The Shining" oder "Die Ehre der Prizzis" - Filme, die vor allem durch einen Mann bekannt geworden sind: Jack Nicholson. Er gilt als einer der wandlungsfähigsten Schauspieler Hollywoods, dessen Rollen-Repertoire vom Mafioso über den Psychopathen bis hin zum charmanten Liebhaber reicht. Bisher hat Nicholson insgesamt rund 60 Auszeichnungen erhalten - darunter drei Oscars und sieben Golden Globes.

Geboren wird John Joseph - genannt Jack - Nicholson am 22. April 1937 in New York. Er wächst im Haushalt der Großmutter auf, die einen Schönheitssalon betreibt und das Kind glauben lässt, sie sei seine Mutter. Erst durch Recherchen eines Reporters erfährt Nicholson im Alter von 37 Jahren, dass seine vermeintliche Schwester June seine Mutter ist, die als Minderjährige von einem italienischen Sänger schwanger geworden war. Zum Zeitpunkt der Enthüllungen sind seine Mutter, die als Tänzerin gearbeitet hatte, und die Großmutter bereits verstorben. Nicholson sagt dazu, er habe Dankbarkeit gefühlt: "Zeig mir heute eine Frau, die so ein Geheimnis für sich behalten kann - das wäre das Mädchen nach meinem Geschmack."

Durchbruch mit "Easy Rider"

Nicholson weiß schon früh, was und wohin er will. Mit 17 Jahren fängt er in Hollywood zunächst als Bürobote bei der MGM-Filmgesellschaft an. 1957 nimmt er Schauspielunterricht und hat ein Jahr später sein wenig beachtetes Filmdebüt als jugendlicher Bandit in "The Cry Baby Killer". In den 1960er Jahren dreht er rund 15 weitere B-Movies. Den internationalen Durchbruch schafft Nicholson 1969: Neben Peter Fonda und Dennis Hopper spielt er in dem Hippie-Kultfilm "Easy Rider". Seine Nebenrolle als alkoholsüchtiger Rechtsanwalt bringt ihm seine erste Oscar-Nominierung ein. In den 1970er Jahren steigt Nicholson zum Superstar mit charakteristischem Grinsen auf und genießt seinen Ruhm: "Der größte Vorzug des Filmgeschäfts ist der Glanz, der Glamour. Genau das gefällt mir!"

Nach zwei weiteren Oscar-Nominierungen erhält er 1976 die begehrte Statue für seine Hauptrolle in "Einer flog über das Kuckucksnest". Nicholson spielt darin einen Insassen einer psychiatrischen Klinik, der gegen die dort herrschenden Zustände rebelliert. Einen zweiten Oscar, diesmal als Nebendarsteller, erhält er 1984 für die Rolle eines Ex-Astronauten in der Tragikkomödie "Zeit der Zärtlichkeit". 1998 folgt der dritte Oscar für Nicholsons Darstellung eines Bestsellerautors in der Komödie "Besser geht's nicht".

"Mit ihm im Bett zu liegen, ist so lustig"

Privat gilt Nicholson als Frauenheld: "Ich bin sozusagen süchtig nach dieser Art von Vergnügen", so der Schauspieler. "Ich suche es wie Gold." Er weiß von sechs Kindern mit vier Frauen - meint aber, es könnten durchaus mehr sein.

Seinen Charme setzt er auch beruflich ein: "Eine Liebesszene mit Jack Nicholson zu drehen, ist vor allem im Alter eine Wonne", sagt Shirley MacLaine bei einer Preisverleihung für das Lebenswerk ihres Kollegen. "Mit ihm im Bett zu liegen, ist so lustig, spontan und so offen." Sie bewundere ihn dafür, dass es ihm völlig egal sei, wie er aussehe: "Deine Geheimratsecken, dein Bauch, deine Falten sind dir wurscht." Nach der Laudatio spöttelt Jack Nicholson: Die einzig wirkliche Gefahr bestehe nun darin, dass er sich in sich selbst verliebe.

Stand: 22.04.2012

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