10. August 1519 - Magellan startet zur ersten Weltumseglung

Stand: 10.08.2019, 00:00 Uhr

Der praktische Beweis, dass die Erde eine Kugel ist, fehlt im 16. Jahrhundert noch. Aber der Portugiese Ferdinand Magellan ist überzeugt: Zu den Gewürzinseln, den indonesischen Molukken, gelangt man nicht nur über den bekannten östlichen Seeweg. Es muss auch eine Westpassage geben. Diese will er finden - so wie einst Kolumbus.

Seine Vision trägt Magellan dem spanischen König vor. Denn der Schiffsweg nach Osten ist den Spaniern verstellt. Den Zugang zu Pfeffer, Zimt und Muskat kontrollieren die Portugiesen. Die spanische Krone sieht ihren Vorteil und erteilt Magellan den Auftrag: Am 10. August 1519 starten fünf Dreimaster in Sevilla.

Ferdinand Magellan startet Weltumseglung (am 10.08.1519) WDR 2 Stichtag 10.08.2019 04:13 Min. Verfügbar bis 07.08.2029 WDR 2

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Proviant für zwei Jahre

Die Flotte hat 265 Mann Besatzung und Proviant für zwei Jahre an Bord. In den Laderäumen lagern 5.700 Pfund Pökelfleisch, 200 Fässer Sardellen, 984 Laibe Käse, 1.512 Pfund Honig, 3.200 Pfund Trauben und sieben lebendige Kühe. Zudem ist täglich ein Liter Wein pro Mann vorgesehen.

Doch bald segelt Magellan in eine Flaute. Das führt zum Streit mit den vier spanischen Kapitänen, die er klein hält, um seine Überlegenheit zu markieren. Als wieder Wind aufkommt, kommt die Flotte weiter nach Brasilien voran. An der Küste Südamerikas sucht sie nach einer Durchfahrt.

Antarktischer Winter

Die Schiffe kommen immer weiter nach Süden, bis sie im antarktischen Winter landen. "Magellan befiehlt der Flotte, einen natürlichen Hafen anzulaufen und dort zu überwintern", sagt Historiker Christian Jostmann. Es kommt zur Meuterei. Drei Schiffe verweigern sich Magellans Befehl. Doch er erobert die Schiffe zurück und reißt das Kommando wieder an sich.

Schließlich findet Magellan die erhoffte Passage an der Spitze Südamerikas. Die sogenannte Magellan-Straße führt in ein neues Meer. Magellan nennt es Pazifik, den friedlichen Ozean - ohne zu ahnen, welche Strapazen bevorstehen: über 100 Tage kein Land und immer weniger Proviant.

Kaum 20 Überlebende

19 Seeleute sterben. Magellan lässt ihre Leichen sofort über Bord werfen, um Kannibalismus zu verhindern. Dann kommen Urwaldinseln in Sicht. "Sie sind die ersten Europäer, die dort landen", sagt Wissenschaftler Jostmann. Die Spanier erleben zunächst Gastfreundschaft, ein paar Inseln weiter stoßen sie aber auf Feindseligkeit.

Ein Pfeilhagel endet tödlich. Magellan stirbt auf den Philippinnen. Mit nur einem Boot kehren die Überlebenden nach Sevilla zurück - nach fast drei Jahren und 69.000 Kilometern. Keine 20 Mann leben noch. Sie sind die ersten Menschen, die die Erde umrundet haben.

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"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 10. August 2019 ebenfalls an den Start der ersten Weltumsegelung. Auch das "ZeitZeichen" gibt es als Podcast.

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