8. März 1968 - Sowjetisches U-Boot K-129 vermisst

Stand: 08.03.2018, 00:00 Uhr

Nach der Kuba-Krise unterzeichnen die Sowjetunion, Großbritannien und die USA 1968 den Atomwaffen-Sperrvertrag. "Nach fast einem Vierteljahrhundert voller Gefahren und Angst haben endlich Vernunft und Verstand die Oberhand gewonnen", sagt US-Präsident Lyndon B. Johnson.

Doch der Kalte Krieg wird fortgesetzt. Unter der Hand belauern sich die Feinde weiter. Mit Atomwaffen bestückte U-Boote durchqueren die Ozeane, jederzeit zum Erstschlag bereit.

Sowjetisches U-Boot K-129 verschwindet (am 08.03.1968) WDR 2 Stichtag 08.04.2018 04:16 Min. Verfügbar bis 05.04.2028 WDR 2

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CIA startet "Azorian"-Projekt

Zwei Explosionen leiten die mit einer halben Milliarde Dollar wohl teuerste Geheimdienst-Operation der USA ein: Das "Azorian"-Projekt. Es gehöre zu "den fantasievollsten und mutigsten Operationen der US-Geheimdienst-Geschichte", heißt es auf dazu der CIA-Homepage.

Am 8. März 1968 wird das sowjetische U-Boot K-129 vermisst. Es war mit fast 100 Mann und drei Atom-Torpedos auf Patrouillenfahrt im Nordpazifik. Auf dem Stützpunkt in Petropawlowsk auf der Halbinsel Kamtschatka wartet man vergeblich auf ein vereinbartes Signal.

Offiziell: Suche nach Mangan

Die Sowjets suchen das U-Boot erfolglos. Die Amerikaner hingegen wissen dank ihres Unterwasser-Abhörsystems genau, wo es liegt: 2.500 Kilometer nordwestlich von Hawaii, in 5.000 Meter Tiefe - an Bord: modernste sowjetische Waffentechnologie.

Die K-129 soll heimlich geborgen werden. Über Jahre wird ein Bergungsschiff gebaut: die "Hughes Glomar Explorer". Offiziell soll es im Pazifik nach Mangan suchen, im Auftrag der Öl-Firma "Gobal Marine" des Unternehmers Howard Hughes.

Ferngesteuerte Kralle

Die "Hughes Glomar Explorer" verfügt über einen 80 Meter hohen Bohrturm, an dem ein aus fast 600 Elementen zusammengeschraubtes Gestänge hängt.

Daran wiederum ist eine ferngesteuerte Kralle angebracht, um das 2.000 Tonnen schwere Wrack dem Meeresboden zu entreißen.

Zwei Atom-Torpedos

Am 4. Juli 1974 sticht die "Hughes Glomar Explorer" in See. Die Mission gelingt allerdings nur halbwegs. Die Greifarme packen nicht wie geplant. Einige Glieder brechen, wodurch die Kralle auf halber Strecke die meiste Beute verliert.

Die Amerikaner bergen aus den Trümmern sechs Leichen und zwei nuklear bestückte Torpedos. Um die übrigen Wrackteile zu bergen, erwägt die CIA einen zweiten Anlauf. Doch Medienberichte über das "Azorian"-Projekt durchkreuzen die Pläne.

Zusammenstoß mit US-U-Boot?

Was die CIA dank der Trümmer herausgefunden hat, verschweigt diese bis heute. Die Russen behaupten jahrzehntelang, die K-129 müsse nach der Kollision mit einem U-Boot der USA gesunken sein. Bewiesen wird das nicht.

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"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 8. März 2018 ebenfalls an das Verschwinden des sowjetischen U-Boots K-129. Auch das "ZeitZeichen" gibt es als Podcast.

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