19. Januar 1982 - Der Antifaschist Leopold Trepper stirbt in Jerusalem

Stand: 10.01.2022, 16:07 Uhr

Der Jude und Kommunist Leopold Trepper kämpft gegen die Nationalsozialisten. Er ist Chef der Widerstandsgruppe "Rote Kapelle" und warnt Stalin vor Hitlers Überfall auf die Sowjetunion - allerdings ohne Erfolg.

Vier Tage vor dem "Russlandfeldzug" der Wehrmacht weiß Stalin Bescheid: Der Einmarsch soll am 22. Juni 1941 erfolgen. Die Geheiminformation stammt aus Berlin und ist von einem Agentennetz, das auch in Frankreich und Brüssel aktiv ist, weitergeleitet worden. Doch Stalin glaubt den Quellen nicht. Das ändert sich erst nach dem deutschen Angriff.

Koordiniert werden die Widerstandsgruppen von Leopold Trepper, Deckname: "Grand Chef". Er ist Oberst des Moskauer Militärgeheimdienstes und im deutsch besetzten Westeuropa aktiv. Offiziell tritt Trepper als kanadischer Geschäftsmann auf, der in Paris eine Firma betreibt, von der die Wehrmacht zum Beispiel Baumaterialien bezieht.

Leopold Trepper, Chef der Roten Kapelle (Todestag, 19.01.1982) WDR ZeitZeichen 19.01.2022 14:38 Min. Verfügbar bis 20.01.2099 WDR 5

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Schon früh Sozialist

Im Dezember 1941 heben die Nationalsozialisten Treppers Funkzentrale in Brüssel aus und geben dem Netz den Namen "Rote Kapelle". Er stammt von der deutschen Abwehr. Ein Funker wird von ihr "Pianist" genannt. Da viele "Pianisten" Richtung Moskau funken, heißen sie "Rote Kapelle".

Sich selbst sieht Trepper nicht als Spion. Er bezeichnet sich als Widerstandskämpfer. Geboren wird er am 23. Februar 1904 in Neumarkt im heutigen Polen. Er wird schon früh Sozialist, weil er überzeugt ist, dass nur so der Rassismus besiegt werden kann.

Kundschafter in Brüssel

Mit 20 Jahren flüchtet Trepper vor der polnischen Polizei und setzt sich nach Palästina ab. Dort gründet er die Gruppe "Einheit", in der Juden und Araber gleichberechtigt gegen die britische Besatzung kämpfen. Die Briten internieren und weisen ihn aus.

Trepper geht nach Frankreich und wird Vertreter der jüdischen Arbeiter, einer Abteilung der französischen Kommunistischen Partei. Von 1932 bis 1934 studiert er an der Kommunistischen Universität von Moskau. Später geht er für den sowjetischen Militärgeheimdienst als "Kundschafter" nach Brüssel.

Als Jude in Polen diskriminiert

Am 24. November 1942 wird Trepper in Paris von der Gestapo gefasst. Spitzel haben seinen Zahnarzttermin in Paris verraten. Nach seiner Verhaftung wird Trepper Doppelagent - zum Schein. Er liefert Moskau heimlich weiter Informationen, gibt den Deutschen aber auch Namen seiner Mitstreiter preis. 1943 kann Trepper fliehen und bis zum Kriegsende untertauchen.

Nach seiner Rückkehr nach Moskau wird Trepper bis nach Stalins Tod inhaftiert. Für den Diktator ist er ein Verräter, weil er überlebt hat. Trepper zieht mit seiner Familie nach Polen. Als dort der Antisemitismus wächst, reisen die Treppers nach Israel aus. Leopold Trepper stirbt am 19. Januar 1982 in Jerusalem.

Autor des Hörfunkbeitrags: Heiner Wember
Redaktion: Gesa Rünker

Programmtipps:

"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 19. Januar 2022 an Leopold Trepper. Das "ZeitZeichen" gibt es auch als Podcast.

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