19. April 1989 - Todestag der Schriftstellerin Daphne du Maurier

Stand: 19.04.2019, 00:00 Uhr

"Vergangene Nacht träumte ich, ich wäre wieder in Manderley. Mir war, als stünde ich vor dem eisernen Tor, das zur Auffahrt führte ... Am Tor hing eine Kette mit einem Vorhängeschloss." Der Anfang des Romans "Rebecca" (1938) klingt sofort nach Daphne du Maurier, einer der meistgelesenen englischen Autorinnen: Ein Rätsel tut sich auf.

Daphne du Maurier, brit. Schriftstellerin (Todestag, 19.04.1989) WDR 2 Stichtag 19.04.2019 04:14 Min. Verfügbar bis 16.04.2029 WDR 2

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"Sie kann spannend erzählen", sagt der Bonner Anglistikprofessor Uwe Baumann. Ihre dramatischen Spannungsbögen und abenteuerlichen Plots sind wie gemacht für den Film. Kein geringerer als Alfred Hitchcock verfilmt gleich drei ihrer Geschichten: die Romane "Gasthaus Jamaika" (1936), "Rebecca" (1938) und die Erzählung "Die Vögel" (1952). Und der Regisseur Nicolas Roeg macht aus ihrer Erzählung "Dreh dich nicht um" (1971) einen der unheimlichsten Filme der Kinogeschichte: "Wenn die Gondeln Trauer tragen".

"Alfred Hitchcock hat ihre Spannungsführung bewundert und nicht von ungefähr ihre Texte ausgewählt", sagt Claudia Lillge vom Institut für England- und Amerikastudien in Frankfurt am Main.

Mit dem Roman "Rebecca" gelingt Daphne du Maurier 1938 der Durchbruch. Millionen Menschen haben die geheimnisvolle Geschichte um den Landsitz Manderley und seine tote Herrin Lady de Winter gelesen.

Schauergeschichten aus Cornwall

Daphne du Maurier, geboren 1907 in London, ist die Tochter eines Schauspielers und Theatermachers und einer Schriftstellerin. Wie Rosamunde Pilcher liebt sie Cornwall. Tatsächlich lebt sie viele Jahre auf einem Anwesen in Cornwall, Menabilly, ihr Vorbild für Manderlay.

"Das herrliche Gefühl zu tun, was ich wollte. Ich bin eine leidenschaftliche Freiheitssucherin und das hat mein ganzes Leben angehalten", sagt Daphne du Maurier, die immer finanziell sorglos lebt.

Sie schreibt keine reinen Liebesgeschichten, sondern Schauergeschichten in der Tradition der englischen Gothic Novel. Melodramatischen Kitsch nennen das einige Literaturkritiker der 1950er-Jahre. "Daphne du Maurier galt als Unterhaltungsautorin, was damals negativ besetzt war", sagt die Anglistikprofessorin Claudia Lillge.

Es gibt immer eine "Rebecca"-Ausgabe zu kaufen

Doch das Publikum liebt ihre Geschichten. Viele ihrer Bücher und vor allem die Filme, denen sie zugrunde liegen, werden Welterfolge.

Als Daphne du Maurier ab 1977 aus Altersgründen nicht mehr schreiben kann, soll sie die Lust am Leben verloren haben. Die letzten Jahren soll sie sich letztendlich zu Tode gehungert haben. Sie stirbt am 19. April 1989 in ihrem geliebten Cornwall.

"Und seitdem wird sie ständig gedruckt: Es gibt immer eine 'Rebecca'-Ausgabe, die man kaufen kann", sagt Uwe Baumann.

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