Romantisierend, kriminalisierend oder mit rassenanthropologischer Absicht floss seit Jahrhunderten ein unhinterfragtes Bild dieser Menschen in Lexika, Literatur, Malerei oder Oper ein. Der "wandernde Zigeuner" wurde als "der Fremde" schlechthin markiert.
Nicht nur die Juden, sondern auch rund 200.000 Sinti und Roma wurden so schließlich Opfer der nationalsozialistischen Agitation gegen "Fremdrassen". Die Aufarbeitung des Völkermords an den Sinti und Roma stand viele Jahrzehnte im Schatten des Holocaust.
Erst 1982 anerkannte der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt die Ermordung offiziell als Völkermord. Und nur langsam kam die wissenschaftliche Aufarbeitung der über 600-jährigen Geschichte in Gang, zu deren Unterstützung 1997 in Heidelberg das Dokumentationszentrum deutscher Sinti und Roma gegründet wurde.
Redaktion: Hildegard Schulte