16. September 2014 - Netflix streamt erstmals in Deutschland

Stand: 16.09.2019, 00:00 Uhr

"Wenn man im Internet im großen Stil Drogen verkauft, sollte man eine Sache auf keinen Fall machen: anderen Leuten davon erzählen. Also, außer natürlich, Netflix ruft an und will eine Serie über dein Leben machen", sagt Moritz, die Hauptfigur der deutschen Netflix-Serie "How to Sell Drugs Online (fast)" (seit 2019). Über Serien reden – das ist kaum möglich, ohne Netflix zu erwähnen.

Start von Netflix in Deutschland (am 16.09.2014) WDR 2 Stichtag 16.09.2019 04:16 Min. Verfügbar bis 13.09.2029 WDR 2

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Netflix versendet zunächst DVDs per Post

Seit dem 16. September 2014 streamt Netflix in Deutschland Serien und Filme – ein Termin, der von Fans lange herbeigesehnt wurde. "Hierzulande gab es einige, die es kaum abwarten konnten und sich längst Zugänge über andere Länder geholt hatten", sagt der Berliner Serienkritiker Jens Mayer, der den Podcast "Serienreif" betreibt.

Das Modell von Netflix ist einfach: Serien und Filme werden über das Internet gestreamt, jeder kann schauen so viel er will – gegen eine monatliche Flatrate. Als Netflix 1997 mit rund 30 Mitarbeitern in Kalifornien gegründet wird, versendet das Unternehmen noch DVDs per Post. "Für die ersten fünf Jahre war nicht klar, ob wir überleben würden. Das waren fordernde Jahre", erinnert sich Mitgründer und Geschäftsführer Reed Hastings in einem Interview.

2007 steigt das Unternehmen ins Streaming-Geschäft ein. Aber der entscheidende Schritt kommt später: Netflix beginnt, mit dem Polit-Drama "House of Cards" (seit 2013) selbstproduzierte Inhalte zu veröffentlichen. Es ist der Durchbruch. "'House of Cards' hat als eine der ersten Serien die Verbindung zwischen Hollywood und den Serienerzählungen geschaffen", erklärt Jens Mayer.

Netflix mischt weltweit den Serienmarkt auf

Und Netflix legt mit Serien wie "Orange is the new Black" (seit 2013) oder "Stranger Things" (seit 2016) immer weitere Erfolge nach. "Mit dem Einstieg von Netflix ist in den deutschen Markt viel Bewegung gekommen", sagt Jens Mayer. Die alteingesessenen Fernsehsender reagieren auf die Konkurrenz, zum Beispiel mit der Serie "Babylon Berlin" (seit 2017), der ersten Co-Produktion der ARD und des Pay-TV-Senders Sky.

Dennoch sitzt das Unternehmen laut Insidern auf Schulden von über 24 Milliarden US-Dollar. "Im Grunde ist Netflix hochverschuldet, da es Milliardenbeträge für Inhalte ausgibt", sagt Jens Mayer.

Und der Kampf um den Streaming-Markt geht weiter: Zuletzt haben die Medienkonzerne Warner und Disney eigene Online-Plattformen für ihre Inhalte angekündigt. Frank Underwood, lange Zeit Hauptfigur von "House of Cards", würde kühl kommentieren: "Für die von uns, die zur Spitze der Nahrungskette unterwegs sind, gibt es nur eine Option: Jage oder du bist der Gejagte."

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