11. September 1940 - Filmregisseur Brian De Palma wird geboren

Stand: 11.09.2020, 00:00 Uhr

"Die meisten meiner Filme handeln von Größenwahn und Typen, die in ihrem eigenen Universum leben, und von den verrückten Dingen, die dort passieren. Das fasziniert mich immer noch", fasst Brian De Palma seine Filmbiografie der vergangenen fünf Jahrzehnte zusammen. Ans Aufhören denkt der am 11. September 1940 geborene Regisseur indes noch nicht.

Allerdings hat Corona sein jüngstes Projekt ausgebremst: In "Catch and Kill" greift De Palma die Figur des früheren Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein auf, der im Frühjahr wegen sexueller Übergriffe verurteilt wurde. Er selbst kennt die Klagen vieler Frauen über Machtmissbrauch in der Filmbranche seit vielen Jahren.

Brian De Palma, US-Filmregisseur (Geburtstag 11.09.1940) WDR 2 Stichtag 11.09.2020 04:16 Min. Verfügbar bis 09.09.2030 WDR 2

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"Der Junge mit den scheinbar perversen Neigungen"

Brian Da Palma lernt das filmische Handwerk an der Universität in New York, nachdem er zunächst Physik studiert hat. Alfred Hitchcock und Jean-Luc Godard sind seine großen Vorbilder. S

chon als Student dreht er erste Kurzfilme. 1963 entsteht sein erster Langfilm "The Wedding Party", in dem der bis dahin unbekannte Robert De Niro seine erste Hauptrolle spielt.

Dabei sind seine Werke von Anfang an umstritten, vor allem weil den Sohn eines Chirurgen Nacktheit und Gewalt nicht stören. "Er ist ja sozusagen der Junge mit den scheinbar perversen Neigungen, die sich in seinen Filmen ausdrücken", sagt der Filmjournalist Gerhard Midding.

Etwa in "Hi Mom" mit der berühmten "Be Black, Baby"-Sequenz, in der Afroamerikaner mit weißen Theaterbesuchern imaginär die Hautfarbe tauschen und sie so mit rassistischer Diskriminierung bis hin zur Vergewaltigung konfrontieren.

Macher von "Mission Impossible"

Alkoholschmuggler-Jagd mit Starbesetzung: The Untouchables | Bildquelle: picture alliance/Paramount/Everett Collection

Mit der ersten Verfilmung eines Stephen-King-Romans, "Carrie - Des Satans jüngste Tochter", gelingt Brian De Palma 1976 auch der kommerzielle Durchbruch. Es folgen weitere Blockbuster wie "Scarface", "The Untouchables" und "Mission Impossible"mit Tom Cruise – sein bislang größter Erfolg.

Seine Filme sind Hitchcock mit mehr Blut und weniger sexueller Verklemmtheit. Optisch nutzt Brian De Palma immer wieder seine Lieblingszutaten: Aufnahmen von oben, lange Einstellungen, 360-Grad-Kamerafahrten, Zeitlupen und das geteilte Bild im Splitscreen.

An die großen Erfolge der 80er und 90er Jahre kann Brian De Palma bisher nicht mehr anknüpfen, die jüngeren Filme kommen weniger gut an. Der Krimi "The Black Dahlia" fällt trotz Starbesetzung um Scarlett Johansson und Hilary Swank bei Kritikern und Publikum durch, ebenso "Passion" und der Terror-Thriller "Domino".

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